
Der VfL Wolfsburg hat im Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga gegen Verfolger TSG Hoffenheim spät triumphiert. Nach einem zähen ersten Durchgang und einer deutlichen Leistungssteigerung in Halbzeit zwei setzten sich die Wölfinnen am Samstag mit 2:1 (0:0) durch. Die Treffer erzielten die Joker Lineth Beerensteyn (73.) und Smilla Vallotto (90.+1), während Valesca Ampoorter per Strafstoß (81.) zwischenzeitlich für Hoffenheim ausglich.
Die Partie begann mit einer dominanten Phase der Gäste, die das Spieltempo vorgaben und früh Chancen kreierten. Bereits nach wenigen Minuten verpasste Jill Janssens die Führung, und auch Linda Natter sowie Feli Delacauw sorgten für Gefahr. Wolfsburg tat sich schwer, Struktur in das eigene Offensivspiel zu bringen. Erst in der 32. Minute gab es durch Ella Peddemors die erste nennenswerte Annäherung an das gegnerische Tor. Torhüterin Stina Johannes hielt ihre Mannschaft mit wichtigen Paraden im Spiel – so blieb es zur Pause beim 0:0, das aus Sicht der Gastgeberinnen durchaus glücklich war.
Nach dem Seitenwechsel brachte Stephan Lerch mit Lineth Beerensteyn frische Offensivkraft – ein Wechsel, der sich bezahlt machen sollte. Wolfsburg übernahm sofort das Kommando, drängte Hoffenheim tief in die eigene Hälfte und kam zu einer Reihe von Großchancen. Cora Zicai schob den Ball aus guter Position vorbei (54.), Kessya Bussy scheiterte zweimal an der überragenden TSG-Keeperin Laura Dick (64., 67.). In der 73. Minute war der Bann schließlich gebrochen: Beerensteyn nutzte einen präzisen Pass von Bussy, setzte sich mit Tempo im Strafraum durch und drückte den Ball zum verdienten 1:0 über die Linie.
Doch Hoffenheim blieb gefährlich und kam nach einem umstrittenen Foulelfmeter durch Ampoorter (81.) zum Ausgleich. In der Schlussphase drängte Wolfsburg, angetrieben von Kapitänin Alex Popp, noch einmal mit voller Wucht. Nach der Gelb-Roten Karte für Lissan Kaut (90.) spielten die Grün-Weißen in Überzahl – und nutzten die letzte Gelegenheit: Smilla Vallotto, erst wenige Minuten zuvor eingewechselt, traf mit einem satten Schuss aus 18 Metern zum umjubelten 2:1-Sieg. Es war ihr erstes Tor in der Bundesliga und der emotionale Schlusspunkt eines intensiven Abends.
„Wir haben zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten gesehen“, sagte Lerch. „In der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht im Spiel, aber nach der Pause hat die Mannschaft eine enorme Reaktion gezeigt – mit Druck, Leidenschaft und Glaube. Das war heute der Schlüssel.“
VfL Wolfsburg: Johannes – Bergsvand, Dijkstra, Minge (88. Vallotto), Levels – Linder, Kielland (46. Beerensteyn) – Huth, Peddemors (77. Lattwein), Zicai (61. Bussy) – Popp
TSG Hoffenheim: Dick – Janssens, Diehm, Rankin, Kaut – Harsch, Ampoorter, Gloning, Douma – Delacauw, Natter (17. Steiner)
Tore: 1:0 Beerensteyn (73.), 1:1 Ampoorter (81., FE), 2:1 Vallotto (90.+1)
Gelbe Karten: – / Janssens
Gelb-Rote Karte: Kaut (90.)
Schiedsrichterin: Miriam Schwermer (Rieder)
Zuschauer: 2.953 im AOK Stadion