Alles natürlich kein Grund für den FCM, schon vorab die weiße Fahne zu hissen. „Von der Leistungsbereitschaft her sind wir im Bereich des Möglichen, gegen Schonnebeck etwas einzusammeln“, sagt Ruess, fordert aber auch sogleich: „Da müssen wir dann aber ein ganz anderes Gesicht zeigen als in Dingden. Da sah es teilweise so behäbig aus... Ich hoffe, dass das ein Ausrutscher war, und wenn es das war, dann sind wir auch für Schonnebeck schwer zu spielen. Ich bin überzeugt, dass wir das Zeug dazu haben, in jedem Spiel dagegen zu halten. Wir wollen eine Reaktion zeigen und müssen uns dafür steigern.“
Die bisher nur 22 Punkte und die Platzierung im unteren Drittel der Tabelle verwundern etwas mit Blick auf das, was die Monheimer auch abrufen können – etwa ein 3:3 bei Herbstmeister Ratingen 04/19 vor der Winterpause oder die starken Testspiele danach mit vier Siegen, in denen der FCM jeweils vier Tore erzielte. „Testspiele sagen halt nichts aus“, entgegnet Ruess, gibt aber zu: „Wir hatten uns auch mehr vorgestellt nach den guten Eindrücken. Das wurmt uns, dass wir mit den Fähigkeiten, die die Mannschaft hat, bisher nur 22 Punkte auf der Uhr haben. Der Aufwand steht noch nicht im Einklang mit dem geringfügigeren Ertrag. Das nervt uns. Aber die Mannschaft bringt alles mit, und es gibt absolut keinen Zweifel an der Truppe.
In der Hinrunde habe der FCM „zu viele Punkte verschenkt“, findet der Chefcoach und erinnert beispielsweise an die Partien gegen Meerbusch (1:1), Jüchen (1:2 nach 1:0-Führung) oder Büderich (1:3). „Wir hätten sechs bis acht Punkte mehr haben können, das wäre absolut möglich gewesen. Dann wären wir jetzt auch bei 30 Punkten“, rechnet Ruess vor, weiß aber auch: „Der Konjunktiv hilft uns nicht, wir müssen da rauskommen. Es bleibt kuschelig in der Tabelle, die Liga ist so verrückt wie nie.“
Für den FCM müsse es nun darum gehen, „Konstanz und die Entscheidungsfindung im Spiel zu verbessern“, findet der Trainer, der über das Spiel am Sonntag hinaus ergänzt: „Wir behalten unser Kernziel im Blick, uns entwickeln zu wollen und Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.“ Da täte Zählbares im Heimspiel gegen Schonnebeck sicher gut, egal wie selbst-verschuldet undankbar die Aufgabe aktuell ist.