
Nach einer Rangelei während des Derbys zwischen dem FC Langengeisling III und dem FC Türkgücü Erding II prüft der BFV mögliche Maßnahmen gegen beteiligte Fans und Vereine.
Langengeisling - Mit 1:2 Toren verloren hat die dritte Mannschaft des FC Langengeisling am vergangenen Wochenende das Derby in der B-Klasse 5 gegen die Reserve des FC Türkgücü. Doch dieses Duell hat nun ein Nachspiel. Der Bayerische Fußballverband (BFV) bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung Vorermittlungen wegen Ausschreitungen auf der Tribüne.
Wie beide Clubs bestätigen, habe es kurz vor der Halbzeitpause an der Seitenauslinie zur Tribüne hin ein Foul eines Geislinger Akteurs gegen einen Gästespieler gegeben. Daraufhin hätten einige Zuschauer, die Türkgücü zuzuordnen sind, versucht, über die Bande zu springen und aufs Spielfeld zu gelangen, unter anderem der Vater des gefoulten Spielers.
Wie der FCL in einer Stellungnahme schrieb, habe der Ordnungsdienst des Vereins reagiert und deeskalierend eingegriffen. Dabei sei es zu einer kurzzeitigen Rangelei gekommen. Ein weiterer Zeuge berichtete dem Erdinger/Dorfener Anzeiger von einer „Schlägerei“, die sich zugetragen haben soll.
Wie es seitens des FC Langegeisling heißt, habe sich die Situation „nach wenigen Minuten“ wieder beruhigt, und der Ordnungsdienst habe den Zuschauern einen Stadionverweis ausgesprochen, woraufhin diese das Gelände verlassen hätten. Die Partie verlief anschließend ohne weitere Zwischenfälle. Schon während des Spiels hätten sich die Verantwortlichen beider Clubs ausgetauscht, „um die Situation aufzuklären und gemeinsam für Ruhe zu sorgen“. Abschließend betonte der FCL, dass beide Vereine ein freundschaftliches Verhältnis verbinde.
Die Ereignisse konnte auch Türkgücüs Vorsitzender Fatih Aydin so bestätigen. Allerdings beobachte er seit einiger Zeit, dass es bei den Spielen der türkischen Kraft „sehr viel hitziger geworden ist“. Unabhängig von den Vorfällen von Langengeisling sähen manche Fans des Gegners die Spiele gegen Türkgücü als Länderspiel: „Und da fallen halt immer ausländerfeindliche Worte, und auf diese Art von Provokation fallen wiederum viele unserer Fans rein. Unsere Leute sind da leicht reizbar. Es sind immer dieselben“, sagte Aydin. Und so eskaliere es aktuell des Öfteren. Aydin ist mit seinem Latein langsam am Ende, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung.
So seien auch schon einige Stadionverbote ausgesprochen worden, auch gegen einen TGE-Fan, der nun in Langengeisling beteiligt gewesen sein soll. „Nur bei Auswärtsspielen kann ich nix machen“, so Aydin. Der Verein habe auch schon den Kontakt zur Spielgruppenleiterin gesucht, um eine Lösung zu finden. „Es wird leider, auch politisch bedingt, immer mehr, dass es zu solchen Rangeleien kommt“, sagt der Vorsitzende.
Auch im Vorstand habe man sich über die Vorfälle unterhalten, „aber viel machen können wir nicht, außer sie rauszuschmeißen“. Er habe Angst davor, dass es „irgendwann einmal richtig eskaliert. Unsere Fans sind keine Engel und Türken sind sehr leicht reizbar“, betont der Vereinsboss.
Wichtig ist Aydin, dass es am Wochenende in Langengeisling keine Diskriminierungen gegeben habe und die Situation aus dem Foul heraus entstanden sei. Selbst habe er bei Türkgücü nicht Verantwortung übernommen, weil er ein großer Fußballfan sei, vielmehr habe er die Integration fördern wollen, sagt er.