
Die Saison ist vorbei und die Lechseer Kicker können sich feiern lassen: Mit einem späten Treffer zieht die SG an Jahn Landsberg II vorbei und steigt auf.
Lechbruck – Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Trainer und Ersatzspieler der SG Lechsee stürmten auf das Spielfeld, alle rotgewandeten Akteure lagen sich überglücklich in den Armen. Der ersehnte Aufstieg in die Kreisklasse war nun, im zweiten Anlauf, geschafft. Durch ein 1:0 am Samstagnachmittag über den direkten Konkurrenten FT Jahn Landsberg II machten die Premer und Lechbrucker den ersten Platz in der Meisterrunde C der A-Klasse perfekt. In deutlich gemäßigterem Schritt als zuvor die SG-Spieler betrat Spielgruppenleiter Heinz Eckl den Rasen und gratulierte dem frisch gebackenen Meister und überreichte den dazugehörigen Pokal, der fortlaufend in die Höhe gestreckt wurde. Allzu riesig ist die Trophäe nicht, aber die Größe spielte für die SG Lechsee keine Rolle.
Der Wert bemisst sich in der dahinter steckenden Leistung, die erbracht werden musste. Und die war – über die gesamte Runde gesehen – beachtlich. Trainer Christian Schuster, der zu Saisonbeginn die SG übernommen hatte, sprach im Mannschaftskreis kurz nach Spielende über eine „überragende Saison“ und von einer „absolut verdienten Meisterschaft“. Mit 14 Siegen in den 14 Spielen im Spätsommer und Herbst sowie 19 Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz war es eine „herausragende Vorrunde“, so der Trainer.
„Wenn man am letzten Spieltag vor heimischem Publikum und der tollen Kulisse die Meisterschaft gewinnen kann, dann ist das einfach sensationell. Ich kann das gerade alles noch gar nicht wirklich fassen und bin einfach nur über glücklich“, berichtete Schuster freudestrahlend nach dem Spiel. „Ich bin einfach nur stolz auf die super Truppe. Danke auch an das Publikum für die tolle Atmosphäre und Unterstützung bei dem heutigen Spiel und die ganze Saison über.“
Das Match lebte von der Spannung, die der letzte Spieltag bereit hielt. Der Tabellenführer aus Landsberg trat, mit zwei Punkten Vorsprung, bei der zweitplatzierten SG Lechsee an. Die Vorgabe war für den Gastgeber klar: Nur mit einem Sieg ist die Meisterschaft und der direkte Aufstieg geschafft.
Nach nur drei Minuten drohte schon ein Rückschlag: Beim schön herausgespielten Konter von Landsberg wurde der Ball im Fünf-Meter-Raum quer auf Nikolaos Liatsopoulos gespielt, der nur noch das leere Tor vor sich hatte und einschieben musste – doch statt im Tornetz landete der Ball nur am Torpfosten. Wie es möglich war, nur den Pfosten zu treffen, darüber wird der Spieler wahrscheinlich noch länger rätseln.
In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, beide Mannschaften versuchten überwiegend, keinen Fehler zu machen. „Es war das taktisch erwartete Spiel, dass Landsberg versucht, das Unentschieden über die Zeit zu retten. Die ersten 25 Minuten waren wir zu schläfrig und zu harmlos, erst dann sind wir besser in die Zweikämpfe gekommen“, analysierte Schuster. „Wir sind aber ruhig geblieben und haben in der zweiten Hälfte mehr und mehr die Kontrolle übernommen“. Kurz nach Wiederbeginn zog SG-Spieler Jakob Konrad aus 18 Meter beherzt ab. Sein platzierter Schuss wäre genau neben dem Pfosten eingeschlagen, jedoch wehrte FT-Schlussmann Martin Maier mit einer Glanzparade den Ball noch zur Ecke ab.
Einige Minuten später unterlief Andreas Lory ein Patzer: Er verlor 20 Meter vor dem eigenen Tor den Ball an Liatsopoulos, der schnell am Torwart vorbei war, aber auch haarscharf am Tor vorbeischoss. Im weiteren Verlauf wurde die Partie hitziger. Nach einem rüden Foul direkt vor der Auswechselbank des SG Lechsee gab es kurzfristig Tumult. Der hervorragend leitende Schiedsrichter Tobias Barth beruhigte die Situation und schickte Landsbergs Dmytro Parukh für zehn Minuten vom Feld.“
Zum Ende der Zeitstrafe hinkam es zur entscheidenden Szene: Lukas Fischer war gefoult worden, Josef Bayrhof brachte den Ball per Freistoß gefühlvoll vors Tor – wo Andreas Lory per Kopf platziert ins rechte Toreck traf (82.). Der Führungstreffer riss auch das Publikum mit: Fortan wurde jeder gewonnene Zweikampf und jede Rettungsaktion von Lechsee buchstäblich wie ein Torerfolg gefeiert.
Beim Abpfiff brach dann wilder Jubel los. Torschütze Andreas Lory wurde mannschaftsintern zum „Man of the Match“ gekürt, durfte den Abend über einen goldenen Eishockeyhelm tragen und auch eine Rede halten. „Wir haben keine Feier geplant, aber ausreichend Bier wird trotzdem vorhanden sein“, sagte Trainer Christian Schuster mit einem Augenzwinkern. Wenige Momente, nachdem er das gesagt hatte, bekam er eine Bierdusche ab. Patschnass stand er nun da, aber böse war Schuster seinen Spielern deswegen nicht.