2026-05-15T09:36:57.455Z

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Energie Cottbus: „Es waren viele Ungenauigkeiten dabei“

Sensation in der Lausitz: Der Oberligist VfB Krieschow holt den Landespokal. Im Finale wird der Vizemeister der 3. Liga und Aufsteiger in die 2. Bundesliga bezwungen.

von René Kubasch · Heute, 16:08 Uhr · 0 Leser
– Foto: Schneider Torsten

Energie Cottbus unterlag vor 10336 Zuschauern im Finale des Landespokals dem Oberligisten VfB Krieschow, der einen großen Kampf im LEAG Energie Stadion bot.

Energie mit wenig Akzenten, aber Krieschow dafür mit Effizienz

Energie kam nur schwer in diese Begegnung herein, weil Krieschow mit einer guten Taktik anreiste. Es waren die allseits bekannten Nadelstiche, die der Außenseiter setzen konnte. Insbesondere das Umschaltspiel der Koch-Elf kam in der ersten Halbzeit häufiger zum Tragen. Nadelstichartig wurden Konter gesetzt, welche zumeist über den gut aufspielenden Miguel Rodrigues Pereira liefen.

Der VfB hatte nicht viele Torchancen in der ersten Halbzeit, ging aber dennoch mit 1:0 in Führung. Eine Flanke flog hoch in den Fünfmeterraum hinein, welche Schlussmann Max Böhnke nicht zu greifen bekam. So lenkte sein Teamkollege Henry Rorig den Ball ins eigene Netz (11.). Dann war bald das 0:2 möglich, als Krieschow nach einem Konter den Torabschluss über Jannis Fuchs suchte, der aber knapp am Pfosten vorbeigeschossen hatte (20.).

Erst in den folgenden Spielminuten kam Energie besser in die Begegnung, ohne dabei zahlreiche Torchancen zu kreieren. Dennoch gab es zumindest zwei gute Möglichkeiten für die Rot-Weißen. Zuerst brachte Merveille Biankadi mit seinem Pass Jannis Boziaris in Position, der den Ball selbstbewusst auf den VfB-Kasten brachte, aber Schlussmann Sebastian Mellack vereitelte diese Chance mit einer Glanzparade (32.). Zum anderen flog eine hohe Flanke auf den zweiten Pfosten, welche der eingewechselte Lukas Michelbrink erwischte und auf das Gehäuse brachte. Erneut war Mellack da, und vereitelte auch diese Möglichkeit (45.+2).

Energie mit reichlich Vorwärtsdrang, VfB-Keeper Mellack im Mittelpunkt

Im zweiten Durchgang agierte Energie zielstrebiger. Und war dazu mehrfach im Strafraum aktiv. Tobias Gerstmann brachte dabei Can Moustfa zu Fall. Doch der Pfiff des Unparteiischen blieb aus (51.). Auch das Handspiel von Paul Pahlow im Strafraum wurde nicht geahndet (48.). Zu allem Überfluss sah dann noch Ted Tattermusch die Gelbe Karte für eine angebliche Schwalbe (54.).

Dennoch fiel der zweite Treffer für den Außenseiter zu einfach. Nach einer Kontersituation erhielt Miguel Rodrigues Pereira den Ball von Paul Pahlow. Ersterer legte quer zu Toby Michalski, der ohne Probleme zum 0:2 einschob (60.).

Doch die Röder-Elf kam im weiteren Verlauf zurück in die Partie, als Can Moustfa regelwidrig gefoult wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Merveille Biankadi sicher, als der Ball im oberen rechten Eck einschlug (72.). Kurz danach wäre sogar fast der Ausgleich geglückt, als Jonas Hofmann einen gut geschossenen Freistoß über das VfB-Tor setzte (74.).

Auch Gäste hatten die Möglichkeit, das 3:1 zu machen. Nach einer hohen Flanke schloss Martin Zurawsky per Seitfallzieher ab, der aber den FCE-Kasten verfehlte (85.). Ein paar Minuten später hätte Energie beinahe die Verlängerung erzwungen, als Ted Tattermusch nach einer Flanke am ersten Pfosten knapp scheiterte (90.). Auch Finn Heidrich hätte das 2:2 erzwingen können. Aber Sebastian Mellack vereitelte auch diesen Hochkaräter (90.+7).

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Stimmen der Beteiligten:

Tobi Röder (FCE): „Glückwunsch an Krieschow zum Pokalsieg. Wir haben eine Weile benötigt, um in die Partie zu finden. Es waren viele Ungenauigkeiten dabei. Im zweiten Durchgang wurden wir dominanter, ohne dabei reichlich Torchancen über die Wucht zu erspielen. Dabei hätten wir den einen oder anderen Elfmeter mehr bekommen müssen. Ich wünsche allen Energie-Fans, Angehörigen und Spielern einen schönen Urlaub, um die freie Zeit zu genießen. In der zweiten Liga möchten wir dann mit neuer Energie angreifen. Dem VfB Krieschow einen herzlichen Glückwunsch, und feiert den Sieg ausgiebig.“

Robert Koch (VfB): „Wir sind überglücklich, dass wir diesen Sieg erringen konnten. Wir hatten bereits in der PK vor dem Spiel andeuten lassen, dass wir nicht hierherkommen, um die Sache abzuschenken. Am Ende gewinnst du vielleicht eines von zehn Spielen. Und heute war dieser Tag gewesen. Vom Spielverlauf her sind wir hervorragend in das Spiel gekommen. Dabei hatten wir zwei gefährliche Abschlüsse in den ersten zehn Spielminuten. Folgerichtig sind wir mit einem guten Spielzug in Führung gegangen. In der ersten Halbzeit hatten wir wenig zugelassen. Dabei konnten wir selbst für Akzente sorgen. Insgesamt gesehen macht mich unsere Leistung stolz.“

Sebastian Mellack (VfB-Torhüter): „Für mich war es mit dieser Stimmung im Stadion überragend. Die Stimmung hier in Cottbus ist wirklich geil. Wir sind viele Jungs aus Cottbus, und schnappen das Ganze gerne auf. Für uns kann es in dieser Saison keinen besseren Ausklang geben. Auf jeden Fall ist es ein Erfolg des Teams. Dabei versuche ich, alles zu halten. Ich hoffe, das habe ich heute ausreichend getan. Wir haben verdient gewonnen. Ein Wunschgegner in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde ist für mich wahrscheinlich der VfL Wolfsburg, durch meine Vergangenheit bei diesem Klub.“