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Spielbericht

Erlau verpasst BigPoint im Aufsteigerduell

Der Erlauer SV Grün-Weiß hat im Aufsteigerduell des 9. Spieltages der Landesklasse 3 eine bittere Niederlage einstecken müssen.

von André Hofmann · 29.10.2025, 15:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Mila

Trotz einer engagierten Leistung und der verdienten Führung durch Heidmüller verlor die Mannschaft von Trainer Maik Lipsius am Ende mit 1:2 gegen den SV Eintracht Ifta, der in den letzten Minuten cleverer und abgezockter agierte. Damit rutscht Erlau tiefer in den Abstiegskampf, während die Gäste aus Westthüringen wichtige Punkte im Kellerduell sammeln konnten.

Schon vor der Partie hatte Lipsius gewarnt: „Ich habe auf die Schwere des Spiels mehrfach hingewiesen – und genau so kam es.“ Dauerregen, Wind und ein seifiger, tiefer Rasen machten den Platz zu einer Rutschbahn, auf der kein kontrollierter Spielaufbau möglich war. „Es war intensiv, tief, viele lange Bälle – an Kombinationsfußball war kaum zu denken,“ so der Coach. Die Gäste aus Ifta kamen besser in die Begegnung, drückten in den Anfangsminuten aufs Tempo und bestimmten zunächst das Geschehen. Erlau tat sich schwer, den Rhythmus zu finden, kam aber nach rund zehn Minuten besser in die Partie und erspielte sich erste Gelegenheiten. Robert Greiner hatte gleich zweimal die Führung auf dem Fuß – zunächst setzte er eine Direktabnahme knapp am langen Pfosten vorbei, wenig später zielte er frei im Strafraum zu hoch. Kurz vor der Pause dann die Schrecksekunde für Erlau: Nach einem langen Ball ging Greiner energisch in den Zweikampf, wurde klar getroffen und blieb verletzt liegen – der Pfiff des Unparteiischen blieb zum Entsetzen der Heimbank aus. Für Greiner kam Leon Selka, während die Gäste kurz darauf davor ihre beste Möglichkeit hatten – Fabrizio Fürst prüfte aus gut 20 Metern die Stabilität der Erlauer Querlatte (37.).

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein offenes, intensives Spiel, das zunehmend vom Kampf und vielen Nicklichkeiten geprägt war. Ifta agierte nun offensiver, hatte durch Tobias Leinhos per Freistoß (55.) die erste Chance, doch Erlau-Keeper Leicht war auf dem Posten. Dann schlug Grün-Weiß zu: Nach einem Schuss von Hellmuthäuser aus halbrechter Position, den ein Abwehrbein noch abfälschte, landete der Ball bei Heidmüller, der seine Stürmerqualitäten ausspielte und zum 1:0 einschob (60.). Das Tor gab Erlau Rückenwind – doch die Partie blieb umkämpft. Ein zweites Tor lag in der Luft, als Hellmuthäuser einen Pass in die Schnittstelle auf Selka spielte, dieser aber am Boden liegend einen Schlag ins Gesicht bekam – es kam zur Rudelbildung, der Schiedsrichter beließ es bei Ermahnungen. „Da war viel Stückwerk, viele kleine Fouls – das hat uns aufgewühlt und Ifta zurück ins Spiel gebracht,“ ärgerte sich Lipsius. In der 74. Minute fiel dann der Ausgleich: Ein Freistoß von Fürst aus dem Halbfeld segelte an den langen Pfosten, wo Johannes Menzel völlig frei stand und per Fuß zum 1:1 einschob. Erlau versuchte sofort zu antworten, drückte auf die erneute Führung und hatte durch Rudi Reinhardt die große Gelegenheit – doch Gästekeeper Björn Wallstein lenkte dessen Kopfball mit einer Glanztat an den Pfosten. Statt 2:1 für Erlau kam die kalte Dusche: In der 85. Minute kombinierte sich Ifta über Leinhos und Nico Schmidt in den Strafraum, Schmidt setzte im zweiten Versuch nach und traf zum 1:2. In der Schlussphase rettete Ifta den knappen Vorsprung mit Routine, cleverem Zeitspiel und etwas Glück über die Zeit.

Enttäuschung & Freude

Nach Abpfiff war die Enttäuschung im Erlauer Lager groß. „Es war ein Spiel, das wir in meinen Augen nicht verlieren dürfen,“ sagte Lipsius sichtlich bedient. „Normalerweise gehen wir hier als Sieger vom Platz. Ich sehe es anders als mein Gegenüber – das war kein 50:50-Spiel. Mich ärgert zudem die Inkonsequenz des Schiedsrichters: Wir mussten dreimal verletzungsbedingt wechseln, Greiner und Heidmüller wurden klar getroffen, Breuksch bekam einen Ellenbogen ins Gesicht – alles ungeahndet. Wir sind mächtig bedient.“

Eintracht-Angreifer Tobias Leinhos sah das naturgemäß entspannter: „Es war ein typisches Dorf-gegen-Dorf-Spiel auf tiefem Geläuf – kämpferisch, viel über lange Bälle. Am Ende hatten wir etwas mehr Glück und frischen Wind von der Bank. Das hat in meinen Augen den Unterschied gemacht.“