2026-04-29T13:32:52.058Z

Vom Spielfeldrand

Emsbüren tanzt, Krusenbusch schaut zu

von E. L. · Heute, 18:37 Uhr · 0 Leser
– Foto: Petra Lammers

Während andere den Mai begrüßten, legten die Frauen des SV Concordia Emsbüren in Oldenburg lieber ein kleines Fußballballett aufs Parkett. Beim 5:0 in Krusenbusch spielte der Tabellenzweite über weite Strecken so dominant, dass selbst der Liveticker kaum hinterherkam, sehr zur Freude von Ticker-Mann Milan Civelek, der einen ausgesprochen vergnüglichen Donnerstagabend erwischte.

Drei Tore in neun Minuten und die Sache war früh erzählt

Es gibt Spiele, in denen man nach fünf Minuten ahnt, wohin die Reise geht. In Krusenbusch war das so ein Abend. Kaum hatte Schiedsrichterin Laura Nadine Müller die Partie freigegeben, stand Concordia schon mit hochgeschobenem Pressing und ordentlich Vorwärtsdrang vor dem gegnerischen Tor. Der Krusenbuscher SV wirkte früh gefordert, Emsbüren ließ Ball und Gegner laufen.

Nach ersten Warnschüssen fiel in der 15. Minute das 0:1: Anna Lammers zog aus der Distanz ab und jagte den Ball oben rechts hinein. Vier Minuten später marschierte Ida Jansen im Alleingang durch und erhöhte auf 0:2. Und weil guter Fußball manchmal auch Fließbandarbeit sein kann, legte Sina Brockhaus in Minute 24 nach perfekter Hereingabe von Tomke Buchalla das 0:3 nach.

Halbzeit. Drei Tore Vorsprung. Das Spielgeschehen fast ausschließlich in der Krusenbuscher Hälfte. Man konnte den Eindruck gewinnen: Der „Tanz in den Mai“ fand an diesem Abend in schwarz-gelb statt.

Kurzer Wackler, dann wieder Concordia im Vollbetrieb

Nach der Pause gönnte sich Emsbüren eine kleine Verschnaufminute oder eher zehn. Krusenbusch kam etwas mutiger aus der Kabine und erhielt in der 54. Minute die große Chance zum Anschluss. Doch Hannah Oetken setzte den Foulelfmeter über das Tor. Es blieb der Moment, in dem die Gastgeberinnen das Spiel vielleicht noch einmal hätten anpieksen können.

Stattdessen schaltete Concordia später wieder in den Angriffsmodus. Lotta Tiebel, gerade erst eingewechselt, traf in der 70. Minute mit einem strammen Schuss unten rechts zum 0:4. Den Schlusspunkt setzte Alia Tiebel in der 83. Minute nach Vorarbeit ihrer Schwester Lotta, das 0:5 als familiär abgestimmter Endakkord.

Verdienter konnte ein Auswärtssieg kaum aussehen: fünf Tore, zahlreiche weitere Großchancen und über weite Strecken komplette Spielkontrolle.

Köln, vier Fans und ein Liveticker mit bester Aussicht

Neben dem Sportlichen lieferte der Abend noch die Geschichten, die Fußballvereine lieben: Kapitänin Lotta Spies reiste für die Partie direkt aus Köln an, vier Concordia-Fans machten sich am Donnerstagabend ebenfalls auf den Weg nach Oldenburg und sorgten bei der zweitweitesten Auswärtsfahrt der Saison für Support.

Und mittendrin: Milan Civelek am FuPa-Liveticker, der jeden Angriff, jeden Treffer und sogar den verschossenen Elfmeter sauber dokumentierte. Für ihn war es vermutlich einer dieser Abende, an denen man beim Tippen irgendwann nur noch zwischen „Großchance“, „Tor“ und „schon wieder Concordia vorne“ wechseln muss.

Mit dem klaren 5:0 verkürzte Emsbüren den Rückstand auf Spitzenreiter SC Spelle-Venhaus auf zwei Punkte, wenn auch bei einem Spiel mehr. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Schon am Samstag wartet beim SV Hage die nächste, dann weiteste Auswärtsfahrt der Saison.