
Tabellenführer unter Druck: Drei Spiele vor Saisonende zählt für Evesen nur noch der nächste Sieg.
Die Ausgangslage scheint eindeutig, doch beim VfR Evesen will niemand etwas von Selbstverständlichkeit hören. Vor dem Heimspiel gegen den bereits abgestiegenen SV Heiligenfelde mahnt Trainer Burak Buruk zur Konzentration – und warnt davor, die Tabellenkonstellation falsch zu interpretieren.
„Auch wenn Heiligenfelde bereits abgestiegen ist und es tabellarisch vielleicht um nicht mehr allzu viel geht, erwarte ich trotzdem eine disziplinierte Mannschaft“, sagte Buruk vor der Partie. Der Gegner werde den langen Weg nach Evesen nicht antreten, „um sich abschießen zu lassen“.
Vielmehr rechnet der Trainer mit einem defensiv ausgerichteten Gegner. „Ich glaube, dass sie mit ihren Mitteln alles dafür tun werden, möglichst lange die Null zu halten.“ Beispiele dafür habe es zuletzt gegeben: „Gegen Twistringen haben sie beispielsweise erst in der Nachspielzeit das Gegentor kassiert.“
Für Evesen ist die Lage im Titelrennen klar definiert. Drei Spieltage vor Saisonende führt der Tabellenführer die Bezirksliga Hannover Staffel 1 mit fünf Punkten Vorsprung vor dem SC Twistringen an. Zuletzt unterstrich der Spitzenreiter seine Form mit einem deutlichen 7:0-Erfolg gegen den SV Brigitta-Elwerath Steimbke.
Trotzdem will Buruk den Fokus bewusst eng halten. „Ich sage meinen Spielern seit Wochen, dass wir nur noch Endspiele haben. Jetzt ist dieser Moment endgültig erreicht.“
Entsprechend deutlich formuliert er seine Erwartungen an die Mannschaft. „Ich fordere maximale Konzentration, höchste Fokussierung und vor allem Disziplin.“ Gerade in dieser Phase dürfe sich niemand zu sicher fühlen. „Genau das habe ich in dieser Woche auch noch einmal deutlich angesprochen.“
Die Grundlage für den bisherigen Erfolg sieht Buruk in der Konstanz der vergangenen Wochen. „Wir müssen weiterhin genau die Dinge auf den Platz bringen, die uns stark gemacht haben.“ Dann sollen auch gegen Heiligenfelde „die drei Punkte in Evesen bleiben“.
Parallel richtet sich der Blick zwangsläufig auch auf die Konkurrenz. Sollte Verfolger SC Twistringen in Sudweyhe Punkte liegen lassen, könnte Evesen bereits den entscheidenden Schritt Richtung Meisterschaft machen. „Natürlich kann es passieren, dass sich am Sonntag bereits alles entscheidet“, sagte Buruk. Trotzdem gelte weiterhin: „Wir schauen nur auf uns selbst und wollen unsere eigenen Aufgaben erledigen.“
Personell sieht die Lage dabei weitgehend stabil aus. „Lediglich Fin Alack fehlt uns aufgrund einer Sperre, ansonsten sind alle Spieler dabei“, erklärte Buruk.
Die Rollen vor dem Heimspiel sind klar verteilt. Doch gerade deshalb versucht Evesen, den Fokus hochzuhalten – weil im Saisonendspurt jeder Fehler entscheidend werden kann.