
Worms. Als der Schlusspfiff in der EWR-Arena ertönte und der 4:2 (1:0)-Heimsieg des VfR Wormatia Worms gegen Arminia Ludwigshafen amtlich war, gingen die Arme der Wormaten jubelnd nach oben. „Endlich”, schrie Interimscoach John Antuna voller Erleichterung und ballte die Fäuste, als er in die Katakomben verschwand. Von den Protagonisten des VfR fiel, wenig verwunderlich, jede Menge Druck ab, nach drei Niederlagen am Stück und den Rücktritten von Cheftrainer Peter Tretter und dessen Co Benny Früh. Dass der Sieg gegen Ludwigshafen weniger erspielt, dafür aber erkämpft wurde, spielte dabei verständlicherweise keine Rolle.
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Mittelfeldspieler Laurenz Graf, im Sommer von der Arminia nach Worms gewechselt, resümierte: „Mir fällt ein Stein vom Herzen nach den Niederlagen zuletzt.” Gemeinsam mit Luca Jensen stabilisierte Graf, der in den vergangenen Wochen auch häufig in der Abwehrreihe eingesetzt wurde, das Spiel der Wormatia, die sich sichtlich bemühte, ihren Abwärtstrend zu stoppen. Sie zeigte aber auch, dass sie momentan eine schwierige Phase durchmacht. Wenig Selbstvertrauen, keine gute Reaktion auf die Gegentore, fehlende Widerstandsfähigkeit, zu kompliziert im letzten Drittel – die Wormser taten sich über weite Teile der Partie schwer.
Daran änderten auch die eigenen Tore nichts: Das 1:0 von Mert Özkaya, der einen Fehlpass der Gäste abfing und vor dem Tor eiskalt blieb (10.). Das 2:1, als Erijon Shaqiri eine Flanke von Pascal Nicklis am zweiten Pfosten veredelte (56.). Oder das 3:2, als Stürmer Jan Dahlke den Ball nach einer Flanke des Jokers Luca Manganiello, der mit seinem Tor in der Nachspielzeit den Wormatia-Sieg endgültig „eintütete“ (90+3.), zur dritten Führung des Tages ins Tor köpfte (81.). Bei den Gegentoren von Doppeltorschütze Adnan Rizvanovic (35. und 68.), machten Rechtsverteidiger Moritz Gotthardt (1:1) und Schlussmann Luca Pedretti (2:2) keine gute Figur.
Was gut war: Das Wormatia-Team zeigte, dass es lebt, kämpfen kann und mit großer Leidenschaft den Sieg wollte. Graf sagt: „So einen Sieg haben wir einfach mal gebraucht. Das war wichtig für die Moral und das Selbstvertrauen.” Die Wormser, die ohne ihren in der vergangenen Woche pausierenden Kapitän Sandro Loechelt (krank) aufliefen, überzeugten vor allem in der Schlussphase mit purem Willen. Shaqiri gab keinen Ball verloren und beackerte unermüdlich die Abwehrspieler der Arminia. In der Defensive nahmen Graf und Co die Zweikämpfe an und droschen den Ball zur Not aus der Gefahrenzone. Die Ludwigshafener, die an diesem Tag nicht die schlechtere Mannschaft waren, hatten durch Routinier Nico Pantano Möglichkeiten (53. und 86.), die Wormser mehrere Halbchancen in einem torreichen, aber gleichzeitig nicht besonders chancenreichen Spiel.
Laurenz Graf, der im Mittelfeld gegen seine ehemaligen Teamkollegen zahlreiche umkämpfte Zweikämpfe führte („Da waren auch viele lustige Gespräche dabei. Aber alles im Rahmen, weil wir uns alle gut verstehen”), ordnete den Heimsieg der Wormser anschließend realistisch ein: „Bei aller Freude, war das jetzt auch nur ein Sieg. Nächste Woche geht es wieder bei null los.”