
Der SV Ehlen muss sich nach einer der erfolgreichsten Phasen seiner jüngeren Vereinsgeschichte von seinem Trainer Michael „Rocky“ Schulz verabschieden. Wie der Verein bekanntgab, beendet Schulz sein Engagement ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Zwar hatten sich beide Seiten im Mai 2024 noch auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit bis 2027 verständigt, doch die zunehmenden beruflichen Anforderungen lassen eine Fortführung der Trainertätigkeit in der bisherigen Intensität nicht mehr zu.
„Natürlich hätten wir die Zusammenarbeit mit Rocky gerne fortgesetzt. Seine Entscheidung können wir aber absolut nachvollziehen und respektieren“, erklärt der 1. Vorsitzende Andreas Mittelbach. Der Abschied erfolgte am letzten Spieltag im Rahmen des Saisonabschlusses – emotional, aber auch getragen von großer Dankbarkeit.
Schulz hatte die Mannschaft im Sommer 2022 übernommen und den SV Ehlen sportlich wie strukturell deutlich vorangebracht. Schon in seiner ersten Saison führte er das Team auf den fünften Tabellenplatz. Für den Verein war das ein spürbarer Schritt nach vorn, nachdem in den sechs Spielzeiten zuvor nur einmal ein einstelliger Rang erreicht worden war.
Besonders nachhaltig wirkte sich Schulz’ Arbeit auch abseits des Ergebnissports aus. Zur Saison 2023/24 gelang es dem SV Ehlen erstmals nach zehn Jahren wieder, eine zweite Mannschaft für den Spielbetrieb zu melden. „Auch daran hatte Rocky einen großen Anteil. Ohne sein Engagement wäre dieser Schritt kaum möglich gewesen“, betont Mittelbach.
Der sportliche Höhepunkt folgte im Jahr 2025: Mit der Meisterschaft erfüllte der SV Ehlen den gemeinsam entwickelten Drei-Jahres-Plan und schaffte den Aufstieg in die Kreisliga A. Dort zeigte sich die Mannschaft in ihrer Premierensaison keineswegs als Außenseiter, sondern bestätigte die positive Entwicklung eindrucksvoll. Nach einem Sieg am letzten Spieltag beendete der SVE die Saison auf einem starken vierten Tabellenplatz.
Für Schulz selbst ist der Abschied dennoch kein leichter Schritt. „Ich habe mir die Entscheidung alles andere als einfach gemacht. Aber ich könnte den Trainerjob in der kommenden Saison zeitlich nicht mehr so ausüben, wie ich es selbst möchte und wie es Mannschaft und Verein verdienen“, wird der scheidende Coach zitiert.
Beim SV Ehlen wird Schulz nicht nur als erfolgreicher Trainer in Erinnerung bleiben. Mittelbach hebt vor allem dessen Verbundenheit zum Verein und zum Umfeld hervor: „Man hat ihm in all den Jahren angemerkt, wie wichtig ihm der Verein und die Menschen im Umfeld waren. Er hat seine Aufgabe mit großer Leidenschaft ausgeübt.“ Zugleich richtet der Verein seinen Dank auch an Schulz’ Ehefrau Janina, die sich ebenfalls mit viel Einsatz und Herzblut eingebracht habe.
„Coach, einmal Ehlener, immer Ehlener“, schrieb der Verein in seinen sozialen Medien. Es ist ein Satz, der den Abschied passend zusammenfasst: Michael Schulz verlässt zwar die Trainerbank des SV Ehlen, seine Spuren im Habichtswaldstadion aber werden bleiben.
Auch Schulz selbst fand zum Abschluss einen versöhnlichen Ton. „Mit dieser Platzierung können wir mehr als zufrieden sein. Nach vier Jahren mit einem 4:3-Sieg auf Platz vier aufzuhören. Das klingt doch nach einem runden Abschluss“, sagte er mit einem Augenzwinkern.
Der SV Ehlen bedankt sich bei Michael und Janina Schulz für ihren außergewöhnlichen Einsatz, die gemeinsame erfolgreiche Zeit und viele unvergessliche Momente. Zugleich verbindet der Verein den Abschied mit der Hoffnung, beide auch künftig regelmäßig im Habichtswaldstadion begrüßen zu dürfen.