2026-03-13T07:45:35.464Z

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Emily Aldinger: 25 Tore, sechs Streiche und ein Herz für Biegelkicker

FuPa-Spielerin der Woche in Württemberg: Die 18-jährige Torjägerin des FC Biegelkicker Erdmannhausen verzückt die Bezirksliga. Nach ihrer Sechs-Tore-Gala spricht das Ausnahmetalent über ihre Liebe zum Verein und den Traum vom Titel.

von red · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Verein / FuPa-Grafik

Es sind Zahlen, die man normalerweise nur aus den Geschichtsbüchern des Fußballs kennt: 25 Tore in nur acht Partien. Emily Aldinger hat die Frauen-Bezirksliga Enz/Murr in dieser Saison zu ihrem persönlichen Spielplatz gemacht. Beim phänomenalen 10:0-Heimsieg gegen den TSV Ottmarsheim II markierte die Angreiferin des FC Biegelkicker Erdmannhausen allein sechs Treffer – eine Leistung, die ihr den Titel der FuPa-Spielerin der Woche in Württemberg einbringt. Doch hinter der Vollstreckerin steckt eine junge Frau, für die Fußball weit mehr ist als nur eine Statistik.

Ein Moment der fassungslosen Freude

Die Auszeichnung zur Spielerin der Woche kam für die bescheidene Stürmerin völlig überraschend, was die emotionale Wucht dieses Augenblicks nur noch unterstreicht. „Nein, damit hatte ich ehrlich gesagt nicht wirklich gerechnet. Ich freue mich aber sehr darüber“, gesteht die 18-Jährige. Es ist die Belohnung für eine Arbeit, die sie Woche für Woche auf den Rasen bringt, auch wenn sie selbst den Fokus lieber auf das Kollektiv lenkt.

Die Magie einer perfekten Teamleistung

Dass ein 10:0-Sieg kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis tiefer Verbundenheit, macht Aldinger im Rückblick auf das Schützenfest gegen Ottmarsheim deutlich. „Ich glaube, es war einfach eine sehr starke Teamleistung. Direkt von Anfang an sind wir sehr gut ins Spiel gestartet und konnten uns durch sauberes Zusammenspiel viele Torchancen und natürlich auch Tore ermöglichen“, analysiert sie. Es ist dieser Geist der Einheit, der die Biegelkicker in dieser Spielzeit so gefährlich macht.

Spektakel vor dem Tor und der Drang zum Eins-gegen-eins

Wer Aldinger beim Spielen zusieht, erkennt schnell ihre Vorliebe für das Besondere. Sie ist keine Spielerin der einfachen Abstauber; sie sucht die Herausforderung und das Adrenalin. „Am liebsten mag ich es, wenn die Tore etwas spektakulärer sind, wie aus einem engen Winkel“, verrät sie. Doch auch ihre Schnelligkeit ist eine Waffe, die sie gezielt einsetzt: „Außerdem gehe ich auch sehr gerne ins Eins-gegen-eins mit dem Torwart und nutze mein Tempo aus, um an ihm vorbeizukommen und dann ins leere Tor abzuschließen.“

Eine lebenslange Liebe zum FC Biegelkicker Erdmannhausen

Dass die Verbundenheit zum Verein tief in ihrer DNA verwurzelt ist, zeigt ihre langjährige Geschichte in Erdmannhausen. „Ich glaube, dass alles einfach sehr familiär ist. Ich spiele jetzt schon seit der E-Jugend bei den Biegelkickern und konnte so auch echt tolle Leute kennenlernen“, beschreibt sie ihren Herzensverein emotional. Für sie ist der Fußballplatz ein Ort der Gemeinschaft: „Egal ob auf dem Spielfeld oder neben dem Platz verstehen wir uns alle echt gut.“

Vorbilder und die Sehnsucht nach dem Sturmzentrum

Trotz ihrer individuellen Klasse bleibt sie eine Beobachterin des Spiels und lässt sich von den Großen inspirieren. Während sie im eigenen Team niemanden hervorheben möchte, da „eigentlich jeder seine Stärken mitbringt“, blickt sie bei den Profis zu einem Stürmer des VfB Stuttgart auf: „Bei den Profis vielleicht Deniz Undav, da er einfach immer im richtigen Moment vor dem Tor steht.“ Diese Intuition sucht sie selbst am liebsten „ganz klar im Sturm“, auch wenn sie auf dem Flügel mit ihrer Geschwindigkeit ebenfalls Akzente setzen kann.

Der unbändige Hunger auf die Meisterschaft

Aktuell rangiert ihr Team auf dem zweiten Tabellenplatz, doch die Ambitionen der jungen Torjägerin sind klar definiert. Die Meisterschaft ist das Ziel, für das sie alles geben will. „Auf jeden Fall weiter oben dranzubleiben und um den Titel kämpfen“, lautet ihre Kampfansage. Sie weiß jedoch, dass der Weg steinig wird: „Wir wollen an die Leistung in den ersten Spielen anknüpfen, auch wenn es in den nächsten Spielen sicher auch etwas anspruchsvoller werden wird.“

Zwischen Nachhaltigkeit und literarischen Welten

Abseits vom Rasen führt Emily Aldinger ein Leben, das von Disziplin und Wissensdurst geprägt ist. Seit einem halben Jahr absolviert sie ein duales Studium im Bereich Sustainable Management. Der Sport ist dabei ihr Ventil, um die Balance zu halten: „Daneben hilft mir Fußball auf jeden Fall, den Kopf frei zu bekommen.“ In den ruhigen Stunden zieht sie sich gerne zurück: „In meiner Freizeit lese ich sonst noch gerne.“ Doch ihr Herz schlägt mittel- und langfristig weiter für das runde Leder: „Ich möchte auf jeden Fall die nächsten Jahre weiter Fußball spielen und mich sportlich weiterentwickeln.“