
Der TSV 1865 Murnau verliert gegen den SV Aubing im Elfmeterschießen. Zuvor sorgte ein umstrittener Platzverweis für Diskussionen beim Pokalspiel.
Wenn das mal kein Härtetest gewesen ist. Das erste Pflichtspiel des Jahres 2026 der Murnauer Fußballer geht gleich über die volle Distanz. Am Ende landet zwar eine Pokal-Niederlage in den Annalen, aber eine, die sich mit Humor verkraften lässt. Elfmeter-Experten werden sie nicht mehr in Murnau, hielt Co-Trainer Benedikt Hausmann fest. Bereits vorige Saison waren sie gegen Traunstein in der Lotterie vom Punkt gescheitert.
Wir trainieren das ja nicht“, sagt Hausmann nach der 6:7-Niederlage in Aubing. Gleich die ersten beiden Murnauer Schützen – diesmal Tizian Schatto und Felix Lautenbacher – verpassten das Ziel. Oder anders ausgedrückt: Aubings Keeper Alexander Ladich „hat sie wirklich gut gehalten“, lobt der Ersatz-Coach. Hausmann vertrat Martin Wagner, der unterwegs war.
Auch die 95 Minuten vor dem Elfern, die 3:3 ausgingen, verliefen spektakulär. Allein das Ende: In der letzten Minute der Nachspielzeit erhielten die Aubinger nochmals einen Freistoß, den der gesamte Murnauer Anhang anzweifelte. Es war bei weitem nicht die einzige strittige Aktion. Bereits in Halbzeit eins hatte Schiedsrichter Magnus Gehrwald mit zwei Entscheidungen für Verwunderung gesorgt. Erst ließ er Leo Tomic für ein – nach Meinung der Drachen – rüdes Einsteigen gegen Murat Höbekkaya nach fünf Minuten mit Gelb davonkommen. „Er trifft ihn mit offener Sohle auf Oberschenkel-Höhe“, klagt Hausmann.
Später stellte er Tomic für ein Allerweltsfoul, das nun wohl keine Verwarnung wert war, mit Gelb-Rot vom Platz. Offenbar, so Hausmanns Lesart, hatte der Referee nicht realisiert, dass Tomic schon vorbelastet war, als er die zweite Karte zückte. Sei’s drum: Auch die Schiedsrichter müssen ja erst wieder in Gang kommen. Da geht’s ihnen nicht anders als den Teams.
Für Murnau war’s gleich die optimale Simulation sämtlicher Härtefälle in der Landesliga. Gekickt wurde auf einem sehr kleinen Kunstrasen, was den Zauberern aus dem Münchner Westen freilich entgegenkam. Mit dem Platzverweis nach 21 Minuten wiederum bog sich das Spiel einmal komplett um. Aubing verzog sich verständlicherweise in die eigene Hälfte, während die Murnauer als geduldige Rätselfreunde gefragt waren, die dieses Bollwerk zu entschlüsseln hatten.
Hausmann war zufrieden mit den Ansätzen. Er achtete ohnehin mehr auf andere Dinge. Das Rückzugsverhalten bei Schnellangriffen des Gegners stand auf der Agenda sowie das Thema Siegeswille. „Die Jungs haben alles rausgehauen, das wollte ich sehen.“
So hüpfte die Führung hin und her. Aubings frühes 1:0 glich Sanel Dacic nach einem Eckball aus. Christoph Greinwalds Treffer wiederum egalisierte Doppel-Torschütze Daniel Koch. Als Fabian Erhard den TSV erneut nach vorne schoss, legte sich nicht etwa Ruhe über den Platz, nein, „wir haben ein bissl den Flattermann gekriegt“, sagt Hausmann.
Das große Zittern mündete im Ausgleich samt Elfmeterschießen. Wenigstens die Schützen drei bis fünf – Jannis Braun, Fabian Erhard und Maximilian Nebl – versenkten vom Punkt. Torhüter Benedikt Wallrapp bekam seine Hand an so manchen Versuch heran, erhielt vor allem für die 90 Minuten davor viel Lob. Am Ende war Hausmann zwar unglücklich übers Ausscheiden, die Mannschaft aber wieder gut gelaunt: Schließlich stand ein Teamabend samt Karaoke in München an.