– Foto: Bernward Seipel

"Es geht um uns"

Am kommenden Samstag erwartet der FC Erfurt Nord die SG DJK Struth. Beide mussten in der Vorwoche eine unfreiwillige Pause einlegen. Der Wintereinbruch hatte für Spielabsagen gesorgt.

Nun geht es für alle Teams der Thüringenliga weiter im Endspurt der Hinrunde. Speziell dem FC Erfurt Nord würde dabei ein Erfolg durchaus gut zu Gesicht stehen. Die Mannschaft von Coach Stieglitz wartet schon länger auf einen Dreier und rangiert aktuell auf einem Abstiegsplatz.

Das jüngste Ergebnis von Gegner DJK Struth kann deren Trainer Benedikt Seipel allerdings auch nicht geschmeckt haben. Im Aufsteigerduell gegen Schweina kassierte seine Mannschaft mit 1:6 eine klare Niederlage. „So komisch das klingen mag: Wir hatten mehr Torabschlüsse als Schweina. Die waren an dem Tag sehr effektiv. In der ersten Hälfte hatten wir zehn Torabschlüssen und hatten als Mannschaft auch noch in der Halbzeit das Gefühl, das Spiel noch biegen zu können“, so Seipel zum letzten Match. Doch aus dem Rumbiegen wurde nichts. Im Gegenteil. Schweina zeigte sich weiter eiskalt und Struth kassierte weitere, zum Teil „schwer verdauliche“, Gegentore. „Wir waren gegen Schweina nicht effektiv. Es war ein verdienter Sieg für Schweina aber die Höhe lässt es etwas deutlicher aussehen, als es in Wirklichkeit der Fall war“, sagt Seipel. Am liebsten wäre ihm und seiner Mannschaft gewesen, man hätte die klare Niederlage direkt eine Woche später wieder geradebiegen können. Doch das Duell gegen Westvororte fiel dem Wetter zum Opfer. „Dass das Spiel ausgefallen ist, ist schade. Als Fußballer will man nach so einem Dämpfer schnell Wiedergutmachung betreiben. Wir haben uns auf das Spiel vorbereitet aber es sollte nicht sein. Jetzt wird es hinten drangehangen. Man muss die Dinge so nehmen, wie sie sind“, erklärt der 36-jährige Trainer.

Kämpfen bis zum Umfallen

Da ging es den Kicker vom FC Erfurt Nord ähnlich. Auch sie hätten in der Vorwoche lieber gezockt, mussten aber pausieren. „Es hat uns natürlich nicht geschmeckt, dass es ausgefallen ist. Wir hatten eine gute Trainingswoche, waren motiviert. Aber so ist es nun mal. Wir müssen mit der Entscheidung der Stadt Erfurt leben. Wenn die sagen, der Platz ist gesperrt, dann ist es so“, meint Nord-Coach Christian Stieglitz, der mit seiner Mannschaft ein Erfolgserlebnis gut gebrauchen kann. „Wir hatten keine gute Pause, haben schlechte Spiele gemacht und müssen uns da rausziehen. Wir haben schon oft gezeigt, dass wir die Qualität haben aber in der Thüringenliga wird eben auch jeder Fehler rigoros bestraft. Wenn man dann in so einen Strudel reinrutscht, ist man drin. Die Tabelle lügt auch nicht. Da müssen wir uns rausziehen und brauchen nichts schönreden“, sagt Stieglitz deutlich. Genauso kämpferisch wird auch die Marschroute, wenn am Samstag das Spiel gegen die SG Struth angepfiffen wird. „Struth ist eine sehr gute Mannschaft. Das wird ein richtig harter Brocken. Die wollen sicher auch ihr letztes Spiel wieder gutmachen. Wenn du im Abstiegskampf bist, darfst du nicht auf Schönspielerei setzen. Einer muss für den anderen einstehen. Kämpfen bis zum Umfallen. Wir müssen uns aus der Scheiße rausziehen. Das können nur wir selber und kein anderer. Genauso werden wir es auch angehen“, gibt Stieglitz die Richtung vor.

Bei der Vermutung, dass die Gastgeber auf Wiedergutmachung aus sind, liegt Stieglitz absolut richtig. Bisher haben die Kicker der SG Struth auch bewiesen, dass sie durchaus heimstark sind. Genau daran will Benedikt Seipel anknüpfen. „Wir als Mannschaft und vor allem ich als Trainer, machen uns oft über den Gegner Gedanken. Aber wir sind in einer Phase, in der wir uns auf unsere Stärken konzentrieren wollen. Wenn es am Samstag auf den Platz geht, geht es um uns, um unsere Stärken. Das ist unser Heimspiel. Wir haben erst zwei Heimspiele verloren. Eins zurecht, nämlich das gegen Schweina. Das andere gegen Bad Langensalza hätten wir nie verlieren dürfen. So dass wir wirklich eine Macht sind Zuhause. Das wollen wir zeigen. Den Zuschauern und uns selbst“, sagt Seipel.

Aufrufe: 024.11.2022, 20:00 Uhr
Felix BöhmAutor