2026-03-05T07:49:35.839Z

Spielbericht

Energie Cottbus: „Ich hatte nie große Sorge“

Der FCE kommt im Derby der 3. Liga gegen den FC Hansa Rostock nicht über ein Remis hinaus.

von René Kubasch · Heute, 21:28 Uhr · 0 Leser
– Foto: Schneider Torsten

Vor 18359 Zuschauern wurde zwischen dem FC Energie Cottbus und dem FC Hansa Rostock ein überschaubares Duell in der 3. Liga in Bezug auf die Offensive geboten. Aber so ereignislos wie dieses Duell zunächst erschien, war es dann doch nicht.

Hansa mit soliden Start - Energie mit mehr Kontrolle im weiteren Verlauf

Zunächst sah man die Rostocker aufgrund der Fünferkette defensiv eingestellt. So ging Energie rasch voran, um die Rostocker permanent zu beschäftigen. Einen ersten Torversuch unternahm Kapitän Axel Borgmann, als der Ball nach schöner Kombination nur am Außennetz landete (6.). Zum anderen wurde Tolcay Cigerci schnell zum Dreh- und Angelpunkt des Energiespiels. In halbrechter Position setzte er Merveille Biankadi in Szene, der im Strafraum mit viel Übersicht querlegte. Jedoch verpasste Erik Engelhardt den Ball am zweiten Pfosten nur um Haaresbreite (11.).

Bei den Gästen tat sich immer wieder Maximilian Krauß hervor, der besonders nach Ballverlusten von Energie den Weg in die Spitze fand. Entweder zog er durch die Mitte, oder sorgte auf der linken Außenbahn für Wirbel. In einer Situation rutscht ihm der Ball bei einer Flanke etwas über den Schlappen, sodass das Spielgerät knapp neben dem Pfosten landete (13.).

Im weiteren Verlauf fand das Geschehen oft zwischen den Strafräumen statt. Große Torgefahr gab es dabei nur noch selten. Erst nach einer halben Stunde tat die Brinkmann-Elf wieder etwas für die Offensive. Jetzt war M. Krauß sogar auf dem rechten Flügel zu finden. Wieder war es ein Cottbuser Ballverlust, welchen er für ein schnelles Dribbling in den Cottbuser Strafraum nutzte. Schlussmann Marius Funk hatte er bereits umkurvt, aber King Manu war zurückgeeilt, und spitzelte ihm das Spielgerät vom Fuß (33.).

Offener Schlagabtausch bleibt aus - Wenig gelbe Karten im ganzen Spiel

Zu Beginn des zweiten Abschnitts passierte erst einmal wenig. Zwar kurbelte Energie das Spiel an, verzeichnete dabei aber wenig Torgefahr. Erst als Axel Borgmann halbhoch in den Strafraum flankte, versuchte Tolcay Cigerci, den Ball artistisch auf das Cottbuser Tor zu bringen. Schlussmann Benjamin Uphoff musste aber nicht eingreifen, da das Spielgerät über Hansas Kasten hinwegflog (61.). Kurz danach hätten die Gäste nach einem Eckball beinahe die Führung erzielt. Aber Ahmet Gürleyen köpfte knapp am linken Pfosten vorbei (63.).

In der zweiten Halbzeit waren die großen Torchancen beider Mannschaften dennoch Mangelware. Energie kam nur noch einmal gefährlich vor das gegnerische Tor. Lukas Michelbrink setzte A. Borgmann in Szene. Der Kapitän ging im Strafraum in halblinker Position, und brachte den Ball mit einem Schlenzer auf den Kasten von B. Uphoff. Jedoch flog der Ball einige Zentimeter über den Querbalken. Auch die Rostocker versuchten noch einmal, zum Erfolg zu kommen. Der Ball kam rechts am Strafraum rein. Christian Kinsombi stand blank am zweiten Pfosten, der den Ball um Zentimeter neben den Kasten setzte (83.). In der Nachspielzeit sah Lukas Michelbrink für ein erneutes Foul die Gelb-Rote Karte (90.+1).
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Die Stimmen zum Spiel:

Energie Cottbus


Pele Wollitz: „Wir wollten keine Fehler machen. Ich finde, dass wir in der ersten Halbzeit bis zumm Übergang sehr ordentlich waren. Aber im letzten Drittel haben wir immer die falschen Entscheidungen getroffen. Die Rotationen auf unseren Außenbahnen waren nicht gegeben. In der zweiten Halbzeit waren wir zu mutlos. Deshalb bin ich mit dem Punkt zufrieden.“

Anderson Lucoqui: „Ich finde, dass der Gegner nur dann kam, wenn wir ein paar Fehler gemacht haben. Sonst hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel im Griff hatten. Ich hatte nie große Sorge, dass wir in Rückstand geraten würden. Außer als wir etwas leichtfertig mit den Situationen umgegangen sind. Ich bin etwas unzufrieden mit dem Punkt. Aber in einer langen Saison kann es trotzdem ein wichtiger Punkt sein. Trotzdem konnten wir den Gegner weiter auf Abstand halten.“

Axel Borgmann: „Im Grunde bin ich mit dem Punkt zufrieden. Trotzdem hätten wir gerne das Spiel gewonnen. Aber wenn man das Spiel gesehen hat, und es war das dritte Spiel in der englischen Woche, trotzdem haben wir einiges richtig gemacht. Wir können und müssen mit dem Punkt leben.“

Hansa Rostock

Daniel Brinkmann:
„Wir haben ein intensives, aber nie unfaires Spiel gesehen, in dem beide Mannschaften kontrolliert, aber nicht mit dem allerletzten Risiko gewinnen wollten. Ich bin mit meiner Mannschaft in Summe sehr zufrieden, dass wir unheimlich wenig an Chancen weggegeben haben. Was aber nicht leicht ist gegen Cottbus. Es ist eine der Mannschaften, die im letzten Drittel sehr zielstrebig sind und gute Entscheidungen treffen. Unser Plan ist gewesen, situativ hoch zu pressen, aber auch zu Umschaltmomenten zu kommen, die dann auch eingetreten sind. Ich glaube schon, dass wir einen Tick mehr die besseren Torchancen hatten. In Summe sind wir mit diesem Spiel und dieser Woche zufrieden.“

Maximilian Krauß: „Es ärgert ein wenig, dass wir heute kein Tor geschossen haben. So gut wir defensiv standen, hätte es auch ein Sieg für uns werden können.“

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Positiv:
Beide Teams wollten taktisch das Spiel gewinnen. Dabei ging es über weite Strecken der Begegnung sehr fair zu. Bis auf wenige Wackler und Ballverluste fand Energie im Laufe der ersten Halbzeit zu seiner Stabilität zurück, und ließ dabei defensiv kaum noch etwas anbrennen.

Negativ:
Das Offensivspiel der Hausherren war nicht so druckvoll wie sonst. Zwar lief der Ball bis zum Strafraum einwandfrei, jedoch wurden die zweiten Bälle nicht gut genug festgemacht. Neben dem Platzverweis für Lukas Michelbrink muss Pele Wollitz jetzt auch um die angeschlagenen Spieler Dominik Pelivan und Tolga Cigerci bangen. Beide mussten verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Fazit:
Zwar fehlte Energie etwas die Kraft, um das Spiel für sich zu entscheiden, aber dafür wurde der Punkt mit einer stabilen und konzentrierten Abwehr gesichert. An Simon Straudi und King Manu gab es fast kein Vorbeikommen. So kann man trotz alledem frohen Mutes in die nächste Partie bei Alemannia Aachen gehen.