
An der jüngsten Niederlage hatten sie im Lager der SG Züsch-Neuhütten-Damflos/Hermeskeil noch einige Tage lang zu knabbern: Mit 2:3 ging die Partie beim SV Farschweiler verloren. „Es gibt Gegner in der Staffel, die uns einfach nicht so liegen. Dazu zählt Farschweiler“, sagt Spielertrainer Andreas Weber im Rückblick.
Erschwerend sei am vergangenen Sonntag eine völlig verkorkste Anfangsphase hinzugekommen: Bereits nach fünf Minuten lagen die Gäste mit 0:2 im Hintertreffen. „Gegen eine Mannschaft, die sehr körperbetont und aus der Tiefe heraus mit langen Bällen operiert, war das Gift. Unser Matchplan war schon zu diesem Zeitpunkt Makulatur“, so Weber. Dennoch glich die SG nach Treffern von Hussein Hassan und Scott Henninger kurz vor und einige Minuten nach der Pause noch aus. „In dieser Phase schafften wir es, den Ball laufen zu lassen und möglichst wenig Zweikämpfe zu führen“, so Weber. Doch bereits kurz nach dem Tor zum 2:2 ging Farschweiler wieder in Führung. „Es wurde ein wildes Spiel, in dem wir wie so oft in den vergangenen Wochen unsere Chancen nicht genutzt haben. Uns fehlt derzeit einfach ein Knipser.“ Besonders schmerzlich vermisst der 35-jährige Coach der Hochwälder in diesem Zusammenhang seinen ebenfalls mitspielenden Assistenten Michael Urhahn, der „immer für zehn bis 15 Tore pro Saison gut ist“. Bereits im ersten Spiel der neuen Runde, beim 7:1 über Mosella Schweich III, sah der 31-jährige Routinier Rot. Gerade wieder spielberechtigt, zog sich Urhahn eine Wadenverletzung zu und fällt seitdem aus.
Mit den aus den bisherigen sieben Spielen 13 erzielten Punkten kann Weber indes leben. Von den drei Auftaktsiegen ließ er sich nicht blenden: „Es war klar, dass es nicht so weitergeht. Am Anfang gewannen wir zwar in überzeugender Art und Weise, doch es waren keine überragenden Leistungen.“
Den ersten Rückschlag gab es Ende August. Mit 0:1 wurde beim aktuellen Drittletzten SG Haag II verloren. Ein holpriger Platz, ein Gegner, der aus wenig viel machte – und eine gewisse Ungeduld aufseiten seiner Mannschaft waren für den Züscher Spielertrainer ausschlaggebend für die Niederlage: „Wenn wir mal nach 20 Minuten nicht führen, werden einige bei uns schon schwer nervös.“
Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2022 hat der in Morscheid oberhalb des Ruwertals lebende Weber die Strukturen in der Spielgemeinschaft sehr genau kennengelernt. Im oberen Tabellendrittel will er mit seiner Mannschaft nach Rang sieben in der Vorsaison landen. Vom Aufstieg redet er nicht. Aus gutem Grund: „Die Trainingsbeteiligung ist gerade in den Wintermonaten oft nicht so, wie ich sie mir vorstelle. Im Hochwald ist es da oft kalt und nass. Die Bedingungen sind dementsprechend nicht immer die besten.“ Den multikulturellen Charakter, den eine Handvoll Spieler, die früher oder immer noch in der AfA leben, mitbringen, schätzt Weber. Gleichwohl berichtet er auch von sprachlichen Barrieren, die nach wie vor bestünden und die es schwierig machten, zum Beispiel taktische Punkte zu besprechen: „Das sind alles feine Kerle und gute Kicker, aber auch irgendwo Freigeister auf dem Platz.“
Seine Mannschaft könne jeden in der Liga schlagen. „Dafür“, weiß der frühere Mehringer Rheinlandligaspieler, den eine schwere Knieverletzung einst allzu früh aus der Bahn warf, „brauchen wir aber auch hundert Prozent“.
Der kommenden Partie am Sonntag ab 14.30 Uhr im Hermeskeiler Waldstadion gegen den drei Punkte und zwei Plätze schlechter notierten SV Niederemmel II misst Weber eine besondere Bedeutung bei: „Gerade nach der Niederlage in Farschweiler und vor dem spielfreien Wochenende wollen wir unbedingt gewinnen, um nicht in der Tabelle abzufallen.“
Ehe es am übernächsten Wochenende durchschnaufen kann, steht Webers Team am Mittwoch noch eine Aufgabe im Kreispokal ins Haus, wenn ab 19.30 Uhr Ligakonkurrent SG Kordel/Welschbillig in Züsch antritt.