
Nach einem heißen Saisonendspurt ist die SG in die Kreisklasse aufgestiegen. Mit Frederik Specht verlässt nun der Topscorer den Verein.
Furios ist die SG Starnberg/Söcking im Frühjahr in die Kreisklasse aufgestiegen. Ihren Toptorjäger hat die Spielgemeinschaft dennoch verloren. 25 Treffer schoss Frederik Specht in der Saison 2024/25 und war damit einer der Erfolgsgaranten. Schon seit der G-Jugend hatte der vielseitige Offensivspieler ohne Pause für die FT Starnberg gekickt. Nun steht der 23-Jährige vor dem nächsten Karriereschritt, im Sommer wechselte Specht zum SV Raisting in die Bezirksliga.
„Ich habe mich in Starnberg immer wohlgefühlt. Daher ist mir der Abschied nicht leichtgefallen“, sagt Specht im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Dennoch sei es immer sein Ziel gewesen, irgendwann höherklassig zu spielen. Das Angebot aus Raisting habe Specht deshalb schwer ausschlagen können. „Ich bin noch jung, und für mich war jetzt der richtige Moment, etwas zu verändern. Ich wollte die Chance nutzen, in der Bezirksliga zu spielen“, erklärt der Ur-Starnberger.
Für Specht persönlich läuft es bislang gut an der neuen Adresse, in allen drei Ligaspielen stand er als Stürmer in der Startelf. Er ist Teil eines großen Umbruchs in Raisting, mannschaftlich muss sich der Klub daher erst neu finden. „Ich will hier auf Dauer eine tragende Rolle spielen. Schließlich bin ich gekommen, um Tore zu schießen“, kündigt Specht an.
Die hinterlassene Lücke in Starnberg soll nun sein langjähriger Freund Dominik Schäffler füllen. Dieser machte im Sommer den entgegengesetzten Schritt: von der Bezirksliga zurück in die Heimat. Nach nur einem Jahr brach der 23-Jährige seine Zelte beim TSV Gilching-Argelsried ab und geht fortan wieder für seinen Ausbildungsverein auf Torejagd – der verlorene Sohn ist zurück. Specht und Schäffler (beide Jahrgang 2002) spielten schon im Jugendbereich lange zusammen.

Der Neu-Raistinger traut seinem Kumpel nach der Rückkehr heuer einiges zu: „Er war Kapitän und immer eine wichtige Stütze. Ich bin mir sicher, dass er Starnberg guttut und sie mit der jungen Mannschaft vielleicht sogar oben mitspielen können.“
Positionsgetreu ersetzen wird Schäffler Specht aber eher nicht. „Wir sind sehr unterschiedliche Spielertypen“, stellt Schäffler klar. Co-Trainer Sascha Grießhammer sieht das ähnlich: „Ich weiß nicht, inwiefern wir Frederik überhaupt ersetzen können und ob es seine Position im neuen System noch gibt. Dominik soll jedenfalls vorne spielen.“ In seiner letzten Saison in Starnberg war Schäffler zeitweise deutlich defensiver zum Einsatz gekommen.
Die Gilchinger hatten ihn vor einem Jahr dann als junge Sturmhoffnung verpflichtet. Unter Trainer Christian Rodenwald nahm er die Rolle des Edeljokers ein. Nach einem starken Einstand tat sich der Neuzugang während der sportlich durchwachsenen Gilchinger Hinrunde allerdings zunehmend schwer. „Wenn man in der Schlussphase eingewechselt wird und dann nur noch lange Bälle nach vorn geschlagen werden, kann man sich schwer zeigen“, sagt Dominik Schäffler.
Mit Gilchings Leistungssteigerung in der Rückrunde lief es dann auch für den Stürmer besser, bereut habe er den Wechsel ohnehin nicht. „Es war eine schöne Zeit. Ich habe auf hohem Niveau wichtige Erfahrungen gesammelt, vor allem der Trainer hat mir viel mitgegeben.“
Am Ende habe er aber einfach wieder mit seinen Kindheitsfreunden in Starnberg spielen wollen – der Aufstieg der Spielgemeinschaft in die Kreisklasse kam als verlockender Faktor hinzu. „Außerdem war die Bezirksliga für mich sehr zeitintensiv“, führt Schäffler weiter aus.
Starnbergs neuer Trainer Radek Biernat, den der 23-Jährige noch gut aus dem Jugendbereich kennt und „menschlich sowie sportlich“ schätzt, stieß die Rückkehr mit einem Anruf an. „Da habe ich schnell zugesagt. Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich brauche zum Glück auch keine Eingewöhnungszeit, alles ist beim Alten“, sagt Schäffler.
Bei seinem Comeback im Kreispokal gegen den TSV Pentenried glänzte der Stürmer direkt mit zwei Treffern, der Ligaauftakt verlief mit zwei Startniederlagen allerdings denkbar unglücklich für die SGSS – und besonders für Schäffler selbst. Im Derby gegen Feldafing flog er mit Gelb-Rot vom Platz, am vergangenen Wochenende zog er sich eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zu und wird vo㈠raussichtlich mehrere Wochen ausfallen.
Seinen Teamkollegen traut Schäffler aber auch ohne seine Mithilfe zu, bald die Kurve zu kratzen: „Qualität und das Potenzial sind in der Mannschaft vorhanden. Daran ändert sich nichts.“