
Die Hälfte der Saison in der Kreisklasse A ist absolviert und eines ist schon jetzt sicher – der Kampf um die Meisterschaft wird ein dramatischer. Mindestens sieben Teams dürfen sich Chancen darauf ausrechnen. Dahinter folgt ein dünnes Mittelfeld, bevor ab Rang elf die Blicke Richtung Abstiegszone gerichtet werden müssen. In unserer Halbzeitbilanz gehen wir detailliert auf die Vorrunde ein und wagen einen Ausblick auf 2025.
In den letzten zwei, drei Wochen vor der Winterpause hat sich das Feld an der Spitze ein klein wenig auseinandergezogen, entschieden ist deshalb aber noch lange nichts. Alleine aufgrund der Tatsache, dass die Anzahl der absolvierten Partien mitunter stark variiert. Einige Teams haben sich darauf geeinigt, früher in die Winterpause zu gehen, da die Witterungsbedingungen vor allem auf Naturrasen kaum noch ansehnlichen Fußball zuließen. Von der erhöhten Verletzungsgefahr ganz schweigen.
Am besten hat der VfB Eppingen II den Herbst genutzt, um sich nach ganz vorne zu setzen. Die junge Truppe von Muti Brim hat ab Mitte September einen starken Lauf hingelegt und sich angesichts ihrer zu erwarteten Weiterentwicklung im neuen Jahr zum Topfavoriten aufgeschwungen. Der Coach ist davon überzeugt, "dass wir spielerisch die beste Mannschaft der Liga, in vielen Momenten aber noch zu grün hinter den Ohren sind." Ein Aufstieg sei alles andere als ein Muss, wie er versichert, aber dennoch hoffnungsvoll hinterherschiebt: "Es wäre ´nice to have´."
Eine ganze Reihe von Mannschaften hat das Zeug zum Aufstieg, vorausgesetzt, sie kommen an der Verbandsliga-Reserve vorbei. Allen voran der FC Weiler mit seinen 34 Punkten, der an den Eppingern vorbeiziehen würde, wenn er seine zwei Nachholpartien gewinnt. Am Steinsberg ist nach einer durchwachsenen Runde mit Rang zwölf der Glaube an die eigene Stärke zurückgekehrt.
Mit exakt zwei Punkten im Schnitt pro Partie ist der SV Tiefenbach gut dabei. Die Elf von Jason Walzel wurde vor Rundenbeginn von einigen Konkurrenten als Titelfavorit genannt und hat diese Erwartungen weitestgehend erfüllt. "Wir haben von Vereinsseite aber keinerlei Druck aufsteigen zu müssen", sagte der Coach kurz vor Vorrundenende.
Nicht vergessen darf man den SV Sinsheim und den TSV Ittlingen. Beiden fehlt bislang aber ein kleines bisschen jene Konstanz, die nötig ist, um am Ende einer langen Runde ganz oben zu stehen. Den beiden Teams hilft nur eine lange Siegesserie in der Rückrunde, wenn einen der ersten beiden Plätze belegen wollen. Da es sich beim SV allerdings um einen Aufsteiger handelt, ist dort der Durchmarsch sicher kein Muss. Beim TSV darf man mehr erwarten, schließlich ist der Absteiger nicht wirklich schlechter als in der Vorsaison zusammengestellt.
Engin Akgül versprühte nach zwei Niederlagen zum Auftakt Optimismus und das zu Recht, wie sich nach der ersten Saisonhälfte festhalten lässt. Der FC Eschelbronn hat sich von Woche zu Woche gesteigert, er überwintert im ersten Tabellendrittel und hat durchaus die Chance auf den ganz großen Coup. "Mein Ziel ist auf jeden Fall ein einstelliger Platz, im Optimalfall aber natürlich ein bisschen mehr", sagte Akgül Anfang September. Das scheint schon jetzt gelungen.

Es ist ein fließender Übergang zwischen Spitzengruppe und Mittelfeld. Für den FVS Sulzfeld, den SV Babstadt und den SV Hilsbach könnte es frühzeitig in der Rückrunde um nicht mehr allzu viel gehen. Besonders sticht ein Aspekt in der Sulzfelder Bilanz heraus, neun Unentschieden sind mit Abstand Ligahöchstwert. Danach kommen erst die Dührener mit sechs Punkteteilungen.
Tiefenbachs Trainer steht ganz oben. 20 Treffer von Jason Walzel sind der Bestwert. Dahinter folgen Jan Heller vom SV Hilsbach und Paul Reischl vom FC Eschelbronn mit jeweils 17 Toren. In Schlagdistanz zum Spitzentrio befinden sich Angelbachtals Pierre Fuentes (16) und Waldangellochs Frank Ebert (14).
Wie im oberen, ist auch im unteren Mittelfeld der Übergang zur Abstiegszone fließend. Mit etwas Luft auf die gefährdeten Ränge dürfen der TSV Waldangelloch, der TSV Zaisenhausen und der VfB Bad Rappenau in die Winterpause.
Ernst wird die Lage ab Position 14, den die SG Untergimpern unterm Weihnachtsbaum einnimmt. Der Vorjahressechste tut sich 2024/25 erheblich schwerer und hat bislang mehr als doppelt so viele Niederlagen (10) hinnehmen müssen, wie Siege feiern dürfen (4).
Beim TSV Angelbachtal soll es ab der Rückrunde ein neuer Trainer richten. Tobias Littig beerbt Steven Höhn, mit dem der Klub nicht weitermachen wollte. Beim derzeitigen Relegationsteilnehmer ist es die oberste Priorität einen Rang nach oben zu klettern. Tiefer soll es auf keinen Fall gehen.

Man könnte sogar von einer "Mission Impossible" sprechen, die auf den TSV Reichartshausen und den TSV Helmstadt II wartet. Beide haben die meisten Niederlagen kassiert und wenigsten Siege gefeiert. Dennoch ist noch nichts entschieden, geschlagen gibt sich keiner. Vor allem nicht bei der Kreisliga-Reserve des TSV, die zuversichtlich bleibt. "Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, wie wir spielen und dagegenhalten", sagte Helmstadts Trainer Simon Nuß Anfang November.
Große Veränderungen sind nicht zu erwarten. Aufgrund des offensichtlichen Talents, dass der VfB Eppingen II mitbringt, muss man ihm die Favoritenrolle für die Rückrunde zuschieben. Dagegen stehen erfahrene Teams wie Weiler, Tiefenbach oder Ittlingen, die da sein werden, sollten die jungen Fachwerkstädter stolpern.
Am anderen Ende der Tabelle brauchen Reichartshausen und Helmstadt II schon ein kleines Wunder, um den Abstieg zu verhindern. Die davor platzierten Mannschaften sind in der Breite eigentlich zu gut besetzt, um ganz unten reinzurutschen. Sicher darf sich jedoch niemand fühlen, der Fußball schreibt bekanntlich die verrücktesten Geschichten.