
Pfeddersheim. Es dauert nicht lange, bis der begnadete Balltreter auf dem Rasen des Uwe-Becker-Stadions unter den rund 200 Zuschauern die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Schon in der zweiten Spielminute im Halbfinale des Sat-Cups seines TSG Pfeddersheim gegen den klassenhöheren TuS Mechtersheim schnappt sich der 33-Jährige den Ball und zirkelt einen Eckstoß verheißungsvoll vor das „Heiligtum“ der Rhein-Pfälzer.
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Erster Treffer im TSG-Trikot per Elfmeter
Mit Ruhe und Übersicht setzt der Neue Danny Blum seine Mitspieler auf der der linken Außenbahn im Mittelfeld in Szene. Dann, in der 33. Minute, wäre dem Linksfuß mit einer langen Profi-Laufbahn fast das 1:0 für seinen neuen Klub gelungen: Seinen fulminanten Schuss aufs kurze Eck konnte der Gäste-Keeper gerade noch so vereiteln.
Und nachdem es 1:1 nach 90 Minuten gestanden hatte, es direkt ins Elfmeterschießen ging, dürfte auch der Letzte unter den Fans erkannt haben, welch ein Ausnahmekönner da auf dem Platz stand. Nachdem die Gäste mit dem ersten Elfer am Pfeddersheimer Keeper Sören Pätzold gescheitert waren, durften auch die Hausherren erstmals ran: Alle starrten gebannt auf den Ex-Profi mit der unheimlichen „linken Klebe“. Fulminant drosch Blum das Spielgerät in die Maschen. Mit einer Heftigkeit, dass es fast egal war, ob der Keeper den Ball noch erwischt hätte. Ein Raunen ging durch die Menge, großer anerkennender Beifall brandete auf. Dieser Treffer war der Grundstein für den 5:3-Halbfinalsieg.
So taufrisch ist der Transfer mit Blum, so dass wohl nur die wenigsten vor dem Anpfiff davon erfahren haben und nun umso mehr begeistert sein dürften. „Wir kennen uns schon seit der U14“, sagt der Pfeddersheimer Cheftrainer Nauwid Amiri, Bruder des Mainzer Erstligaprofis Nadiem Amiri, nicht ohne Stolz. Und betont dabei die dicke Freundschaft der beiden, die nun endlich für den erfolgreichen Transfer gesorgt hatte. „Mit Danny werden wir die Mannschaft auf ein ganz anderes Level haben“, ist der Sportliche Leiter der TSG, Manuel Wöllner, überzeugt und schiebt nach: „Wir haben Verbandspokal und Meisterschaft zusammen im Fokus.“
Blum der zuletzt beim spanischen Drittligisten CF Intercity unter Vertrag gestanden hatte und dann einige Tage vereinslos gemeldet war, äußerte ebenfalls seine große Vorfreude auf die neue Saison: „Mit besten Freunden (als gebürtiger Frankenthaler, der dort auch aktuell wohnt, kennt er viele TSGler und deren Umfeld, Anm. d. Red.) ist es eine große Motivation, in dieser Traumwelt zu spielen.“
Große Ziele in Liga und Verbandspokal
Der Offensivspieler zeigt sich ebenso zuversichtlich, so schnell wie möglich mit der TSG zurück in die Oberliga zu kehren: „Die Mannschaft hat gute individuelle Spieler, ist charakterlich stark und wird von einem motivierten Trainerteam betreut.“ Dazu zählt er gleichermaßen Co-Trainer Frederik Tilger-Kuhn. Aber auch Blum soll als Assistenz-Coach unterstützen. Spielen wolle er noch so lange, „wie es der Körper zulässt“ und wäre anschließend einer ausschließlichen Trainerposition nicht abgeneigt.
Zuversichtlich verfolgten er und Amiri auch die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft. Der Offensivspieler hätte es dabei lieber gesehen, wenn Deutschland und Spanien erst im Finale aufeinandergestoßen wären. „Für mich sind das die besten Teams der EM.“