2024-05-24T11:28:31.627Z

Relegation
Schafft die SpVgg Moosbach (weißes Trikot) über den Umweg Relegation den sofortigen Wiederaufstieg in die Kreisklasse?
Schafft die SpVgg Moosbach (weißes Trikot) über den Umweg Relegation den sofortigen Wiederaufstieg in die Kreisklasse? – Foto: Dagmar Nachtigall

Erste Runde der Relegation AM/WEN nimmt Fahrt auf

Fünf Partien der Kreisliga- und Kreisklassenrelegation kommen von Donnerstag bis Pfingstsamstag zur Austragung

Die Punktspiele im Spielkreis Amberg/Weiden sind seit dem vergangenen Wochenende beendet, bereits am Sonntagabend hatte Kreisspielleiter Albert Kellner die Paarungen in der Relegation zur Kreisliga und Kreisklasse veröffentlicht. Von Donnerstag bis Samstag leisten nun zehn Mannschaften in fünf Matches erste Überstunden – um den entscheidenden oder den ersten Schritt zu tun, den Ligaerhalt einzutüten oder der Chance Nahrung zu geben, in der kommenden Saison eine Etage höher starten zu können. Im ersten Teil der Vorschau blickt FuPa auf die drei Partien der Kreisklassenrelegation am Donnerstag und Freitag.

Der Überblick: So läuft die Relegation im Kreis Amberg/Weiden


Donnerstag, 16. Mai, Anstoß 18.30 Uhr, Spielort Irchenrieth (Sieger ist/bleibt Kreisklassist, Verlierer erhält weitere Chance):


Nach drei Spielzeiten in der Kreisklasse musste die SpVgg Moosbach zum Ende der Saison 2022/23 die Liga verlassen und und lieferte sich eine Etage tiefer eigentlich von Beginn an einen packenden Zweikampf mit dem ASV Neustadt – beide hatten als Saisonziel „oben mitspielen“ genannt. Beide Mannschaften dominierten das Klassement deutlich und hatten sich vom Verfolgerfeld bis zur Winterpause schon auf acht (SpVgg) bzw. neun Punkte (ASV) abgesetzt. Das 4:3 im direkten Aufeinandertreffen am 24. März sollte schließlich der Felixelf ein Punktepolster gegenüber seinem Verfolger bringen, dass bis zum letzten Spieltag anhielt. Mit der beeindruckenden Bilanz von 20 Siegen, 3 Unentschieden und nur 3 Niederlagen bei einem herausragenden Torverhältnis von 93:26 hat sich die Elf des zu Saisonbeginn einsteigenden Coaches Alexander Prokein - langjähriger Spieler in der "Ersten" und Trainer der "Zweiten" bei der DJK Neustadt – die Chance nun mehr als verdient, über den Umweg der Relegation den sofortigen Wiederaufstieg in Angriff zu nehmen.

"Was sich hier in Moosbach nach dem bitteren Abstieg im vergangenen Jahr in den letzten Monaten entwickelt hat, das ist natürlich schon überragend. Auch wenn vor allem in der Rückrunde nicht alles nach Plan lief, hat sich meine Mannschaft dieses "Bonusspiel" absolut verdient. Eine gewisse Anspannung, aber vor allem Vorfreude ist bei allen im Verein spürbar. Das unterklassige Team ist in der Regel natürlich immer der Außenseiter. Wir erwarten einen kampfstarken, gut eingestellten und motivierten Gegner, der bereits Erfahrungen in der Relegation gesammelt hat, und diese sicherlich nutzen kann. Personell sind solche Spiele unter der Woche für uns eigentlich nicht ideal, wir nehmen es aber wie es kommt. Wir wollen demnach unsere Chance auf die direkte Kreisklassen-Rückkehr schon in diesem 'Alles-oder-Nichts-Spiel' nutzen und weitere nervenaufreibende und kräftezehrende "Überstunden" vermeiden, zusätzliche Motivation bietet sicherlich der letzte Spieltag der Saison 2022/23", so der 39-jährige Prokein. Hier hatte der kommende Gegner im entscheidenden Spiel in Moosbach 3:0 gewonnen, was zum Direktabstieg der SpVgg führte.

Nach denkbar unbefriedigendem Start in die Saison 2023/24 – die Teilnahme an der Relegation nach Ende der Spielzeit zuvor hinterließ ihre Spuren – mit vier Niederlagen in Folge, geriet die SG Störnstein/Wurz von Beginn sofort wieder in eine Tabellenregion, von der sie sich eigentlich fern halten wollte. Dass die Crew um Kapitän Simon Schönberger dennoch auf sicherem Untergrund dann den Jahreswechsel feiern durfte, war einer Art Schlussspurt mit fünf Spielen ohne Niederlage vor der Winterpause geschuldet. Man hoffte, den vor der Winterpause erzeugten Schwung dann mit in die Restrückrunde nehmen zu können, wie Trainer Gerd Bauer im kurzen Statement erklärte: "Nach dem Relegationsmarathon am Ende der letzten Saison war der holprige Start beinahe zu erwarten. Allerdings haben wir uns nun Stabilität und Effizienz angespielt und sind auf einem guten Weg. Das erklärte Ziel bleibt nach wie vor der Nichtabstieg. Wenn es ganz gut läuft, dann gerne auch mal ohne Relegation." Leider erfüllt sich sein Wunsch nicht. Nach einem dramatisch, für die SG fast schon tragisch verlaufenden finalen Saisonspiel bei der DJK Neustadt stand fest: Erneut muss man kräfteraubende Überstunden absolvieren, um die Liga zu halten. Dabei hatten die Bauer-Mannen 75 Minuten deutlich das Geschehen bestimmt und verdient mit 2:0 geführt, ehe sie sich in den letzten Minuten noch die Butter vom Brot nehmen ließen und zwei Gegentreffer kassierten.

"Trotz des dramatischen Ausgangs der Saison bin ich vom ungebrochenen Willen der Mannschaft überrascht", sagt SG-Trainer Gerd Bauer. "Obwohl doch einige Ausfälle zu beklagen sind, wird es uns gelingen, gegen Moosbach ein gutes Team aufzubieten", erklärt er und blickt nach der großen Enttäuschung an seiner ehemaligen Wirkungsstätte in Neustadt optimistisch nach vorne.


Donnerstag, 16. Mai, Anstoß 18.30 Uhr, Spielort Sportplatz SV Inter Bergsteig Amberg (Sieger ist Kreisklassist, Verlierer erhält weitere Chance):


Zur Winterpause noch mit sechs Punkten Rückstand zum das Klassement anführende Duo Bergsteig Amberg II/Theuern II legte die "Zweite" des Bezirkligisten SV Schmidmühlen mit der beeindruckenden Serie von sieben Dreiern und zwei Unentschieden nach der Winterpause den Grundstein dafür, dass sie nun die Möglichkeit besitzt, im kommenden Jahr eine Etage höher an den Start zu gehen. Letztlich sollten Unentschieden gegen die direkte Konkurrenz aus Ensdorf und Köfering den Ausschlag zugunsten der am Ende die Pole Position behaltenden Amberger geben, da nützte auch das 2:1 am Bergsteig am 20. April nichts, es fehlten schließlich zwei Punkte, um den ganz großen Coup in Form der Meisterschaft feiern zu können.

Dennoch ist man beim SVS mit dem Erreichten sehr zufrieden, wie Coach Hans Flierl im kurzen Statement erklärt: "Wir haben eine gute Saison hingelegt und gepunktet. Die Mannschaft hat sich erneut weiterentwickelt und tritt als Team geschlossen auf. Meine Jungs freuen sich auf die bevorstehende Relegation."

Nach einem 6. Tabellenplatz in der Vorsaison war das formulierte Ziel der Kreisligareserve, auch in der Spielzeit 2023/24 einen Mittelfeldplatz in der A-Klasse Nord zu belegen. Doch dann lief es besser als erwartet: Das ultimativ letzte im Spielkreis AM/WEN ausgetragene Punktspiel vor der Winterpause im Rosenberger Aicher Stadion war sogar ein Spitzenspiel, welches die TuS-Zweite gegen den Primus aus Großalbershof zwar mit 1:3 verlor, auf Platz 3 überwinternd jedoch alle Chancen behielt, am Ende die Aufstiegsrelegation zu erreichen. Mit der herausragenden Bilanz von acht Dreiern in Folge absolvierten die Hüttenstädter dann die Restrückrunde ab März und distanzierten die Mitstreiter um die Vizemeisterschaft aus Illschwang und Königstein doch mehr als deutlich.

"Der Aufstieg in die Kreisklasse war nicht unsere Zielsetzung vor der Saison, doch nehmen wir dieses Bonbon mit, wohlwissend, dass uns dann in der Kreisklasse eine brutal schwere Saison bevorstehen würde. Aufgrund der Siegesserie nach der Winterpause hat es sich das Team verdient, am Ende auf Platz 2 zu landen. Während der ganzen Saison haben wir von einem großen, ausgeglichenen Spielerkader profitiert, sodass Verletzungen aufgefangen werden konnten. 35 eingesetzte Spieler bei den Punktespielen machen das deutlich. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem wohl die Tagesform und Kleinigkeiten entscheidend sein werden. Wir wollen trotzdem dem Gegner unser Spiel aufdrücken und unseren Matchplan umsetzen. Wir sind bestens gerüstet und werden topmotiviert ins Spiel gehen, um den Sieg zu erreichen, um so weitere Relegationsspiele zu vermeiden. Solche Spiele hat man in seiner Fußballkarriere nicht oft, deswegen sollen die Jungs dieses Spiel auch ein Stück weit genießen", so TuS-Coach Frank Kokott.


Freitag, 17. Mai, Anstoß 18.30 Uhr, Spielort Dießfurt (Sieger ist/bleibt Kreisklassist, Verlierer erhält weitere Chance):


Mit einem 4:0 gegen die SG Wurz/Störnstein sicherte sich die zweite Mannschaft von „Upo“ im Frühsommer 2023 den erstmaligen Aufstieg in die Kreisklasse, nachdem man die Saison in der A-Klasse Nord als Vizemeister abgeschlossen hatte. Die Priorität der von Rainer Greger gecoachten Jungs lag nun darauf, die Liga im ersten Jahr zu halten. Zu Beginn der Winterpause – man rangierte mit 22 Punkten auf der Habenseite auf Platz 8 – zog man ein erstes, zufriedenstellendes Resümee: „Wir sind über die Relegation aufgestiegen und haben uns bisher als Aufsteiger gut präsentiert. Die Leistungen waren noch etwas schwankend, so dass wir wichtige Punkte gerade gegen Mitkonkurenten liegen gelassen haben. Trotzdem bin ich sehr stolz auf die Jungs, da es für uns als Zweite mit Blick auf die angespannte Personalsituation nicht einfach ist. Die Liga ist sehr ausgeglichen, so dass wir noch einige Punkte sammeln müssen. Hilfreich wäre da natürlich ein guter Start in die Restrunde", sagte Coach Rainer Greger. Den allerdings setzte seine Mannschaft in den Sand, nur ein Punkt aus den ersten fünf Partien des neuen Jahres warf die SG zurück. Wohl gelangen bis zum Saisonende noch zwei Siege, was sich letztlich aber – eine Sondertabelle, in der die direkten Duelle untereinander zwischen den punktgleichen SC Schwarzenbach, SV Riglasreuth und eben der SG Upo II/Gebenbach II gewertet wurden, brachte Klarheit – als zu wenig erwies. Während die Konkurrenz den direkten Klassenerhalt feiern durfte, muss "Upo II"/Gebenbach II in die kräfteraubende Relegation.

"Leider sind wir nach der Winterpause zu spät aufgewacht und haben uns durch unnötige Punktverluste in die Relegation gebracht. Jetzt geht es gegen den SV Wildenreuth, um die Kreisklasse zu halten. Eine Mannschaft, die mit die A-Klasse West dominiert hat und ihre Stärke in der Offensive findet. Jeder weiß, dass Relegationsspiele schwer sind und so ist ein spannendes Match zu erwarten. Für uns ist wichtig, defensiv gut zu arbeiten und im Abschluss effektiv zu sein. Leider fehlen uns einige Spieler aus privaten Gründen. Aber ich bin sicher, falls wir unser Potenzial abrufen, haben wir gute Chancen, das Spiel zu gewinnen", sagt Rainer Greger, Coach der Reserve aus Ursulapoppenricht und Gebenbach.

Es ist schon eine außergewöhnliche Geschichte, die der SV Wildenreuth in den letzten Jahren geschrieben hat. Hatte sich die Mannschaft zum Ende der Saison 2012/13 komplett aus dem Spielbetrieb verabschiedet, kehrte sie sechs Jahre später wieder zurück und entfachte im Ortsteil von Erbendorf eine wahnsinnige Euphorie, die auch dem geschuldet war, dass die wiederauferstandenen Kicker nach Platz 9 in der B-Klasse zum Ende der "Coronasaison" in der darauf folgenden Spielzeit schon die Meisterschaft errangen. Nach einem erneuten Rang 9 in der ersten Saison A-Klasse gelang den Jungs von Coach Thomas Bayer (36) bereits im zweiten Jahr eine dicke Überraschung, mit der beeindruckenden Bilanz von 18 Saisonsiegen, 2 Unentschieden und nur 4 Niederlagen schloss die Elf um Ligatorjäger Daniel Hofmann (22 Tore) die Spielzeit auf Platz 2 ab und hat nun die große Chance, ab Juli sogar in der Kreisklasse dem runden Leder hinterherjagen zu können.

"Wir vom SV Wildenreuth sind in erster Linie stolz und glücklich über das Erreichte in der Saison. Niemand hätte uns zu Saisonbeginn prophezeit, dass wir ganz oben mitmischen könnten nach unserem 9. Platz in der Vorsaison. Man darf ja auch nicht vergessen, dass es uns erst seit unserer Neugründung 2019 überhaupt wieder auf der Fußballlandkarte gibt. Die ständige Entwicklung der Mannschaft, der Teamgeist und die Begeisterung in unserem kleinen Dorf ist jetzt schon unser größtmöglicher Erfolg. Umso größer ist aber auch die Vorfreude auf die anstehende Relegation mit dem Spiel am Freitagabend. Wir hoffen auf eine großartige Unterstützung unserer zahlreichen Fans und wollen ab Minute 1 alles, was in uns steckt, auf den Platz bringen und unserem sicherlich favorisierten Gegner Paroli bieten. Wir hoffen auf ein faires und gutes Spiel vor zahlreichen Zuschauern und natürlich auf das bessere Ende für uns", so Trainer Thomas Bayer, der während der Saison 2019/21 die Mannschaft übernommen hatte und sie bis heute auf ihrem Erfolgsweg begleitete.

Aufrufe: 015.5.2024, 15:30 Uhr
Werner SchaupertAutor