Die Spielerinnen vom FC Bayern München jubeln nach Spielende über den Sieg und den Meistertitel.
Die Spielerinnen vom FC Bayern München jubeln nach Spielende über den Sieg und den Meistertitel. – Foto: Peter Kneffel/dpa

Bayern-Frauen endlich wieder Meister - Gänsehaut-Moment für die „ewige Zweite“

Münchnerinnen wieder ganz oben

Der FC Bayern München dominiert den deutschen Fußball. Nun dürfen auch die Frauen ihren Meister-Titel feiern.

München - Die Frauen des FC Bayern sind zurück auf dem Fußball-Thron! Am Sonntag um kurz nach 16 Uhr reckten die verletzte Kapitänin Lina Magull und Simone Laudehr – nach dem letzten Spiel ihrer Karriere – die Meisterschale in den grauen Münchner Himmel. Nach dem 4:0 (2:0) daheim gegen Eintracht Frankfurt hatten für die Münchnerinnen fünf Jahre Warten ein Ende, die erste Meisterschaft seit 2016 war perfekt.

FC Bayern Frauenmannschaft feiert: Endlich wieder auf dem Fußball-Thron

„Ich bin überwältigt. Die Gefühle fahren Achterbahn“, meinte Trainer Jens Scheuer. „Dieser Meistertitel ist so verdient wie keiner zuvor. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft, die den Titel wieder nach München geholt hat.“ Laudehr sagte bei Magenta Sport: „Der Titel kommt direkt hinter die WM 2007. Davor war ich ewige Zweite.“

In den Anfangsminuten war den Bayern die Nervosität vor dem letzten Schritt zum Titelgewinn deutlich anzumerken. Fehlpässe bestimmten das Geschehen, Frankfurt wirkte – kaum verwunderlich – weniger aufgeregt. Mehr als einen harmlosen Distanzschuss von Shekiera Martinez (9.) brachte die Eintracht aber nicht zustande.

FC-Bayern-Frauen-Team: Aufatmen nach dem 1:0 durch Linda Dallmann

Die Bayern fanden sich nach und nach besser zurecht. Linda Dallmann sorgte schließlich für das kollektive Aufatmen und die ersten Jubelstürme. Das 1,58 Meter große Kraftpaket schickte Angreiferin Lea Schüller in die Gasse und schob den Rückpass ihrer Teamkollegin locker zum 1:0 ein (17.).

Carolin Simon hätte beinahe gleich nachgelegt, ihr Schuss aus spitzem Winkel rauschte aber drüber (20.). Also war es erneut Dallmann vorbehalten, die Führung auszubauen. Die Mittelfeldspielerin zog halb rechts im Strafraum ab, der Ball rutschte ins linke Eck – 2:0 (25.). Vor dem Halbzeitpfiff gönnten sich die Bayern zwar eine kurze Auszeit, Frankfurt aber war offensiv zu ungefährlich, um daraus etwas Zählbares zu machen.

FC-Bayern-Gegner Frankfurt schien Pokal-Fight noch in den Knochen zu haben

Das Bild änderte sich im zweiten Durchgang kaum. Frankfurt schien die Pokal-Schlacht vom letzten Wochenende – die Eintracht verlor das Finale gegen Wolfsburg in der Verlängerung – noch in den Knochen zu stecken. Bayern ließ Ball und Gegnerinnen laufen – und dann gab’s auch noch freundliche Mithilfe aus Frankfurt. Eine Hereingabe von der linken Seite erwischte Eintracht-Kapitänin Laura Störzel so unglücklich, dass sich der Ball im hohen Bogen hinter Keeperin Merle Frohms ins Netz senkte. Das 3:0, die endgültige Entscheidung (54.).

Der Rest war ein Schaulaufen vor den Augen der Klubbosse Herbert Hainer und Karl-Heinz Rummenigge sowie weiteren rund 100 Zuschauern. Emotionaler Höhepunkt war die Einwechslung von Simone Laudehr, die im letzten Spiel ihrer Karriere doch noch die in ihrer Titelsammlung fehlende Meisterschaft feierte. Laudehr durfte 15 Minuten mitmischen – und das 4:0 durch Lea Schüller bejubeln (90.).

Die Frau des Tages aber war Dallmann. „Unbeschreiblich! Wir können das noch gar nicht begreifen“, sagte die Doppeltorschützin nach dem 20. Sieg im 22. Ligaspiel. Ohne Frage die Bilanz eines Champions. Jonas Austermann / Christian Stüwe

Aufrufe: 07.6.2021, 08:06 Uhr
Jonas AustermannAutor

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