
Hans Eicher ärgert Vandalismus, und Erdings OB Gotz Max Gotz erklärt: Höhere Zäune helfen nichts.
Erding - Das macht ihn so richtig sauer. „Ich bin jetzt seit 45 Jahren ehrenamtlich tätig, aber irgendwann macht‘s keinen Spaß mehr“, sagt Hans Eicher. Er ist praktisch der Mister American Football Erdings, hat die Bulls zu dem gemacht, was sie heute sind: ein blühender Verein mit elf Mannschaften. Doch als er am Dienstag einen Anruf bekam, „habe ich mir nur noch gedacht: Nicht schon wieder“, erzählt er. Schon öfter hätten Unbekannte hier Unfug getrieben, „aber diesmal war es besonders schlimm“.

Wie berichtet, haben Unbekannte im Zeitraum von Montag, 21 Uhr, bis Dienstag, 19 Uhr, im Gerd-Vogt-Sportpark gehaust wie die Vandalen. Die Täter beschädigten den Umkleidecontainer der Erding Bulls. Dafür traten sie erst einmal die Tür ein. Was gar nicht nötig gewesen wäre, „denn die war sowieso offen“, sagt Eicher, denn man lagere hier ohnehin keine wertvollen Materialen. „Sobald wir hier Kartons stehen hatten, wurden die aufgerissen. Unsere Sachen sperren wir längst woanders weg“, erklärt der Bulls-Chef. „Aber denen geht’s sowieso nur ums Zerstören“, schimpft er.
Mit „denen“ meint Eicher „Gruppen, die den Sportpark zum neuen Jugendtreff gemacht haben. Die dich beleidigen, wenn du mit ihnen vernünftig reden willst“. Und die sich nicht darum kümmern würden, dass der Sportpark umzäunt ist und nur für die Vereine gedacht ist. „Aber der Zaun ist sowieso ein Witz. Der ist so niedrig, da kommt ja sogar ein Dackel drüber“, ereifert sich Eicher. „Die Fußballer haben auch schon die Schnauze voll“, sagt er.
Vergangenes Jahr hätten Unbekannte auf dem Kunstrasenplatz sogar ein Lagerfeuer entfacht. Und auch diese Woche war den Tätern offensichtlich der demolierte Bulls-Container nicht genug. Sie machten sich an zwei Fußballtoren zu schaffen und zerrissen sieben Tornetze. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 3500 Euro. „Auch die Polizisten – übrigens Beamte, die selbst lange im Fußballverein ehrenamtlich tätig waren – haben nur mit dem Kopf geschüttelt, was hier wieder passiert ist. Die Täter haben ja nichts erbeutet. Das ist reine Zerstörungswut“, sagt Eicher.
Mit höheren Zäunen werde man den Vandalismus nicht verhindern können, findet Erdings OB Max Gotz. „Wir haben in Altenerding-Süd einen Zaun von über drei Metern Höhe. Da wird dann aufgebogen oder unten durchgekrochen.“ Die Höhe sei auch mit der Gemeindeunfallversicherung abgesprochen. Ihn störe es auch gar nicht so sehr, wenn Menschen über den Zaun kraxeln, um ein wenig zu kicken. „Was mich ärgert, sind diese Zerstörungen und dass diese Leute auch noch ihren Dreck und Müll liegen lassen.“ Er werde aber den Vandalen nicht klein beigeben. Wenigstens ein kleiner Trost: Die Schäden an den Fußballtoren sind laut Gotz übrigens durch eine Versicherung abgedeckt.

Die Polizei hofft nun auf Zeugen, die sich unter Tel. (0 81 22) 968-0 melden. Eine Verbindung mit den Graffiti, die Unbekannte an öffentlichen Gebäuden, aber auch an Häusern und Autos angebracht haben (wir berichteten), sei aber nicht erkennbar, so ein Sprecher.