
Vor 24215 Zuschauern gab es bei nassen Platzverhältnissen zwischen Alemannia Aachen und Energie Cottbus ein kampfbetontes Match in der 3. Liga zu sehen.
Dem regnerischen Wetter zum Trotz
Energie benötigte keine Abtastphase, weil sie sofort auf das Tempo drückten. Moritz Hannemann war auf und davon, und sprintete in Aachens Strafraum. Dabei kam er auch zum Abschluss. Aber Manuel Riemann verhinderte den frühen Rückstand (3.). In den Folgeminuten lief Aachen häufig in die Abseitsfalle.
Wenn es dann doch mal brenzlig wurde, verteidigte Simon Straudi alles weg. Dafür sorgte auch sein rigoroses Stellungsspiel. Auch bei den Standardsituationen waren die Hausherren gefährlich. So ging der direkte Freistoß von Lars Gindorf knapp am langen Pfosten vorbei (24.). Auf der Gegenseite traf Tolcay Cigerci nach einem Aachener Ballverlust nur den rechten Pfosten (30.).
Energie bemüht, aber mit zu vielen Fehlern
Zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte Energie erneut in Führung gehen können. Moritz Hannemann ging in die Tiefe, um in den Rückraum zu spielen. Tolcay Cigerci brachte den Ball überlegt aufs Tor, aber Manuel Riemann parierte diesen Schuss (46.). Danach trat Jonas Oehmichen in Aktion, der aus spitzem Winkel den Ball auf das Gehäuse von Schlussmann Marius Funk brachte. Mit einer Parade wehrte der zur Ecke ab (53.). Jene Ecke brachte Oehmichen in die Mitte, wo Faton Ademi mit zu viel Platz zum 1:0 einköpfte (54.).
Ein Gegentor hatte bei Energie im Laufe der Saison wenig zu sagen, da man immer wieder Mittel und Wege fand, positiv zu reagieren. So klärten die Aachener durch Marius Wegmann einen Cottbuser Eckball auf der Linie (56.). Zum anderen vollzog Lars Gindorf einen Distanzschuss, welcher knapp über Funks Gehäuse flog (59.).
Pele Wollitz versuchte sofort zu reagieren, und brachte mit Can Moustfa und Henry Rorig frische Kräfte, die von da an für neue Impulse sorgen sollten. Doch dieser Doppelwechsel schien etwas nach hinten loszugehen. Im Aufbauspiel verloren die Gäste den Ball an L. Gindorf, der dann den Ball im Strafraum behaupten konnte. Dann gelangte das Spielgerät zu Mika Schroers, der per Chipball Marius Funk zum 2:0 überwand (62.).
Für Energie probierte später Can Moustfa aus spitzem Winkel, das 1:2 zu erzielen. Doch Manuel Riemann hielt diesen Schuss fest (67.). Machtlos war der Schlussmann dann, als ein Eckball flach in den Strafraum gelangte, und Merveille Biankadi zum 1:2 verkürzte. Der Schuss wurde noch von den Aachenern abgefälscht (84.).
Doch die Hoffnung hielt nicht lange. Wieder war es ein Eckball, der zum 3:1 für Alemannen führte. Jonas Oehmichen flankte auf der rechten Außenbahn in den Strafraum. Im selben Moment lief Marius Wegmann ein, und drückte den Ball per Kopf in die Maschen (86.). Mit dem 4:1 machte dann Jonas Oehmichen alles klar. Auf halbrechter Position nutzte der seinen Platz, sodass M. Funk keine Möglichkeit hatte, den Ball abzuwehren (90.+3).
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Die Stimmen zum Spiel:
Aachen:
Mersad Selimbegovic: „Wir sind so aufgetreten, wie wir uns das vorgenommen haben. Wir waren sehr mutig, und haben uns nicht versteckt. In der ersten Halbzeit ging es hin und her. Wir können ein Tor machen, dann kann der Gegner ein Tor machen. Für jeden Zuschauer war etwas dabei. Und es macht einfach Spaß, meiner Mannschaft zuzuschauen. Ich hoffe, dass wir so weitermachen.“
Cottbus:
Pele Wollitz: „In der ersten Halbzeit hatten wir gute Situationen, um ein Tor zu erzielen. Nach hinten mussten wir immer etwas aufpassen. Aber ich glaube, dass wir im ersten Durchgang die klareren Torchancen hatten. Dann kommen wir aus der Halbzeit, nachdem wir vieles angesprochen haben. Selten dämlich, wie man die Standardsituationen verteidigt. Ich finde, dass wir danach wieder alles versucht haben. Aachen schmiss sich in jeden Ball rein. Dann kommen wir spät zum 1:2, und bekommen erneut nach einem Standard das 1:3. Die Servicespieler von Aachen waren heute besser, als unsere Servicespieler.“
Dominik Pelivan: „Wenn man 1:4 verliert, ist es auf jeden Fall nicht unverdient. In der ersten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel. Wir hatten die Möglichkeit, auf 1:0 für uns zu stellen. Wie so oft in der laufenden Saison: Wer das erste Tor schießt, nimmt den Schwung mit. Dann bekommen wir ein dämliches Gegentor direkt nach unserem Anschlusstreffer. Am Ende hat man 1:4 verloren. Das ist viel zu hoch, was mich extrem ärgert. Die Aachener sind eine Mannschaft, die in den vergangenen Wochen gut gespielt hat. Sie haben viele zweite Bälle gespielt, und uns ein wenig den Schneid abgekauft.“
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Positiv: Das abwechslungsreiche Spiel im ersten Durchgang und in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs. Energie hatte mehrmals die Führung auf dem Fuß, und blieb auch nach dem 2:0 der Aachener am Drücker.
Negativ: Die vier Gegentore im zweiten Durchgang waren vermeidbar. Dass zwei Tore nach einem Eckball fallen, mag vielleicht an der mangelhaften Zuordnung liegen. Aber im Aufbauspiel den Ball herzuschenken, ist viel zu einfach.
Fazit: Dennoch ist diese Niederlage kein Beinbruch für Energie. Vielleicht in der Höhe etwas zu deutlich. Die erste Halbzeit war solide. Aber die Chancenverwertung muss wieder zwingender werden. Anerkennen ist auch, dass der Gegner seine Qualität auf dem Platz umsetzen konnte, und die Fehler von Energie konsequent ausnutzte. Die zweiten Bälle wurden von den Hausherren konsequent gespielt. In dieser Disziplin war Energie in der Vorwoche gegen Hansa Rostock zu schwach, und schaffte es vielleicht auch aus diesem Grund nicht, als Sieger vom Platz zu gehen. Doch mit mehr Konzentration wäre in Aachen zumindest ein Punktgewinn möglich gewesen. Wenn die Lausitzer die richtigen Lehren aus diesem Spiel ziehen, werden sie rasch wieder erfolgreich sein.