2026-03-05T07:49:35.839Z

Spielbericht

Erst Comeback, dann der Dämpfer

Im Kellerduell zwischen der BSG Wismut Gera und dem SV Borsch 1925 trennten sich beide Teams zum Auftakt ins Pflichtspieljahr mit einem turbulenten 3:3 (1:2).

von André Hofmann · 18.02.2026, 15:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: © Björn Roddeck

In einer Partie mit echtem Achterbahncharakter dürfte der Punktgewinn am Ende vor allem den Gästen aus Westthüringen weiterhelfen, während sich das Remis für die Hausherren vom Steg nach zwischenzeitlicher Führung eher wie zwei verlorene Zähler anfühlte.

Borsch erwischte den perfekten Start. „Unser Matchplan ist in den ersten 20 Minuten voll aufgegangen“, erklärte Borsch-Trainer Andreas Mannel nach Abpfiff – und sollte recht behalten. Seine Mannschaft störte früh, setzte Wismut mit aggressivem Pressing unter Druck und profitierte von zahlreichen technischen Fehlern im Geraer Aufbauspiel. Die Hausherren wirkten fahrig, fanden kaum in die Partie und hatten große Probleme, Struktur in ihr Spiel zu bringen. Die frühe Führung für die Gäste resultierte aus einer Standardsituation: Nach einem Freistoß war Paul Rösler zur Stelle und brachte Borsch in Front. Nur wenig später legten die Gäste nach – erneut nach einem ruhenden Ball. Eine Ecke fand Tim Barnewald, der in der 20. Minute auf 2:0 erhöhte. Zwar erspielte sich Borsch keine Vielzahl hochkarätiger Chancen, wirkte jedoch deutlich aktiver, zielstrebiger und präsenter in den Zweikämpfen. Doch die Antwort der Wismut ließ nicht lange auf sich warten. Praktisch im Gegenzug patzte Borsch-Keeper Buberl folgenschwer, schlug ein Luftloch und ermöglichte Nori Hasan nach einer Schubert-Flanke den Kopfballtreffer zum 1:2 (21.). Der Anschluss brachte die Hausherren zurück ins Spiel, auch wenn bis zur Pause klare Torchancen Mangelware blieben.

Mit Wiederbeginn kippte das Momentum deutlich zugunsten der Gastgeber. „Man hat gesehen, dass Wismut fußballerische Qualität hat“, beschrieb Mannel die starke Phase der Geraer. Wismut übernahm das Spielzepter, kombinierte zielstrebiger und erhöhte den Druck. Zunächst vergaben Kießling und Kubitz noch gute Möglichkeiten, ehe in der 60. Minute der verdiente Ausgleich fiel: Wieder war es eine präzise Hereingabe von Schubert, die Kießling freistehend per Kopf verwertete. Die Wismut blieb am Drücker – und drehte die Partie nur sieben Minuten später komplett. Zum dritten Mal an diesem Nachmittag bereitete Schubert mustergültig vor, diesmal vollendete Wagner zur 3:2-Führung (67.). Das Spiel schien endgültig zugunsten der Hausherren zu kippen. Doch anstatt konsequent nachzulegen, wurde Wismut passiver. Borsch stemmte sich gegen die drohende Niederlage – und erneut war es eine Standardsituation, die den Gästen zurück ins Spiel half. Theo Marschall zirkelte einen Freistoß direkt ins Netz (76.) und stellte auf 3:3. In der Schlussphase neutralisierten sich beide Teams weitgehend. Große Torchancen blieben aus, sodass es beim letztlich leistungsgerechten Remis blieb.

Fazit: Für die Gäste fühlt sich der Punktgewinn wie ein Erfolg an. „Wir unterschreiben den Punkt und nehmen diesen gerne mit“, resümierte Mannel zufrieden. Für Wismut hingegen bleibt nach einer beeindruckenden Aufholjagd und zwischenzeitlicher Führung das Gefühl, im Abstiegskampf zwei wichtige Punkte liegen gelassen zu haben.