2026-02-20T12:29:42.904Z

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"Es war die schwierigste Vorbereitung meiner Trainerlaufbahn"

Maik Hüneke über Schneechaos, Verletzungspech und den Glauben an den ersten Bezirksliga-Sieg

von ck · Heute, 05:37 Uhr · 0 Leser
– Foto: Thies Meyer

„Die Vorbereitung war extrem zäh.“ Maik Hüneke muss nicht lange überlegen, als er auf die Wintermonate zurückblickt. „Der viele Schnee hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es war die schwierigste Vorbereitung in meinen zehn Jahren als Trainer der I. Herren.“ Selbst der städtische Kunstrasenplatz sei „meist nicht nutzbar“ gewesen, lediglich zwei Testspiele konnten absolviert werden. „Entsprechend bestand die Vorbereitung überwiegend aus Laufeinheiten und Kraftzirkeln in der Halle.“

Die schwierigen Bedingungen spiegeln sich in der Tabelle wider. Mit zwei Punkten rangiert der FC Gessel-Leerssen am Ende des Klassements. „Mit zwei Punkten und als Tabellenletzter kann man natürlich nicht zufrieden sein“, sagt Hüneke offen. Gleichzeitig ordnet er die Situation ein: „Wir sind nach unserem Durchmarsch aus der 1. Kreisklasse ein besonderer Aufsteiger. Uns war klar, dass der Klassenerhalt einer Herkulesaufgabe gleicht.“

Mehr Punkte hätte er dennoch gerne gesammelt. „Vor allem, weil wir in mehreren Spielen nah dran waren und phasenweise auf Augenhöhe agiert haben.“ Gerade diese engen Partien schmerzen im Rückblick besonders.

Als zentrales Problem benennt der Trainer das Verletzungspech. „Gleich zu Beginn fiel mit Jonas Rode unser Kapitän und Taktgeber aus.“ Hinzu seien „immer wieder kleinere Blessuren“ gekommen. „Wir mussten Woche für Woche improvisieren. Für einen Aufsteiger ist das natürlich besonders schwer aufzufangen.“

Bei aller sportlichen Ernüchterung hebt Hüneke jedoch einen Aspekt besonders hervor. „Trotz der vielen Niederlagen war die Stimmung im Team immer hervorragend. Darauf bin ich sehr stolz.“ Nach Jahren des Erfolgs sei es „keineswegs selbstverständlich, wenn man plötzlich fast nur noch verliert und trotzdem als Mannschaft zusammensteht“. Auch die Trainingsbeteiligung bezeichnet er als „herausragend – da gab es keinerlei Einbruch“.

Im Winter hat der Verein personell nachgelegt. Florian Zimmpelmann vom TSV Bassum und Charbel El Haddad vom FSV Syke verstärken den Kader. „Beide haben sich gut integriert“, berichtet Hüneke.

Für die Rückrunde formuliert der Trainer klare Ziele. „Wir wollen noch für das eine oder andere Ausrufezeichen sorgen und endlich den ersten Sieg der Vereinsgeschichte in der Bezirksliga feiern.“ Entscheidend sei aber vor allem, „dass wir uns auf diesem Niveau als Team weiterentwickeln“.

Mit Blick auf die Ligaspitze sieht Hüneke einen klaren Favoriten. „Ich denke, dass Evesen am Ende Meister wird. Das Trainingslager in der Türkei verschafft ihnen zum Rückrundenstart sicherlich einen Vorteil.“ Einen anderen Klub würde er sich jedoch wünschen: „Persönlich würde ich es Twistringen am meisten gönnen.“