
Es ist bis dato ein Goldener Herbst für den SC Großschwarzenlohe. Nachdem der mittelfränkische Bayernliga-Aufsteiger elf Spiele auf den ersten Erfolg hat warten müssen, gab's noch gleich zwei Dreier am Stück. Nur ein kleines Zwischenhoch oder ein Trend? Kapitän Jan Sperber dazu im FuPa-Interview...
Jan, hast Du in den vergangenen beiden Wochen eine Stimmungswandel innerhalb des SC Großschwarzenlohe wahrgenommen?
Selbstverständlich ist die Stimmung nach Siegen immer besser.
Euer Trainer, Florian Bauer, hat immer wieder betont, dass trotz des missglückten Saisonstarts keiner Trübsal geblasen hat. Stimmt das?
Ja, das stimmt. Natürlich war die Enttäuschung nach einigen Spielen da, aber es war nie so, dass jemand aufgegeben oder gezweifelt hätte. Im Gegenteil: Wir wussten, dass wir nicht weit weg sind. Die Ergebnisse haben am Anfang nicht gepasst, aber der Einsatz, die Trainingsbeteiligung, der Teamspirit - das war immer da.
Warum ist das so beim SCG? Was ist das Geheimrezept dieses Vereins?
Das liegt an der Struktur und der Kultur des Vereins. Wir sind ein Team, das sich zu großen Teilen kennt, das sich gegenseitig vertraut - auf und neben dem Platz. Und wir haben ein Trainerteam, das nicht sofort nervös wird, sondern ruhig und sachlich bleibt. Diese Mischung sorgt dafür, dass wir auch in schwierigen Phasen zusammenhalten.
Und nun zwei Siege - erst gegen Erlangen, dann wegen Würzburg. Welcher Erfolg ist wichtiger? Der erste in der Bayernliga überhaupt - oder der Dreier gegen den direkten Konkurrenten?
Beide waren wichtig, aber ich würde sagen: der erste Sieg gegen Erlangen. Weil er wie ein Knotenlöser war. Wenn man so lange auf einen Dreier wartet, dann ist der erste Schritt oft der schwerste. Gegen Würzburg konnten wir dann genau auf diesem Erfolg aufbauen.
Warum sind diese sechs Punkte keine Eintagsfliege?
Weil sie das Ergebnis harter Arbeit sind - und kein Zufall. Wir haben über Wochen hinweg an den richtigen Stellschrauben gedreht - im Training, in der Spielvorbereitung, auch in der Kommunikation untereinander. Wir bleiben weiterhin fokussiert und maximal fleißig, da wir noch lange nicht am Ende sind.
Seit der schweren Knieverletzung von Justin Opcin bist Du amtierender Kapitän: Ist Dein Einfluss seitdem mehr geworden? Und welchen Einfluss hat Justin trotz seines Ausfalles?
Klar, mit der Binde trägt man automatisch mehr Verantwortung. Aber ich versuche einfach, meinen Teil beizutragen - wie auch schon vorher. Opci fehlt uns sportlich extrem, aber er ist weiter ein sehr wichtiger Teil des Teams, gibt Impulse von außen, ist oft beim Training und in der Kabine dabei. Das zeigt seinen Charakter - und das hilft uns allen. Bei den Spielen ist er sowieso dabei und ich bin sehr froh, wenn wir wieder gemeinsam auf dem Spielfeld stehen.
Eine weitere SC-Besonderheit: Ihr habt vier (!) Trainer. Wie schwierig ist es da als Spieler, den Überblick zu behalten?
Das klingt von außen vielleicht erstmal viel, aber bei uns ist die Aufgabenteilung klar geregelt. Jeder weiß, wofür er zuständig ist, und wir Spieler wissen, an wen wir uns mit welchen Themen wenden. Und das Schöne ist: Es sind alles Persönlichkeiten, die sich gut ergänzen. Das funktioniert bei uns, weil jeder das große Ganze im Blick hat.
Abschließend: Warum spielt Großschwarzenlohe auch 2026/2027 Bayernliga?
Weil wir genau wissen, worum es geht und unser Ziel fest im Blick haben. Wir als Mannschaft sind bereit, jeden einzelnen Spieltag alles dafür reinzuwerfen. Wenn wir weiter so eng zusammenarbeiten, den Teamspirit weiter hochhalten, wie wir es in den letzten Wochen getan haben und uns diese Comeback-Mentalität und Moral beibehalten, dann bin ich überzeugt, dass wir unser Ziel erreichen werden!
Vielen Dank für das Gespräch - und alles Gute für die Zukunft!
