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Erneut großer Umbruch bei Türkgücü: »Wollen kein Fallobst sein«

Wie konkurrenzfähig ist der Tabellenletzte der Bayernliga Süd noch nach zahlreichen Winterabgängen?

von Mathias Willmerdinger · 18.02.2026, 16:45 Uhr · 0 Leser
Rainer Elfinger hat eine sehr schwierige Aufgabe mi Türkgücü München vor der Brust. Mit komplett umgekrempelten Kader soll er den Klassenerhalt in der Bayernliga Süd schaffen.
Rainer Elfinger hat eine sehr schwierige Aufgabe mi Türkgücü München vor der Brust. Mit komplett umgekrempelten Kader soll er den Klassenerhalt in der Bayernliga Süd schaffen. – Foto: Bruno Haelke

Beim Blick auf die Winter-Transferaktivitäten der Teams der Bayernliga Süd bleibt man unweigerlich bei Türkgücü München hängen. Bei den Neuperlachern hat sich fast schon traditionell wieder enorm viel getan in personeller Hinsicht. Mehr oder weniger wurde eine gesamte Mannschaft ausgetauscht. Die hohe Fluktuation macht für Cheftrainer Rainer Elfinger die ohnehin heikle Mission Klassenerhalt noch schwieriger. Wir haben uns gut eine Woche vor dem Start in die Frühjahrsrunde mit dem erfahrenen Coach unterhalten können.

Mit Ünal Tosun, Felix Thiel, Mohamed Awata oder Fatjon Celani haben Regionalliga-erfahrene Akteure das Schlusslicht der Bayernliga Süd rund um den Jahreswechsel verlassen. Der Substanzverlust ist gewaltig, aber Elfinger hat Verständnis: "Mir war zu Amtsantritt bewusst, in welcher Situation der Verein sich befindet. Türkgücü ist zum vernünftigen Wirtschaften gezwungen, da mussten wir uns leider von einigen arrivierten Kräften verabschieden." Es muss also gespart werden an der Heinrich-Wieland-Straße. Und deshalb soll oder muss es eine junge, unerfahrene Truppe richten.

Felix Thiel hat sich zum FC Sportfreunde Schwaig verabschiedet.
Felix Thiel hat sich zum FC Sportfreunde Schwaig verabschiedet. – Foto: Marc Marasescu


Elfinger nimmt die Herausforderung an: "Die Jungs ziehen gut mit, sind sehr lernwillig und wollen sich zeigen. Das ist für mich sehr spannend. Ziel ist es, die ganzen Neuzugänge schnell auf Bayernliga-Niveau zu bringen. Das ist freilich in der Kürze der Zeit nicht einfach, aber spielerisch sieht das schon recht gut aus. In den Testspielen gegen die Landesligisten Wacker München, Murnau oder 1860 Rosenheim waren wir gut dabei. Vergangenen Samstag gegen Pipinsried haben wir freilich eher weniger gut ausgesehen, aber mit Pipinsried können wir uns auch nicht messen." 1:5 musste sich Türkgücü am Valentinstag dem Aufstiegsaspiranten geschlagen geben. Kritiker werden nun sogleich die Frage nach der Konkurrenzfähigkeit stellen, aber Elfinger ist sich sicher: "Mit den hinteren Teams in der Bayernliga können wir definitiv mithalten. Wir wollen kein Fallobst sein und haben uns die Relegation zum Ziel gesetzt. Das ist bei vier Punkten Rückstand definitiv noch machbar. Alles andere wäre allerdings utopisch."

1:5: Zuletzt im Test gegen den FC Pipinsried zahlte die junge Türkgücü-Truppe Lehrgeld.
1:5: Zuletzt im Test gegen den FC Pipinsried zahlte die junge Türkgücü-Truppe Lehrgeld. – Foto: Bruno Haelke


Vorentscheidend wird sein, wie Türkgücü aus den Starlöchern kommt. Mit Hauzenberg, Nördlingen und Ismaning warten gleich zu Beginn drei Gegner, die es zu schlagen gilt, soll das noch was werden mit dem Klassenerhalt. "Da wird sich gleich herauskristallisieren, wo die Reise hingeht", meint Elfinger, der aber freilich auch weiß, dass der Zeitpunkt der Spiele eher den Gegnern in die Karten spielt: "Durch all die Personalwechsel können wir noch gar nicht eingespielt sein. Was wir aber bis dahin entwickeln können, ist ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Das soll uns tragen." Unter diesen Umständen kann Türkgücü München eigentlich nur positiv überraschen...

Die Wintertransfers bei Türkgücü München auf einen Blick:

Zugänge: Jerimiah Dosi (TSG Neustrelitz), Atakan Ege (Waldeck Obermenzing), Soufian Tauber (SV Dornach), Burhan Bahadir (FC Unterföhring), Sahin Bahadir (FC Unterföhring), Taylan Soydan (Türkspor Augsburg), Osman Doman (SV Italia 1965 München), Jonas Ngusu Luzolo (1.FC Garmisch-Partenkirchen), Rabbi Nsingi (SV Horn)
Abgänge: Mihajlo Vjestica (TuS Geretsried), Jusuf Amdouni (Vereinslos), Ünal Tosun (TSV Landsberg), Yannis Güllüyan (FC Kempten), Felix Thiel (FC Sportfreunde Schwaig), Stanislav Stankic (SVN München), Dominik Kurija (Vereinslos), Edis Redzic (Bahlinger SC), Rodriguez Fantozzi (BSG Chemie Leipzig), Mohamad Awata (FC Wacker München), Fatjon Celani (FC Kempten)