2025-12-03T05:51:34.672Z

Allgemeines
– Foto: A. Städter / FuPa-Grafik

Eric Strehl: „Das Familiäre hier ist einfach etwas Besonderes“

Vier Tore beim 6:1-Heimsieg gegen die SG Hangelsberg 47 machen den 31-Jährigen vom VfB Steinhöfel zum FuPa-Spieler der Woche in Brandenburg.

Mit Leidenschaft, Teamgeist und einer engen Bindung zu seinem Heimatverein führt Eric Strehl den VfB Steinhöfel zum zweiten Sieg in Folge. Der 31-Jährige ist der FuPa-Spieler der Woche in Brandenburg. Er spricht über seine Rückkehr, seine Lieblingsrolle auf dem Platz und warum Angeln für ihn der perfekte Ausgleich zum Fußball ist.

Eine Auszeichnung mit Symbolwert

Als Eric Strehl erfährt, dass er zum FuPa-Spieler der Woche gewählt wurde, reagiert er überrascht. „Ehrlich gesagt, nicht wirklich. Klar lief das Spiel ganz gut für mich, aber gerechnet hab ich damit nicht“, sagt der 31-Jährige bescheiden. Für ihn zählt weniger die persönliche Ehrung als vielmehr der Erfolg seines Teams. „Mich freut das natürlich, aber viel wichtiger war’s und ist es mir, dass wir endlich mal zwei Siege in Folge holen konnten.“

Der Doppel-Erfolg gibt dem VfB Steinhöfel Rückenwind. Nach einer schwierigen Phase scheint die Mannschaft wieder zu alter Stärke zurückzufinden – und Strehl spielt dabei eine zentrale Rolle.

Vier Tore beim 6:1 – und doch Teamspieler durch und durch

Der 6:1-Heimsieg gegen die SG Hangelsberg 47 war ein Fußballfest für den VfB. Strehl, der vier Treffer beisteuerte, beschreibt das Spiel als Ausdruck einer starken Mannschaftsleistung. „Wir waren von Anfang an voll da, haben früh Druck gemacht, viele Zweikämpfe gewonnen und uns viele Chancen herausgearbeitet“, erklärt er.

Doch ganz ohne Kritik geht es bei ihm nicht. „Leider konnten wir, wie so oft in dieser Saison, die ersten Chancen nicht nutzen und haben das Spiel nach dem 1:1 unnötig spannend gehalten“, sagt er. Entscheidend war für ihn die Reaktion nach dem Ausgleich: „Trotzdem sind wir dran geblieben und haben uns dann belohnt. Wenn ich dazu vier Tore beisteuern kann, freut mich das umso mehr.“

„Hauptsache drin“ – über die Kunst des Toreschießens

Auf die Frage, wie er seine Tore am liebsten erzielt, antwortet Strehl: „Hauptsache drin – also eigentlich ist mir das relativ egal, eingeschoben, abgestaubt, Elfmeter oder wie auch immer.“ Dann fügt er hinzu: „Wenn ich mich jetzt aber festlegen müsste, wär’s wahrscheinlich ein schöner Freistoß oder ein Schuss außerhalb der Box.“

Damit beschreibt er die Essenz seines Spiels – effektiv, schnörkellos und immer mannschaftsdienlich.

Heimatverein und Herzensangelegenheit

Für Strehl ist der VfB Steinhöfel mehr als nur ein Klub. Es ist seine sportliche Heimat. „Ganz kurz und knapp: das Familiäre“, sagt er, als er nach dem Besonderen am Verein gefragt wird. „Hier kennt jeder jeden, man hilft sich und macht auch abseits des Platzes viel gemeinsam.“

Er hat eine tiefe Verbindung zum Verein. „Mein Elternhaus ist nicht weit vom Platz entfernt, und ich war selbst als Kind oft zum Zuschauen hier – da war’s sogar noch der alte Rasenplatz.“ Dann fügt er hinzu: „Der wird ja vielleicht irgendwann mal wieder erneuert.“

Alte Weggefährten und neue Impulse

Strehl freut sich besonders über das Zusammenspiel mit bekannten Gesichtern. „Ich freu mich natürlich vor allem, nach meiner Pause beim VfB wieder mit altbekannten Gesichtern zusammenspielen zu können – wie Robert Krips, Manu Stöcker oder Kai Schröder“, sagt er. Auch Trainer Paddy Rose, einst Mitspieler, spielt für ihn eine wichtige Rolle: „Da er mittlerweile Trainer ist, geht’s da natürlich weniger ums Spielen.“

Ein weiteres Highlight für ihn ist das Wiedersehen mit Gerard Binder: „Mit ihm hab ich den Großteil meiner Jugendausbildung bei Union Fürstenwalde absolviert und schon damals bei Steinhöfel zusammengespielt.“

Bei den Profis bewundert Strehl einen Mann, der für Ruhe und Präzision steht: „Toni Kroos. Er hat auf dem Platz Ruhe und Übersicht und kann trotzdem entscheidend sein.“

Zuhause im Zentrum

Ob defensiv oder offensiv – Strehl ist auf den zentralen Positionen zu Hause. „Auf den zentralen Positionen fühl ich mich definitiv am wohlsten und hab eigentlich auch selten woanders gespielt“, erklärt er. „In den vergangenen Jahren bei der BSG Pneumant eher auf der Sechs, bei Steinhöfel jetzt wieder häufiger auf der Zehn.“

Seine Spielweise spiegelt diese Vielseitigkeit wider: ein Mittelfeldmotor, der das Spiel lenken, aber auch selbst den Abschluss suchen kann.

Der Blick nach oben – aber mit Bodenhaftung

Mit dem siebten Tabellenplatz in der Ostbrandenburgliga ist Steinhöfel wieder auf Kurs. Doch Strehl bleibt realistisch. „Wir wollen weiter stabil punkten und uns Schritt für Schritt nach oben arbeiten“, sagt er. „Über jeden Tabellenplatz, den es zusätzlich nach oben geht, freuen wir uns natürlich.“

Wichtiger als die Tabelle ist für ihn die Entwicklung des Teams. „Wir wollen uns nicht wie in der vergangenen Saison so lange und intensiv mit der Thematik Abstiegskampf beschäftigen.“ Und auch der Pokal ist im Fokus: „Da steht am 6. Dezember die nächste, hoffentlich erfolgreiche Partie an.“

Verletzungsfrei bleiben – das wichtigste Ziel

Für die Zukunft hat Strehl klare Prioritäten. „Grundsätzlich möchte ich natürlich verletzungsfrei bleiben und der Mannschaft so oft wie möglich am Wochenende helfen“, sagt er. „Langfristig hab ich gar keine weiteren Ziele – so lang wie möglich verletzungsfrei bleiben, viele Spiele machen und dann mal schauen, wie viele Jahre noch kommen werden.“

Diese Bodenständigkeit ist typisch für ihn – kein großes Gerede, sondern der Wille, konstant Leistung zu bringen.

Familie, Angeln und die perfekte Balance

Abseits des Rasens spielt seine Familie die Hauptrolle. „Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie, besonders mit meiner Tochter – das ist der beste Ausgleich zum Fußball.“ Wenn er Zeit findet, zieht es ihn ans Wasser. „Ich geh sehr gerne angeln“, erzählt er. „Auch mit vielen Kollegen vom VfB treffen wir uns gerne am Wasser – da wird dann auch mal das eine oder andere Spiel oder eine Einheit ausgewertet.“

Zwischen Schreibtisch und Spielfeld

Beruflich steht Strehl auf einem anderen Platz: „Ich arbeite im öffentlichen Dienst – also eher Schreibtisch statt Fußballplatz, aber ein guter Ausgleich.“

Ein Spieler mit Herz und Heimatgefühl

Eric Strehl verkörpert den Amateurfußball in seiner ehrlichsten Form: bodenständig, engagiert, heimatverbunden. Seine vier Tore beim 6:1 gegen Hangelsberg sind Ausdruck seines Könnens – doch seine wahre Stärke liegt im Miteinander.

Aufrufe: 012.11.2025, 20:00 Uhr
redAutor