
BAD KREUZNACH.. Das war ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf! Mit einem 6:1 (5:0)-Erfolg über den SV Steinwenden sicherte sich die SG Eintracht drei ganz wichtige Punkte im Tabellenkeller der Fußball-Verbandsliga und setzte fünf Punkte zwischen den eigenen neunten Rang und einem ersten möglichen Abstiegsplatz.
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Und plötzlich war er weg: Als Schiedsrichter Jan-Vincent Ritter (TuS Münchweiler-Alsenz) die leicht zu leitenden etwas mehr als 90 Minuten im Nahestadion abgepfiffen hatte, verschwand Mario Spreitzer erst einmal in der Kabine der Heimmannschaft. Der Interimstrainer der Bad Kreuznacher musste sich einen Schwall kaltes Wasser ins Gesicht spritzen. Die Gefühle hatten den früheren Oberliga-Stürmer völlig übermannt. Abkühlung musste nach den zurückliegenden heißen Tagen her.
Als die eine oder andere Träne getrocknet, das Adrenalin wieder auf Normalwerte gesenkt war, fand Spreitzer die passenden Worte zum Gewesenen: „Heute hat alles gestimmt. Engagement, Zweikampfverhalten, taktisches Verhalten, der Abschluss.“ Durch die Bank hätten seine Spieler alles umgesetzt, was man sich unter der Woche im Training vorgenommen hatte. Gerade vor einer bärenstarken ersten Halbzeit, wahrscheinlich die beste der aktuellen Spielzeit, „muss ich den Hut ziehen“. So etwas habe er noch nicht gesehen. „Das war wichtig, das war verrückt“, sagt Spreitzer - diesmal auf der Trainerbank unterstützt von Ex-Eintrachtler Savas Kaya. „Wenn die Eintracht ruft, ist es immer noch eine Herzensangelegenheit“, erklärt der frühere, bissige Mittelfeldspieler.
Mario Spreitzer: „Das war wichtig, das war verrückt“
In der Tat: Es passte so ziemlich alles in diesen ersten 45 Minuten der Wochen der Wahrheit. Angefangen vom Steinwendener Freistoß, der ersten Aktion der Partie, den Artem Artemov nur an den Außenpfosten klatschte (8.), über den Führungstreffer von Deniz Cinar, der hellwach den Befreiungsschlag von Gästekeeper Luca Leyes ins Tor blockte (12.) bis hin zum 5:0-Pausenstand des wieder sehr fleißigen Malik Schäfer (41.). Dazwischen hatte dann auch Deniz Darcan sein Alleinstellungsmerkmal dick unterstrichen, denn der Kapitän blieb dreimal eiskalt vor der Kiste, schraubte mit einem lupenreinen Elf-Minuten-Hattrick (15., 24., 26.) sein persönliches, saisonales Torkonto auf nun 17 Treffer.
Nach der Pause ließen es die Hausherren etwas ruhiger angehen, Steinwenden gelang mit einer ihrer wenigen Chancen der Anschlusstreffer (Frederik Christmann, 59.), doch den Schlusspunkt setzte wieder die Eintracht durch den schönsten Treffer das Nachmittags, als der eingewechselte Jan Wingenter einen technisch feinen Schererschlag zum 6:1 einschweißte (88.).
Für den Saisonschlussspurt sei das natürlich ein Statement in Richtung der Konkurrenz gewesen, betont Mario Spreitzer. „Die nächsten Gegner haben das jetzt natürlich auch gesehen. Ich bin sehr positiv gestimmt, was jetzt kommt. Jeder hat heute auf sehr hohem Niveau performt.“
Weiter im Abstiegsrennen geht es in der kommenden Woche auf fremdem Geläuf: Am Sonntag gastiert die Eintracht beim Ex-Oberligisten und DFB-Pokalteilnehmer SV Morlautern. Die Pfälzer holten gerade ein 2:2 beim TuS Hohenecken und brauchen dringend einen Dreier, um noch zu den Nichtabstiegsplätzen aufzuschließen.
SG Eintracht Kreuznach: Basting – Flühr (80. Drees), Blenske, Kreuznacht, Langer – Cinar (84. Rastiello), Baumann, Schäfer (84. Kaan Wolf), Sinanovic (57. Wex) – Rieß (57. Wingenter), Darcan.