Der Aufstiegstraum platzt
„Schwierig, Worte zu finden“, sagte ein sichtlich enttäuschter Lukas Foelsch nach dem Abpfiff. Der Spielertrainer rang um Fassung, fand dann aber eine ehrliche Analyse: „Wir haben über das ganze Relegationsspiel nicht den besten Fußball gespielt. Leider ist es so, und wir sind deswegen dann auch nicht aufgestiegen.“
Früher Doppelschlag bringt Singen zurück ins Spiel
Dabei hatte Holzhausen mit dem 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel eigentlich eine gute Ausgangslage. Doch im Rückspiel zeigte sich früh, dass Singen fest an die Wende glaubte. Vor 1500 Zuschauern sorgte Abdoulie M'Boob in der 28. Minute für das 1:0, nur zwei Minuten später traf Atakan Koyuncuoglu zum 2:0. Der Vorsprung aus dem Hinspiel war damit bereits nach einer halben Stunde aufgebraucht.
„Singen hatte Ideen, hatte einen klaren Plan. Der ging auf“, so Foelsch. Holzhausen hingegen tat sich schwer, ins Spiel zu finden – zu passiv in den entscheidenden Räumen. „Wir waren ein bisschen ideenlos mit Ball und gegen den Ball“, bekannte der Trainer selbstkritisch.
Verunsichert, fehleranfällig, chancenlos
Auch in der zweiten Halbzeit fand der FC nicht zu seiner Sicherheit. Zwar versuchte das Team, sich zu stabilisieren, doch die Unsicherheiten blieben. In der 66. Minute war es erneut Volkan Bak, der für Singen auf 3:0 stellte – das Spiel war damit komplett gedreht.
Trainer Foelsch sah den Unterschied klar auf Seiten der Gastgeber: „Die Qualität von Singen vorne mit dem M’Boob war dann zu gut gegen uns.“ Gemeint ist Abdoulie M’Boob, der mit seiner Dynamik und Torgefahr über die gesamte Partie hinweg ein ständiger Unruheherd war.
Späte Hoffnung und dramatische Schlussphase
Dennoch gab sich der FC Holzhausen nicht auf. In der 89. Minute traf Vladan Djermanovic zum 1:3 und brachte sein Team in die Verlängerung. In dieser Phase keimte noch einmal Hoffnung auf, doch sie sollte nicht lange halten. Zwar musste Singen ab der 114. Minute in Unterzahl spielen – Jonas Zimmermann sah die Rote Karte – doch Holzhausen konnte den Vorteil nicht nutzen.
Im Gegenteil: In der letzten Minute der Verlängerung verwandelte Alieu Sarr einen Foulelfmeter zum 4:1, unmittelbar darauf stellte erneut M’Boob mit dem 5:1 (121.) den Endstand her. Damit war die Partie endgültig entschieden. Holzhausen war geschlagen – sportlich wie emotional.
Foelsch: „Tut weh, tut sehr weh“
Lukas Foelsch zeigte sich nach der Partie tief enttäuscht, aber auch bemerkenswert reflektiert. „Wir haben aus unserer Überzahl einfach zu wenig gemacht. Wir haben nicht sauberen Fußball gespielt“, sagte der Coach.
Im Rückblick auf das Gesamtergebnis betonte er: „Singen hat sich das auch verdient, weil sie immer dran geglaubt haben im Rückspiel.“ Gerade die Mentalität der Gastgeber, das unerschütterliche Vertrauen in die eigene Stärke und die taktische Disziplin, seien entscheidend gewesen.
Eine Saison mit starkem Ende – aber ohne Happy End
Der FC Holzhausen hatte die Spielzeit in der Verbandsliga Württemberg als starker Vizemeister mit 72 Punkten und 93 erzielten Toren beendet. Im Hinspiel gegen Singen hatte man sich eine gute Ausgangslage erspielt – doch am Ende reichte es nicht.
„Es tut weh, es tut sehr weh. Es dauert ein paar Tage, um das zu akzeptieren. Allerdings: So ist Fußball“, sagte Foelsch. Trotz des Schmerzes warf der Trainer auch einen Blick nach vorn: „Es gilt, nächstes Jahr wieder einen neuen Versuch zu starten.“
Der Blick geht nach vorne
Auch wenn die Enttäuschung tief sitzt – die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft ist in Holzhausen gelegt. Die Mannschaft hat in der abgelaufenen Saison gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Nun gilt es, die Lehren aus der Relegation zu ziehen, sich zu regenerieren und mit neuem Mut in die kommende Spielzeit zu gehen.
Der Aufstiegstraum ist vorerst geplatzt. Doch die Geschichte des FC Holzhausen in der Verbandsliga ist noch nicht zu Ende geschrieben. Sie wird weitergehen – mit harter Arbeit, mit Rückgrat, und mit der Überzeugung, dass es beim nächsten Mal wieder anders ausgehen kann.