2026-04-29T13:32:52.058Z

Ligabericht

Elstorf fast am Ziel - Borstel und Meckelfeld jubeln im Keller

Bezirksliga Lüneburg 2: Estetal entledigt sich vorzeitig aller Abstiegssorgen

von Moritz Studer · Heute, 21:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Felix Schlikis

Der TSV Elstorf hat den Berg fast erklommen und steht kurz vor dem Landesliga-Aufstieg. Schon am kommenden Wochenende könnte der TSV unter gewissen Umständen die Meisterschaft feiern. Im Tabellenkeller feiern der TV Meckelfeld und der MTV Borstel Sangenstedt wichtige Siege.

Nachdem Dominik Gärtner vom Punkt den Torreigen eröffnete (13.), kombinierte sich der VfL Westercelle ansehnlich in die gegnerische Gefahrenzone. Barazan Ismale drückte das Leder nach einem Umschaltmoment ins leere Tor (22.), Eric Schlumbohm erhöhte nach einem weiteren Konter mit einem Kontakt (45.). Nach dem Seitenwechsel machten Finn Johannesmann (48.) und U19-Aushilfe Fynn Feinhals den Deckel drauf (79.). Zwischenzeitlich sah Marlon Vonau die Ampelkarte (52.), kurz darauf stellte Schneverdingen die personelle Gleichzahl wieder her (57.).

VfL-Cheftrainer Sebastian Zich: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und den Ball mit einer guten Qualität im Passspiel laufen lassen. Es war sehr zufriedenstellend, dass wir hinten gar nichts anbrennen lassen haben. Dass Fynn Feinhals, der aus der U19 zu uns hochstößt, sein erstes Tor für uns macht, freut mich für den Jungen. Wir hatten heute mal wieder richtig Spaß am Fußball im Vergleich zu den letzten Wochen und fahren auch verdient als Sieger nach Hause. Der einzige Wermutstropfen ist die Gelb-Rote Karte, weil wir einen sehr schmalen Kader haben.“

Mit einem Doppelpack brachte Routinier Timm Reese die SG Estetal auf die Siegerstraße (33., 41.). Der 37-Jährige hatte erst im Oktober 2025 sein Comeback gegeben, nachdem er aufgrund von zwei Operationen vier Jahre pausieren musste. Zudem vertrat zwischen den Pfosten Youngster Liam Klosek die beiden Routiniers Sebastian Menzel und Jan-Hendrick Glade und musste sich nur von Philipp Klötzing geschlagen geben (55.). Munster erhöhte den Druck, bis Tom Künzer in der Nachspielzeit den Deckel draufmachte (90.+1). Die SGE kann damit vorzeitig für eine weitere Bezirksliga-Spielzeit planen.

SGE-Co-Trainer Sascha Mummenhoff: "Das war genau die richtige Reaktion der Mannschaft nach der Niederlage gegen Hermannsburg in der Vorwoche. Und dann ausgerechnet gegen Munster. Ein Gegner, gegen den wir in der Vergangenheit nie gut ausgesehen haben. Die letzten drei Spiele haben wir verloren. Umso höher ist dieser Sieg zu bewerten. Die Vorzeichen waren wieder nicht einfach, weil uns einige Spieler nicht zur Verfügung standen. Aber die Jungs, die heute nach Munster gereist sind, haben sich richtig stark verkauft. Insgesamt war das heute ein Spiel, das wir über den Einsatz und den Charakter gewonnen haben. In der ersten Halbzeit standen wir tief und haben auf Konter gesetzt. Das hat in den ersten 45 Minuten sehr gut funktioniert. Wir haben die Räume gut zugestellt, sodass Munster selbst kaum gefährlich zum Abschluss kam. In der zweiten Halbzeit war Munster dann deutlich besser im Spiel, obwohl wir direkt nach Wiederanpfiff selbst eine Doppelchance hatten. Danach kippte das Spiel etwas. Munster warf alles nach vorn und kam zu ein paar guten Gelegenheiten. Da hatten wir auch das nötige Glück, vor allem beim verschossenen Elfmeter. Für uns ist das ein enorm wichtiger Sieg - mit Haltung, Einsatz und Zusammenhalt erarbeitet."

Die Formkurve sprach für den SV Altencelle, der in einem ausgeglichenen Spiel durch Robin Ohlde in Führung ging (31.). Nach dem Seitenwechsel gelang es Borstel jedoch, die Schlagzahl zu erhöhen: Bastian Wohler glich für die Gäste aus (49.), Phillip-Oliver Gruhn drehte die Begegnung für den MTV (73.). Damit feiert Borstel einen wichtigen Dreier im Sechs-Punkte-Spiel und klettert auf den Relegationsplatz.

Der TV Meckelfeld erwischte den besseren Start und legte durch Ruben Miedeck (24., 48.) und Nils Antoni entscheidend vor (58.). Die Elbmarsch fand allerdings schnell zurück in die Partie, sodass mit dem Anschlusstor von Daniel Macknow hektische Schlussminuten anbrachen (71.). Nur vier Zeigerumdrehungen später sah der Angreifer allerdings die Ampelkarte (75.). In der Schlussphase bekam die Eintracht auch in Unterzahl einen Strafstoß zugesprochen, den TVM-Keeper Elias von Wnuck parierte (86.). Im Gegenzug machte Kandal Kaval den Deckel drauf (87.).

TVM-Teammanager Heiko Brandenburg: „Das war ein überlebenswichtiger Sieg! Nach der zweiten Halbzeit in der letzten Woche haben wir uns während der Woche neu fokussiert und die Sinne geschärft. Die Grundtugenden müssen im Abstiegskampf da sein und das waren sie heute. Wir haben es in aussichtsreichen versäumt, das eine oder andere Tor mehr zu schießen. Nach dem Anschlusstor wurde es nochmal hektisch, deswegen war es wichtig, dass unser Keeper den Elfmeter hält und wir im Gegenzug den Sack zu machen. Wir freuen uns auch sehr, dass Constantin Felleckner zurück ist und uns in der Crunchtime nochmal helfen kann.“

Der TSV Elstorf ebnete seinen Kantersieg schon in der Anfangsphase: Timo von Reith erreichte einen Ball von Dustin Jahn hinter die Kette, umkurvte den Keeper und schob die Kugel souverän ein (15.). Nur fünf Zeigerumdrehungen später traf von Reith mit einer Bogenlampe erneut (20.), Claas Meier setzte einen Linksschuss flach ins Eck (27.). Die Begegnung war damit frühzeitig entschieden, der TSV legte durch Paul Lukas Lochner (43., 61.), von Reith (80.) und James Holley (90.) aber noch weitere Tore nach. Wenn der VfL Westercelle am kommenden Wochenende nicht gewinnt, könnte Elstorf mit einem Dreier schon vorzeitig aufsteigen.

Elstorf-Cheftrainer Michel Welke: „Wir haben unsere gute Leistung endlich mal wieder in Tore umgemünzt. Am meisten freue ich mich aber über drei Sachen: Zum einen über die Tore von Timo, der am Donnerstag geheiratet hat und für den wir ein Auge zugedrückt haben, weil er entsprechend nicht beim Training war. Zum anderen, dass wir nach der sehr guten ersten Halbzeit in der zweiten uns mit weiteren Toren belohnt haben. Und zum dritten, dass James Holley das letzte Tor schießt, der menschlich eine Rakete ist und nicht die Spielzeit bekommen hat, die er sich erhofft hat. Er wird zum Saisonende seine Karriere beenden und das sind Momente, über die man sich einfach freut. Wir haben intern von Beginn an von einer Bergsteigung geredet – jetzt haben wir die letzte Kuppe überstiegen und das Ziel klar vor Augen.“

Der FC Jesteburg-Bendestorf war zwar durchaus bemüht, den MTV Soltau zu bezwingen. Letztlich gelang es JesBe aber nicht, eine ihrer Torchancen in Zählbares umzumünzen. Trotzdem kann dieser eine Zähler mit Blick auf die Verfolger noch viel wert sein.

Der TuS Hermannsburg kommt spät in der Saison nochmal richtig auf Punktelaune: Nachdem der Buchholzer FC zwar durch Matthias Munoz Reising in Führung ging (30.), glich Steffen Dickmann für das abgeschlagene Schlusslicht aus (53.).

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