2025-12-03T05:51:34.672Z

Spielbericht
– Foto: Torsten Schneider

Energie Cottbus: „Wir reden über eine andere Qualität.“

Die Wollitz-Elf scheidet mit großer Moral aus dem DFB-Pokal aus.

Das ausverkaufte Haus mit 19.700 Zuschauern sollte ein echtes Erlebnis unter Flutlicht sein. Jedoch platzte der Traum das Achtelfinale des DFB-Pokals zu erreichen.



Energie mutig, aber glücklos im Abschluss

Energie spielte von Beginn an mutig mit, und verteidigte leidenschaftlich. Das mutige Auftreten wurde beinahe mit der 1:0-Führung belohnt, als Anderson Lucoqui zwar eine Grätsche von Ezechiel Banzuzi hinnehmen musste, aber Merveille Biankadi die Möglichkeit erhielt, links am Strafraum den Ball auf das Tor zu schlenzen. Schlussmann Maarten Vandevoort wurde dadurch zu einer Glanzparade gezwungen (8.).

So gingen dann die Gäste etwas unverdient in Führung. Johan Bakayoko wurde am Strafraum zu viel Freiraum gelassen, der dann ins rechte untere Eck zum 0:1 vollendete (13.). Die Hausherren spielten unbeeindruckt weiter, und versuchten ihr Glück im Angriff. Doch RB spielte es geduldig, was dann häufige Gegenangriffe zur Folge hatte. So verhinderte A. Lucoqui auf der Linie den Einschlag, als Willi Orban nach einem Eckball auf das FCE-Tor köpfte (23.).

Die darauffolgende Eckball-Situation führte zum 0:2. David Raums Vorlage nahm Christoph Baumgartner an, der im Fünfmeterraum in die Maschen köpfte (28.). Auch das 0:3 erzielte C. Baumgartner, als ein Freistoß schnell ausgeführt wurde, und er frei vor Marius Funk auftauchte, und den Schlussmann aus Nahdistanz überwand (37.).

Einwechslungen ohne erhofften Effekt

Pele Wollitz wechselte zur Halbzeit doppelt, um neue Impulse bei seiner Mannschaft zu forcieren. Stattdessen plätscherte die Partie vor sich hin, und die Hausherren kassierten das 0:4. Nach einer Vorlage von Ridley Baku ließ Ezechiel Banzuzi seinen Gegenspieler stehen, und vollendete aus gut zehn Metern (59.).

Im weiteren Verlauf ließen die Gäste den Ball in den eigenen Reihen gut zirkulieren, machten dabei aber nicht mehr als unbedingt notwendig. Energie blieb dennoch strebsam, erarbeitete sich dabei einige Ballgewinne, agierte aber im Abschluss zu umständlich. Einmal gelang aber doch etwas.

Axel Borgmann setzte sich links am Strafraum durch, zog nach innen und spielte mit viel Übersicht auf Erik Engelhardt ab, der bei seinem Flachschuss El-Chadaille Bitsshiabu tunnelte, um anschließend M. Vandevoort zum 1:4 zu überwinden. In der Nachspielzeit flog Tolcay Cigerci's Flanke in Richtung des linken Torecks, und traf dabei die Latte (90.+4).

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Die Stimmen zum Spiel:

Pele Wollitz: „Wenn man ein Pokalkrimi haben möchte, dann darf man keine ruhenden Bälle als Gegentor bekommen. Dennoch haben wir viele gute Balleroberungen gehabt. Der Sieg für Leipzig ist verdient. Dabei reden wir über eine ganz andere Qualität. Trotzdem hätte man das Ganze spannender gestalten können.“

Ole Werner: „Der Fußball geriet in den Hintergrund. Das ist sehr traurig. Was ich trotzdem sagen möchte, ist, dass ist zum einen ein Dank an Energie Cottbus und die Fans im Stadion. Das war eine sehr feinfühlige Reaktion. Das ist sehr respektvoll, wie man Energie als Verein und die Fans eben kennt. Eine aufrichtige Anteilnahme auch von mir. Es war ein verdienter Sieg für uns. Nach den ersten Minuten hatten wir ein paar Ballverluste zu viel, und Energie konnte den einen oder anderen Konter setzen. Durch unsere Tore hatten wir das Spiel doch früh entschieden.“

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Fazit: Manchmal geriet der Fußball zur Nebensache. Für einen Leipziger Anhänger konnte nicht mehr getan werden, da er nach der medizinischen Hilfe im Klinikum verstorben ist. Viel Kraft für die Hinterbliebenen. Beide Fanlager stellten zu Beginn den Support ein. Nach rund zwanzig Minuten Stille nahmen die FCE-Anhänger den Support wieder auf. Die Kulisse und der gesamte Rahmen waren großartig. Den Erfolg in der Liga könnte die Wollitz-Elf nicht in das Pokalspiel transportierten.

Aufrufe: 029.10.2025, 00:15 Uhr
René KubaschAutor