
Nach vier Jahren beim FC Augsburg war für Edi Haziri Schluss. Nun wagt der ehemalige U-Nationalspieler im Amateurbereich einen Neustart.
München – Von der U15-Regionalliga zum FC Augsburg in die U19-Bundesliga, Interesse vom DFB und Spiele für den Kosovo: FCA-Talent Edi Haziri kannte lange nur den Weg nach oben. Nun geht der 19-Jährige ein paar Schritte zurück. Zuletzt lief er in der Münchner B-Klasse auf.
In München machte Haziri bereits einmal auf sich aufmerksam: Nach einer starken Saison für die U15 des TSV Milbertshofen meldeten sich einige Vereine bei ihm. Letztendlich wagte der damals 15-Jährige den großen Schritt in die U17-Bundesliga. „Ich hatte mehrere Angebote, habe mich damals aber für den FC Augsburg entschieden“, sagt Haziri rückblickend zu Fussball Vorort/FuPa Oberbayern.
Hier kickte der Youngster vier Jahre lang, unter anderem mit Bundesliga-Shootingstar Mert Kömür und Noahkai Banks. Er wurde in dieser Zeit nicht nur zum U16-Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft eingeladen, sondern weckte auch das Interesse des Kosovo. Die Kosovaren überzeugten ihn und nahmen ihn mit zur U17-EM-Qualifikation.
„Ich hatte zwei erfolgreiche Jahre beim FCA, doch dann kam leider der Rückschlag.“
Edi Haziri über seine Zeit beim Augsburg.
Nach einigen Einsätzen und Toren für Augsburgs U17 bremste den jungen Haziri eine Knieverletzung aus. „Ich hatte zwei erfolgreiche Jahre beim FCA, doch dann kam der Rückschlag“, sagt Haziri, der im Anschluss bei den Fuggerstädtern kaum noch zum Einsatz kam und den Verein in diesem Sommer verließ.

Interesse meldete unter anderem das Trainergespann des SV Aubing an. „Ich habe mich für Aubing entschieden, weil sie mit Patrick und Ennis Ghigani ein Top-Trainerteam haben“, sagt Haziri. Der 19-Jährige sei bereit, alles für seinen neuen Verein zu geben und sich hier weiterzuentwickeln. „Vor allem von Ghiganis Erfahrung als ehemaliger Profi kann ich viel lernen.“
Haziri trainiert zwar mit der ersten Mannschaft, absolvierte aber bislang nur Partien für Aubing III in der B-Klasse. „Die Jungs haben mich bisher super aufgenommen“, sagt Haziri.
Die taktischen und technischen Gegebenheiten in Aubing unterscheiden sich jedoch von dem, was der Youngster aus seiner Zeit in Augsburg gewohnt ist. „Was im NLZ natürlich heraussticht, sind die professionellen Rahmenbedingungen, wie Trackingwesten oder Videoanalysen, das hebt das ganze nochmal auf ein anderes Level“, sagt Haziri.
Was im NLZ natürlich heraussticht, sind die professionellen Rahmenbedingungen, wie Trackingwesten oder Videoanalysen, das hebt das ganze nochmal auf ein anderes Level
Edi Haziri über seine Zeit in Augsburg
Anfangs fiel es Haziri jedoch schwer, sich im Herrenfußball zurechtzufinden. Vor allem physisch ist der Unterschied zum Jugendfußball groß. „Das erste Jahr im Herrenbereich ist immer hart, aber man gewöhnt sich dran“, sagt Haziri. „Ich merke, wie ich von Training zu Training besser zum Spiel finde.“ Im Großen und Ganzen findet er keine riesigen Unterschiede zwischen dem Niveau der Landesliga und dem der U19-Bundesliga. „Hier können viele genauso gut Fußball spielen.“
Während Aubings erste die Landesliga aufmischt, spielt auch Aubing III eine überragende Saison. Nach sieben Spieltagen befindet sich der SVA auf dem ersten Tabellenplatz und erzielte schon 45 Tore. „Das Team ist wirklich top. Unser Teamspirit und unsere individuelle Klasse sieht man auch in den bisherigen Leistungen“, schwärmt Haziri.
Wann genau der Youngster für die erste Mannschaft debütiert, steht noch nicht fest. Im Kader der Mannschaft ist er auf jeden Fall gelistet. „Ich hoffe natürlich, dass es bald so weit ist und gebe im Training alles, um mich anzubieten“, sagt Haziri. „Das Trainerteam wird sicher den richtigen Zeitpunkt finden.“ (lma)