
Vor 12043 Zuschauern gab es zwischen dem FC Energie Cottbus und dem SSV Ulm ein eher mäßiges Spiel der 3. Liga zu sehen. Ein paar Höhepunkte gab es im Spielverlauf trotzdem.
Energies Bemühungen verpuffen schnell
Der Beginn der Partie aufseiten von Energie ließ zunächst ein schönes Offensivspiel erhoffen. Denn bereits in der ersten Spielminute erarbeitete man sich einen echten Hochkaräter, der hätte zum frühen 1:0 führen können. Dank eines gut gedachten Steilpasses auf der rechten Außenbahn erlief sich Justin Butler diesen Ball. Auf halbrechter Position im Sechzehnerraum schloss er flach ab. Das Spielgerät ging aber knapp am linken unteren Pfosten vorbei (1.).
Energie mit mehr Schwung, aber nur halben Ertrag
Auf das 0:1 zur Halbzeit reagierte Pele Wollitz mit der Hereinnahme von Can Moustfa. Das Ziel war es, die Außenbahnen mehr zu beleben, und variabler auf beiden Flanken zu agieren. Dies ging zumindest stellenweise auf, weil Moustfa das FCE-Offensivspiel belebte und auch zahlreiche Standardsituationen herausgeholt hat. Allerdings machten seine Mitspieler zu wenig daraus.
Zur Wahrheit gehört auch, dass die Spatzen die Möglichkeit hatten, auf 0:2 zu stellen. Nach einem Eckball gelangte Dennis Dressel per Kopf an den Ball, der aber nicht vollenden konnte. Dann versuchte Luca Bazzoli beim zweiten Ball zu vollenden, aber King Manu blockte dessen Schuss entscheidend ab (62.).
Energie probierte in der Folgezeit viel, ließ aber die Konsequenz und Kaltschnäuzigkeit vermissen. So hatte Ulm fast leichtes Spiel, den eigenen Sechzehnmeterraum zu verteidigen. Dann nutzte der eingewechselte Merveille Biankadi den Platz auf dem rechten Flügel, und flankte lang auf den Kopf von Erik Engelhardt, der im Strafraum zum 1:1 ins rechte Eck vollendete (77.). Der große Sturmlauf blieb dann aber aus. Nur nach der Flanke von Axel Borgmann wurde es noch einmal gefährlich, als King Manu den Ball knapp am rechten Pfosten vorbeisetzte (95.).
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Die Stimmen der Beteiligten:
Pele Wollitz (FCE): „Wir wollten unsere Positionierung anders gestalten. Unsere Außenstürmer wollten wir klar von der Linie haben. Grundsätzlich wurde es nicht so interpretiert, wie es von uns erhofft war. Für ein Heimspiel hatten wir zu wenig Torchancen. Unsere beste Situation war nach dem 1:1, wo es eigentlich möglich gewesen ist das 2:1 nachzulegen. Insgesamt, so ehrlich muss man sein, ist es für das heutige Spiel viel zu wenig.“
Des Weiteren gab der FCE-Coach an, dass die Gründe für ein nicht ganz so optimales Spiel auch woanders liegen.
„Fakt ist, dass der Rasenplatz nicht mehr die Qualität hat. Sowieso dann, wenn es in einer Phase schnell gehen soll. Es ist unfassbar wichtig, eine gute Ballannahme zu haben. Aber wenn der Ball huppelt, und es schnell werden soll, alles etwas nervöser ist, was nachvollziehbar und menschlich ist, spielt uns der Platz nicht in die Karten. Er kann uns einiges kosten, und das ist die Realität.“
Pavel Dotchev (Ulm): „Ich habe erwartet, dass es ein sehr intensives Spiel werden würde. Ich habe bei uns etwas verändert, indem wir mit Fünferkette gespielt haben. Wir wollten unsere letzte Linie absichern, weil die Mannschaft von Cottbus schnell und brutal stark in der Balleroberung ist. Wenn sie die Räume freibekommen, dann ist es kaum zu verteidigen. Deswegen habe ich gesagt, dass eine zusätzlich spielende Kette zu haben uns guttun würde. Dies bedeutete, dass wir die Spielanteile an den Gegner übergeben müssen. Wir haben hervorragend verteidigt. Der Gegner hatte viel Ballbesitz, aber wenig Torchancen. Bei Standardsituationen, Flanken und zweiten Bällen waren sie immer wieder gefährlich. Aber vom Spiel heraus bin ich sehr zufrieden, wie meine Mannschaft das interpretiert hat.“
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Positiv: Die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit ging deshalb halbwegs auf, weil Can Moustfa nach seiner Einwechslung frischen Wind in die Partie brachte, und so die linke Außenbahn spürbar belebt hat. Eventuell hat sich damit eine verlässliche Alternative für die kommenden Ligaspiele gefunden.
Negativ: Das teilweise mutlose Auftreten in der ersten Halbzeit. Gegen das kompakte Mittelfeld der Ulmer wurde lange kein Mittel oder keine Idee gefunden, um das stabil aufgebaute Defensivkonstrukt zu knacken. Und dass nach der guten Torchance zu Beginn des Spiels, und kurz nach dem 1:1 kein richtiger Offensivschwung aufgebaut wurde, ist unerklärlich.
Fazit: Energie tritt ein wenig auf der Stelle. Seit vier Heimspielen gab es keinen Heimsieg mehr, sondern nur vier Remis. Jedoch sei anzumerken, dass das 0:0 jeweils gegen Rostock und Verl in Ordnung ging, da man in diesen Duellen gegen die direkte Konkurrenz spielte. Als Pluspunkt ist gegeben, dass die Defensive in den Heimspielen stabil steht. Nur muss die offensive Power wieder entfacht werden, damit es auch mal wieder mit den Heimsiegen klappt.