Trainer Christian Titz veränderte seine Startelf auf zwei Positionen und sah zunächst eine taktisch geprägte Anfangsphase. Hannover kontrollierte den Ball, Karlsruhe lauerte auf Umschaltmomente. Die erste echte Lücke nutzten die Gäste konsequent: Nach starkem Gegenpressing von Maurice Neubauer spielte Waniss Taibi den entscheidenden Pass auf Mustapha Bundu, der flach zur Führung einschob (18.).
KSC meldet sich kurz vor der Pause
Lange hatte Hannover die Partie im Griff und ließ defensiv wenig zu. Doch kurz vor dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Nachdem Philipp Förster eine Großchance noch vergeben hatte (40.), nutzte Fabian Schleusener eine Hereingabe von David Herold zum 1:1-Ausgleich (44.). Für 96 ein unnötiger Rückschlag unmittelbar vor der Halbzeit.
Nach dem Wechsel erhöhte Hannover wieder den Druck. Der eingewechselte Husseyn Chakroun brachte Dynamik über die linke Seite, Havard Nielsen sorgte im Zentrum für Präsenz.
Zunächst verhinderte der frühere Hannoveraner Marcel Franke auf der Linie die erneute Führung (78.), wenig später war aber auch er machtlos. Chakroun steckte stark durch auf Kolja Oudenne, der seinen Gegenspieler tunnelte und den Ball nervenstark zum 2:1 einschob (82.).
VAR, Fehlschuss, Wiederholung – und Yokota bleibt eiskalt
Was danach folgte, war pure Dramatik. In der Nachspielzeit wurde Chakroun im Strafraum zu Fall gebracht. Nach Videobeweis zeigte Schiedsrichter Konrad Oldhafer auf den Punkt. Stefan Thordarson trat an, scheiterte jedoch an KSC-Keeper Hans Christian Bernat (90.+9).
Doch erneut griff der VAR ein: Bernat hatte die Linie zu früh verlassen. Der Strafstoß wurde wiederholt. Diesmal übernahm Daisuke Yokota Verantwortung – und verwandelte cool zum 3:1-Endstand (90.+10).
Mit dem Schlusspfiff war der Jubel grenzenlos. Hannover gewann ein anspruchsvolles Auswärtsspiel, das lange auf Messers Schneide stand, und untermauerte seine Ambitionen im Saisonendspurt.
Es war ein Sieg der Beharrlichkeit – und einer, der im Aufstiegsrennen noch große Bedeutung bekommen könnte.