
Trotz einer engagierten Leistung und der verdienten Führung durch Heidmüller verlor die Mannschaft von Trainer Maik Lipsius am Ende mit 1:2 gegen den SV Eintracht Ifta, der in den letzten Minuten cleverer und abgezockter agierte. Damit rutscht Erlau tiefer in den Abstiegskampf, während die Gäste aus Westthüringen wichtige Punkte im Kellerduell sammeln konnten.
Nach dem Wechsel entwickelte sich ein offenes, intensives Spiel, das zunehmend vom Kampf und vielen Nicklichkeiten geprägt war. Ifta agierte nun offensiver, hatte durch Tobias Leinhos per Freistoß (55.) die erste Chance, doch Erlau-Keeper Leicht war auf dem Posten. Dann schlug Grün-Weiß zu: Nach einem Schuss von Hellmuthäuser aus halbrechter Position, den ein Abwehrbein noch abfälschte, landete der Ball bei Heidmüller, der seine Stürmerqualitäten ausspielte und zum 1:0 einschob (60.). Das Tor gab Erlau Rückenwind – doch die Partie blieb umkämpft. Ein zweites Tor lag in der Luft, als Hellmuthäuser einen Pass in die Schnittstelle auf Selka spielte, dieser aber am Boden liegend einen Schlag ins Gesicht bekam – es kam zur Rudelbildung, der Schiedsrichter beließ es bei Ermahnungen. „Da war viel Stückwerk, viele kleine Fouls – das hat uns aufgewühlt und Ifta zurück ins Spiel gebracht,“ ärgerte sich Lipsius. In der 74. Minute fiel dann der Ausgleich: Ein Freistoß von Fürst aus dem Halbfeld segelte an den langen Pfosten, wo Johannes Menzel völlig frei stand und per Fuß zum 1:1 einschob. Erlau versuchte sofort zu antworten, drückte auf die erneute Führung und hatte durch Rudi Reinhardt die große Gelegenheit – doch Gästekeeper Björn Wallstein lenkte dessen Kopfball mit einer Glanztat an den Pfosten. Statt 2:1 für Erlau kam die kalte Dusche: In der 85. Minute kombinierte sich Ifta über Leinhos und Nico Schmidt in den Strafraum, Schmidt setzte im zweiten Versuch nach und traf zum 1:2. In der Schlussphase rettete Ifta den knappen Vorsprung mit Routine, cleverem Zeitspiel und etwas Glück über die Zeit.
Nach Abpfiff war die Enttäuschung im Erlauer Lager groß. „Es war ein Spiel, das wir in meinen Augen nicht verlieren dürfen,“ sagte Lipsius sichtlich bedient. „Normalerweise gehen wir hier als Sieger vom Platz. Ich sehe es anders als mein Gegenüber – das war kein 50:50-Spiel. Mich ärgert zudem die Inkonsequenz des Schiedsrichters: Wir mussten dreimal verletzungsbedingt wechseln, Greiner und Heidmüller wurden klar getroffen, Breuksch bekam einen Ellenbogen ins Gesicht – alles ungeahndet. Wir sind mächtig bedient.“
Eintracht-Angreifer Tobias Leinhos sah das naturgemäß entspannter: „Es war ein typisches Dorf-gegen-Dorf-Spiel auf tiefem Geläuf – kämpferisch, viel über lange Bälle. Am Ende hatten wir etwas mehr Glück und frischen Wind von der Bank. Das hat in meinen Augen den Unterschied gemacht.“