
Aus einem halben Jahr Übergang wurde eine Ära. Karsten Eichner, Trainer der FSG Stölzinger Wölfe, verlässt das Team nach drei Jahren, die im Verein offenbar weit über sportliche Erfolge hinaus Spuren hinterlassen haben. In ihren sozialen Medien verabschiedete sich die Mannschaft mit emotionalen Worten von ihrem Coach, der dort liebevoll „Oma Eiche“ genannt wird.
Als Eichner das Amt übernahm, war seine Zeit bei den Stölzinger Wölfen demnach zunächst nur als Übergangslösung gedacht. Geblieben ist er deutlich länger – und entwickelte sich in dieser Zeit zu einer prägenden Figur für das Team aus der Frauen-Kreisoberliga Fulda Nord. Zwei Meistertitel stehen sportlich für eine erfolgreiche Phase, doch in der Abschiedsbotschaft der Mannschaft wird vor allem deutlich, welchen Stellenwert Eichner innerhalb der Gruppe hatte. Er habe dem Team nicht nur Trainingseinheiten gegeben, sondern „den Spaß am Fußball zurückgegeben“, heißt es sinngemäß in dem Beitrag. Die Spielerinnen beschreiben einen Trainer, der an seine Mannschaft glaubte, sie zusammenschweißte und eine Atmosphäre schuf, in der offenbar Leistung und Gemeinschaft gleichermaßen Platz fanden.
Auch die kleinen Anekdoten, die die FSG in ihrem Abschiedspost nennt, erzählen von einer gemeinsamen Zeit, die sich nicht allein in Tabellenständen und Titeln bemessen lässt. Die Mannschaft erinnert an Tunnel, legendäre Fitnesstests, die „Römischen 10“ und Eichners offenbar häufig genutzten Rat: „Einfach rauslaufen.“ Es sind diese internen Begriffe und Running Gags, die zeigen, wie eng Trainer und Team in den vergangenen Jahren zusammengewachsen sind.
Sportlich hinterlässt Eichner mit zwei Meisterschaften eine bemerkenswerte Bilanz. Menschlich, so macht es die Mannschaft deutlich, wiegt sein Abschied mindestens ebenso schwer. „Du hinterlässt sportlich und menschlich eine riesige Lücke“, schreibt die FSG in ihrer Botschaft. Der Dank fällt entsprechend herzlich aus: Für unzählige Momente, für Vertrauen, für Zusammenhalt – und für drei Jahre, die aus Sicht des Teams unvergessen bleiben werden.