
Der ATSV Scharmbeckstotel muss nach nur einem Jahr wieder den Gang in die Landesliga antreten. In der vergangenen Saison hatte die Mannschaft noch das Double aus Meisterschaft in der Landesliga und dem Gewinn des Bezirkspokals Lüneburg gefeiert, nun folgte der direkte Wiederabstieg aus der Frauen-Oberliga Niedersachsen West.
Nach der Winterpause Anfang März reagierte der Verein bereits mit einer Veränderung auf der Trainerbank. Torwarttrainer Andreas Klug übernahm interimsweise für Axel Wilckens, der das Team vor der Saison übernommen hatte. Im Rückblick sieht Klug mehrere Gründe dafür, dass der Klassenerhalt nicht gelang.
Rückblickend sieht Klug mehrere Ursachen für den Abstieg. Vor allem die vielen Veränderungen innerhalb kurzer Zeit hätten die junge Mannschaft vor große Herausforderungen gestellt. „Mit einem neuen Trainer, einer neuen Liga und einem neuen System kam auf das extrem junge Team vieles gleichzeitig zu. Dadurch konnten viele Spielerinnen ihr volles Potenzial nicht abrufen. Hinzu kamen zahlreiche, teilweise auch unglückliche Niederlagen, die irgendwann natürlich auch Auswirkungen auf den Kopf hatten“, erklärte Klug.
Nach der Rückkehr zum vorherigen Spielsystem habe sich die Mannschaft Schritt für Schritt stabilisiert. Die Sicherheit sei zurückgekehrt, mental habe das dem Team geholfen. „Letztlich haben die fehlenden Punkte bis zur Winterpause den Ausschlag für den Abstieg gegeben“, führte Klug aus.
Mannschaft rückt enger zusammen
Trotz des Abstiegs beschreibt Klug die Stimmung rund um die Mannschaft weiterhin als positiv. Vor allem nach der Winterpause habe sich das Team deutlich weiterentwickelt und sich auch in schwierigen Phasen nie aufgegeben.
Die hohe Trainingsbeteiligung und die konstante Präsenz bei den Spielen bewertet Klug dabei als wichtigen Einfluss für die Entwicklung. „Das hat die Mannschaft zusammengeschweißt und ist mit Blick auf die kommende Saison ein wichtiger Faktor“, betonte Klug. Verein und Team seien in den vergangenen Monaten enger zusammengerückt. „Im Verein herrscht eine richtige Aufbruchstimmung“, schilderte Klug.
Nach Angaben des Trainers bleibt der Großteil des Kaders zusammen. Die wenigen Abgänge hätten überwiegend berufliche oder verletzungsbedingte Gründe. Sämtliche wichtigen Schlüsselspielerinnen sollen dem Team erhalten bleiben. Bei einer Spielerin steht die finale Entscheidung noch aus, da möglicherweise der Wechsel in eine höhere Liga ansteht.
Mehrere Neuzugänge stehen bereits fest. Vier Spielerinnen mit guter fußballerischer Ausbildung werden die Mannschaft verstärken. Dazu zählt unter anderem Felicia Hinz, die zuletzt in der männlichen Jugend des JFV Unterweser aktiv war und zuvor bei Werder Bremen ausgebildet wurde. Zusätzlich rücken mehrere Talente aus der eigenen B-Jugend auf, die aktuell in der Niedersachsenliga spielt. Mit Feline Wohlers stößt außerdem eine talentierte Torhüterin zum Team. Weitere mögliche Neuzugänge stehen bereits in den Startlöchern.
Neues Trainerteam steht bereit
Mit Lennart Gerken hat der ATSV den neuen Cheftrainer bereits vorgestellt. Gerken wechselt vom Frauen-Bezirksligisten TSV Brunsbrock nach Scharmbeckstotel.
Unterstützt wird er künftig von Oliver Hahn und Tina de Vries als Co-Trainer. Beide sollen ihre Erfahrung in das Trainerteam einbringen. Athletiktrainer Lars Steiner bleibt ebenfalls an Bord. Andreas Klug wird sich künftig wieder auf seine Arbeit als Torwarttrainer konzentrieren.
Mit André Schneider gewann der Verein zudem einen neuen Teammanager. Zusätzlich beschäftigt sich der ATSV mit Themen wie Videoanalyse und neuen strukturellen Abläufen.
„Der Neustart bietet die Möglichkeit, neue und klar strukturierte Abläufe aufzubauen. Gleichzeitig können dadurch auch den vielen Jugendspielerinnen langfristige Perspektiven geboten werden. Ziel ist es, eine einheitliche Spielphilosophie im gesamten Verein zu entwickeln“, sagte Klug. Zudem verbindet der Verein mit dem Neustart auch die Hoffnung, sich langfristig weiterzuentwickeln und über den Landkreis hinaus auf sich aufmerksam zu machen.
Fazit des Interimstrainers
Persönlich nimmt Andreas Klug aus seiner Zeit als Interimstrainer vor allem viele Erfahrungen mit. Klug zeigte sich dankbar dafür, die Mannschaft als Trainer an der Seitenlinie begleitet zu haben. Gleichzeitig habe die Zeit noch einmal verdeutlicht, dass die Arbeit als Torwarttrainer genau die passende Rolle für ihn sei. Die Saison sei für ihn „insgesamt eine emotionale Achterbahnfahrt, die sehr viel Kraft gekostet hat. Gleichzeitig hat sie aber auch gezeigt, dass eine Mannschaft gerade in schwierigen Zeiten enger zusammenrücken kann, statt auseinanderzubrechen.“