
Es war einer dieser Sonntage, an denen selbst der Kunstrasen fröstelt. Drei Grad, gefühlt minus ewig oder wie Schiedsrichter Karl-Heinz Klöster beim Emmelner Eckball trocken bemerkte: „Nix warm.“ Und genau so ungemütlich wie das Wetter wurde es für Union Meppen.
Erste Halbzeit: Emmeln macht ernst, der frühe Frostschock
Von Anpfiff an drosch Eintracht Emmeln dem SV Union Meppen den Winter direkt ins Gesicht. Kaum rollte der Ball, rollten die Angriffswellen. Direkt, zielstrebig, schnörkellos. Fußball wie ein heißer Tee: schnell serviert, sofort wirkend.
Steffen Deymann eröffnete den Torreigen, sein achtes Tor und, wie aus Emmelner Kreisen zu hören war, womöglich sein vorerst letztes im Trikot der Eintracht. Gerüchteweise zieht’s ihn nach Surwold. Ein Abschiedsgruß, der saß.
Nur sechs Minuten später: Rene Düthmann nimmt Maß aus knapp 28,5 Metern (man betonte die Komma-Stelle ausdrücklich!) und versenkt das Ding zum 0:2. Union Meppen? Bis dahin im Winterschlaf. Die Emmelner Defensive? Ein Eisschrank, in dem keine Fehler auftauten.
Nach ca 20 Minuten traute Union sich zwar sporadisch vor den Emmelner Strafraum - ob Mut oder Emmelner Nachlässigkeit liegt im Auge des Betrachters - , doch richtig gefährlich wurde es selten. Dafür traf vorne weiter die Eintracht:
Schepers in Minute 19 und 29 - einmal per Kopf, einmal aus dem Spiel heraus.
Matthis Müller setzte den Pausenpunkt: das 0:5 in der 33. Minute.

Bis dahin eine frostige Demonstration. Danach schaltete Emmeln einen Gang zurück, ohne die Dominanz einzubüßen. Und so ging’s pünktlich in die Pause, dem Schiri war schließlich auch kalt.
Zweite Halbzeit: Weniger Feuer, gleiche Kontrolle - Müller vollendet, Union belohnt sich spät
Während der Autor schon Richtung nächstem Platz davonzog, blieb das Spiel seinem Muster treu: Emmeln verwaltet, Union müht sich, das Thermometer sinkt weiter. Die Eintracht machte nicht mehr alles im Sprinttempo, aber genug, um jeden Meppener Hoffnungsschimmer sofort einzufrieren.
In der 66. Minute klingelte es dann erneut: Matthis Müller, längst im Tor-Flow des Tages angekommen, machte seinen zweiten Treffer und erhöhte auf 6:0. Ein Tor wie der Rest: schlicht, sauber, unaufgeregt - typisch Emmeln an diesem Nachmittag.
Emmeln und Union wechselte fleißig durch, Union suchte nach Momenten und fand zumindest kurz vor Schluss einen: In der 87. Minute erzielte Christopher Knoll den Ehrentreffer für Meppen. Ein kleines Stück Wärme in einem ansonsten frostigen Spiel und ein Beweis, dass Union sich bis zum Ende nicht aufgab.
Danach passierte nicht mehr viel. Der Schlusspfiff war mehr Erlösung als Abschluss.
Fazit:
Emmeln verabschiedet sich hochverdient und hoch erhobenen Hauptes in die Winterpause - Tabellenplatz zwei, Spielfreude im Gepäck, Offensivpower wie eine Wärmflasche im Dezember.
Union Meppen dagegen muss mit Platz zehn leben, eine neue Situation für Trainer Dirk Bruns, der im Sommer noch mit Aufwind aus Bokeloh kam.
Doch wenn dieser Nachmittag eines gezeigt hat, dann: Der Winter wird lang, und nach einer frostigen Klatsche schmeckt der heiße Tee in der Pause wenigstens doppelt so gut.