Energie Cottbus: „In Bezug auf die Mentalität sind wir das beste Team“
Die Lausitzer mit dicken Ausrufezeichen in der 3. Liga in Köln.
von René Kubasch · Gestern, 23:01 Uhr · 0 Leser
– Foto: Imago ImagesIm Duell zwischen Viktoria Köln und Energie Cottbus in der 3. Liga erlebten die 4536 Zuschauer ein kampfbetontes Spiel beider Mannschaften, sodass man schnell merkte, dass es durchaus für beide Teams noch um etwas zu gehen schien.
Energie knüpft an Sieg gegen Essen an
Jedoch konnte Pele Wollitz nicht ganz seine Siegerelf vom vergangenen Spieltag beim 5:3-Heimsieg gegen Rot-Weiß Essen in Köln aufbieten. Dominik Pelivan musste verletzungsbedingt daheimbleiben. Für ihn rückte Merveille Biankadi in die Startelf.
Energie stand hoch, was gleichbedeutend damit war, dass man die Kölner nicht ins Spiel kommen ließ. Dazu hatte man eine Dominanz walten lassen, die dazu führte, dass der Gegner rasch in der eigenen Defensive gebunden war. Energie machte permanenten Druck, was sichtlich das eigene Tor entlastete.
Nur einmal wurde es gefährlich, als Benjamin Zank in den Strafraum drang, um den FCE-Schlussmann zu überwinden. Doch King Manu trennte mit seinem Tackling mit einer Ballberührung den Gegenspieler vom Ball (10.). Auch Köln verteidigte robust. So tat es Verthomy Boboy, als er Tolcay Cigerci vom Ball trennte (15.).
Dann flankte Merveille Biankadi in den Strafraum. Jedoch wurde dies zu einem gefährlichen Torschuss, weil der Ball die Oberkante der Latte streifte (15.). Wenig später ging Energie mit 1:0 in Führung. Marius Funk tätigte einen weiten Abschlag, welcher beim Schlussmann, Arne Schulz, landete. Der Kölner kam aus seinem Kasten, und klärte unter Bedrängnis per Kopf. Allerdings geschah dies nur unzureichend, da Erik Engelhardt schnell schaltete, und ins rechte untere Eck abschloss (18.).
Etwas später war das 0:2 möglich, als Energie einen Eckball kurz spielte, und Lukas Michelbrink auf Tolcay Cigerci flankte. Dessen Kopfball lenkte Schlussmann Schulz über die Latte (24.). Danach wurde Robin Velasco's Torschuss von M. Funk vereitelt, da dieser schnell nach unten abtauchte und den Ball aufnahm (29.). In den verbleibenden Spielminuten der ersten Halbzeit verteidigte Energie sehr diszipliniert das eigene Tor, sodass die Halbzeitführung in Ordnung ging.
Energie unter Druck, dann mit entscheidenen Entlastungen
Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten die Lausitzer arge Probleme, die Struktur der ersten Halbzeit auf den Platz zu bekommen. Die Kölner kamen wie ausgewechselt aus der Kabine, und machten ordentlich Druck, sodass der FCE immer mehr in der eigenen Defensive gebunden war. So kamen die Hausherren nach einem Eckball zu einer verheißungsvollen Torchance. Taylan Duman brachte das Spielgerät per Direktabnahme auf Funks Kasten. Beim Klärungsversuch fälschte Merveille Biankadi an den Pfosten ab (49.). Bei R. Velasco’s Schuss im Strafraum zeichnete sich dann wieder der FCE-Schlussmann aus (65.).
Um das eigene Spiel wieder in eine positivere Richtung zu lenken, wechselte Pele Wollitz mit Henry Rorig, Tolga Cigerci und Mladen Cvjetinovic Erfahrung und Routine ein. So war dann Köln nur noch einmal dem Ausgleich richtig nahe, als Robin Velasco im Strafraum den Torabschluss suchte. Aber M. Funk verhinderte mit seiner Parade etwas Schlimmeres (65.). Dann setzte sich auf der Gegenseite Axel Borgmann auf der linken Außenbahn durch. Den Torschuss brachte er auf den langen Pfosten. Dort flog der Ball rechts unten am Außenpfosten vorbei (66.).
In der Schlussphase drangen die Kölner weiterhin auf das FCE-Tor. Dabei wurde es aber immer weniger zwingend, da die Gäste dank der Einwechslungen wieder zu mehr Stabilität gefunden haben. Darüber hinaus entschied ein Konter diese Partie. Mladen Cvjetinovic bewies viel Übersicht und Ruhe, als er rechtsaußen den Ball lang nach vorne spielte. King Manu erlief den Ball und dribbelte in den Strafraum, um flach ins lange Eck zu vollenden (74.).
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Die Stimmen der Beteiligten:
Marian Wilhelm (Köln): „In den ersten zehn Spielminuten kam Cottbus mit einer unfassbaren Wucht auf den Platz. Wir mussten viel aushalten, ließen in dieser Phase aber keine echte Torchance zu. Das Gegentor ist etwas Slapstick gewesen. Es fiel in einer Phase, in der wir besser ins Spiel gekommen sind. Nach dem 0:1 ging das Spiel über die restliche Spielzeit in unsere Richtung. Ich weiß nicht, wann Cottbus so viele Torchancen gegen sich hatte. Zur zweiten Halbzeit kommen wir gut raus. Hut ab vor den Jungs. Es macht mich unfassbar stolz, da es eine der besten zweiten Halbzeiten ist, die wir gespielt haben. Am Ende ist es das, was Cottbus ausmacht, weil sie diese beiden Situationen zu den Toren nutzten.“
Pele Wollitz (FCE): „Aufgrund der ersten fünfundzwanzig Minuten der zweiten Halbzeit war der Sieg sehr glücklich. Wir waren passiv, und hatten keine Spielkontrolle. Nach den Einwechslungen haben wir mehr Sicherheit und Struktur gefunden. In der ersten Halbzeit fand ich richtig gut, wie wir angefangen haben. Es war gegen eine gute Viktoria, die sehr intensiv gespielt hat. Für die zweite Halbzeit habe ich Themen, die uns heute zumindest vom Ergebnis her mehr Probleme hätten bringen können. Aber man benötigt solche Spiele, um am Ende ganz oben dabei zu sein.“
King Manu (FCE): „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel Analyse betrieben und dabei oft miteinander gesprochen, wo unsere Fehler liegen. Wir haben das aufgearbeitet und sind jetzt zum Glück in der Endphase der Saison noch abklärter geworden. Vielleicht hätten wir vor ein paar Wochen solch ein Spiel noch verloren, da wir in der zweiten Halbzeit die ersten zwanzig Minuten nicht optimal im Spiel drin waren. In Bezug auf die Mentalität sind wir die beste Mannschaft. Zu jeder Zeit des Spiels war mir klar, dass wir den Sieg holen würden.“
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Positiv: Besonders in der ersten Halbzeit trat der FCE sehr dominant auf, und unterstrich damit, dass man nach dem Kraftakt aus dem Spiel gegen Essen jetzt noch mehr machen möchte.
Negativ: In den ersten zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit kam man nur schwer ins Spiel. Der Zugriff auf den Gegner ging dabei fast komplett verloren.
Fazit: Die Wechselspieler erwiesen sich einmal mehr als den richtigen Schwung, und sorgten mit dafür, dass der Schalter wieder umgelegt wurde, und man dazu sogar noch die Führung ausbaute, was zu mehr Sicherheit in der Endphase geführt hat. So kann man mit vollem Selbstvertrauen zum MSV Duisburg fahren (So., 3. Mai 2026, um 13:30 Uhr).