2026-01-09T09:36:09.492Z

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Gesucht werden die Nachfolger der SG FC Wehr-Brennet (hier streckt Kapitän Fabian Schmidt den Pokal in die Höhe) und des TuS Kleines Wiesental, die 2024 in Efringen-Kirchen triumphierten. | Foto: Gerd Gründl
Gesucht werden die Nachfolger der SG FC Wehr-Brennet (hier streckt Kapitän Fabian Schmidt den Pokal in die Höhe) und des TuS Kleines Wiesental, die 2024 in Efringen-Kirchen triumphierten. | Foto: Gerd Gründl

"Es wird eine Bombenstimmung sein": Der Pokalfinaltag in Rheinfelden

Es ist der große Finaltag in Rheinfelden - vier Teams, zwei Endspiele und ein Traum: der Sieg im Bezirkspokal. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern kommt es jeweils zum Duell des Bezirksliga-Spitzenreiters gegen den Tabellenzweiten. Das Kribbeln steigt.

Fast genau zehn Jahre ist es her. Damals in Lauchringen, kickte Fabio Muto für den FC Zell im Bezirkspokalfinale. Mit 2:1 triumphierten die Wiesentäler seinerzeit über den FC Wittlingen. Noch heute habe der Pokaltriumph einen hohen Stellenwert für ihn, sagt Muto: „Es war ein besonderes Spiel.“ Am Donnerstag (16 Uhr) kommt es in Rheinfelden nun zur Neuauflage von 2015. Mit dabei: Jonas Krumm, Fabrice Neto Loureiro, Christian Rapp und Muto. Der Unterschied: Während die drei erstgenannten weiterhin das grün-weiße Trikot tragen, ist Muto inzwischen Coach der Wittlinger.

Im Pokalfinale auf seinen Heimatverein zu treffen, ist für den 35-Jährigen selbstverständlich ein spezielles Erlebnis. Erst am vergangenen Samstag gastierte der Bezirksliga-Spitzenreiter beim Tabellenzweiten Zell (0:1). Vor dem Ligaspiel „war ich ein Tick entspannter“, gibt Muto einen Einblick in sein Seelenleben. Schließlich hatten die Wittlinger einen kleinen Puffer auf die Wiesentäler. Vor dem Endspiel wiederum „ist die Anspannung ein bisschen anders“.

Michael Schwald stand als Spieler mal mit Wehr und Steinen im Pokalfinale. „Das ist schon eine Weil her“, sagt der 54 Jahre alte Coach des FC Zell. Ein Pokaltriumph war ihm indes noch nicht vergönnt. Vielleicht klappt es nun in Rheinfelden. Schwald verweist auf das Trio Krumm, Neto Loureiro und Rapp, die in Lauchringen dabei waren. „Vielleicht können sie der Mannschaft die eine oder andere Erfahrung mitgeben.“

Die Vorfreude steigt bei beiden Trainern. „Die Chance, in einem Pokalfinale zu stehen, ist selten gegeben“, habe Muto seiner Mannschaft gesagt. „Ein Endspiel spielen zu dürfen, ist ein Privileg. Sie sollen es genießen und nutzen.“ Auf dem Weg ins Finale blieben die Wittlinger, die zuletzt 2019 den Bezirkspokal gewannen (3:1 gegen SV 08 Laufenburg in Fahrnau), in allen fünf Spielen ohne Gegentor und warfen im Viertelfinale den Titelverteidiger SG FC Wehr-Brennet raus.

"Wie ein Käfig": Vorfreude auf die Atmosphäre im Rheinfelder Stadion

Die Zeller wiederum schalteten in den letzten drei Runden drei Ligakonkurrenten aus. Indes, in der Schlussphase der Saison muss Schwald einen personellen Engpass managen. Das Gipfeltreffen am Samstag gegen Wittlingen habe Körner gekostet. „Wenn wir komplett wären, hätte ich überhaupt kein Problem“, sagt Schwald. Für das Pokalendspiel am Donnerstag „sollte das noch gar kein Problem sein“. Allerdings steht zwei Tage später das Topspiel beim Bezirksliga-Vierten SV Buch an. Schwald hofft, dass „der eine oder andere wieder dazukommt“. Auch die Wittlinger verzeichnen Ausfälle etablierter Kräfte. Ist Muto ob der Zusatzbelastung mit dem Pokalfinale im Zwiespalt? „Es müsste keine Belastung sein, sondern hundert Prozent beflügeln“, findet der Wittlinger Coach.

Gespannt sein darf man auf die Atmosphäre in Rheinfelden. „Ein tolles Stadion“, sagt Schwald. „Es ist eng, es wird laut und es wird eine Kulisse da sein. Dann ist das für die Jungs natürlich ein tolles Erlebnis.“ Zwei Fanbusse sind aus Zell angekündigt, die Mannschaft selbst reist mit einem kleinen Bus an. Auch Muto findet: „Das Stadion ist geil: Es ist eng, wie ein Käfig. Da wird eine Bombenstimmung sein. Die Zuschauer ganz eng am Feld, die Trainerbänke nebeneinander – das könnte spannend werden.“ Auch aus Wittlingen wird ein Bus mit Fans erwartet. „Beide Vereine haben eine gute Fankultur“, freut sich Muto. Derweil „wollte ich nicht in der Haut meiner Eltern stecken“, sagt er schmunzelnd. Schließlich seien sie noch Mitglieder im Zeller Förderverein. Aber lachend fügt er an: „Zum Glück positionieren sie sich zu mir.“

Sie sind derzeit die Finalexpertinnen am Hochrhein: die Fußballerinnen des FC Hauingen. Seit 2018 haben sie in sechs Bezirkspokal-Saisons nun zum vierten Mal das Finale erreicht. 2018 triumphierte der FCH über den SV Görwihl, im Folgejahr unterlag man den SF Schliengen. 2024 musste sich die Equipe abermals geschlagen geben: 0:1 gegen den TuS Kleines Wiesental. Am Donnerstag in Rheinfelden (13 Uhr) soll nun wieder der Titel her. „Es war das Ziel der Mannschaft und von mir: Wir wollten nochmal ins Pokalfinale“, sagt Trainerin Anne Wagner.

In der Bezirksliga sei die Meisterschaft nicht im Vordergrund gestanden, doch am Ende sprang erneut der erste Platz heraus. Am vergangenen Samstag machte Hauingen den Titel mit dem 5:1-Sieg beim FC Schönau perfekt. „Wir sind ein gutes Team, untereinander auf und neben dem Platz“, hebt Wagner hervor. In ihren zwei Amtsjahren „haben wir ziemlich viel erreicht, auch was das Miteinander betrifft“. Verlassen kann sich der FCH auf Top-Stürmerin Alexandra Gäbler, aber „wir haben die Qualität auch im Mittelfeld und in der Verteidigung“.

Diesmal, so Wagner, wolle man auch den Aufstieg in die Landesliga wahrnehmen. Dafür hofft die Trainerin auf Zuwachs, sowohl für das Frauenteam als auch im Nachwuchs. Nun aber steht erstmal das Endspiel an, am letzten Liga-Wochenende ist der Meister spielfrei. „Mit dem Pokalfinale ins Saisonende zu gehen, ist für alle ein schönes Gefühl. Am besten, wenn wir dieses Jahr den Pokal gewinnen“, sagt Wagner.

Im Endspiel trifft der FCH auf seinen schärfsten Widersacher der Saison: SV Waldhaus. Für die Frauenequipe ist es ebenso eine Finalpremiere wie für Trainer Marius Eckert. Der verrät, dass er gar nicht unbedingt ein Freund des Pokals sei, „wegen der Doppelbelastung“. Daher genoss dieser Wettbewerb keine Priorität, aber als Waldhaus das Halbfinale erreicht hatte, war klar, „dass wir ins Finale wollen“.

FCH-Trainerin Anne Wagner erwartet "ein heißes Rennen"

In der Bezirksliga hatte der SV Waldhaus die Top Zwei angepeilt – und ist vor dem Abschluss am Samstag gegen die SG Hotzenwald sicher Vizemeister. Bei nur 16 Gegentoren aus 17 Spielen ist die Defensive eine offensichtliche Stärke, hier „ist viel Erfahrung dabei“, verweist Eckert auf eine eingespielte Formation. Aber auch offensiv ist das Team nicht zu unterschätzen. Zwar sind 41 Saisontore ein Mittelfeldwert der Liga, doch „wenn man die Chancenverwertung sieht, weiß man, woran es liegt“, sieht der Coach sein Team auch offensivstark.

Drei Spieltage vor Schluss hatte der Verfolger noch die vermeintlich bessere Ausgangslage. Bei einem Spiel weniger lag man nur einen Zähler hinter Hauingen. Durch zwei Remis in Folge war die Meisterchance jedoch vertan. Allerdings hatte Eckert angesichts des aktuellen Kaders geahnt, dass es auch mal nur für ein Unentschieden reichen würde. „Es tut weh, so knapp zu scheitern“, sagt der Coach, nach dem vorentscheidenden Remis im Kleinen Wiesental „gab es kurz eine Ernüchterung“.

Doch wissen sie in Waldhaus darum, dass sie ihre beste Teamsaison spielen. Und nun steigt das Kribbeln vor dem Pokalfinale. In der Hinrunde siegte man in Hauingen mit 2:0, das Rückspiel endete 0:0. Daher wissen die Waldhäuserinnen, „wie man Hauingen schlagen kann“, sagt Eckert. Doch verfüge der FCH über individuelle Qualität, und so sieht er das Endspiel als „50:50-Entscheidung“, zumal gerade im Frauenfußball viel vom verfügbaren Kader abhänge. Neben einem Fanbus wird auch die Mannschaft mit dem Bus anreisen – ein kleines besonderes Erlebnis an einem großen Tag.

Wagner weiß um die bisherige Saisonbilanz gegen Waldhaus. Diese hakt sie allerdings ab. „Ein Pokalspiel ist doch nochmal etwas anderes als ein Ligaspiel. Der Fokus ist ein anderer, weil man weiß: Es geht um alles oder nichts“, erklärt die Hauinger Trainerin. „Es wird ein heißes Rennen und der Bessere wird gewinnen.“

Aufrufe: 027.5.2025, 18:30 Uhr
Matthias Konzok (BZ)Autor