
Rot-Weiss Essen hat mit dem späten 3:2-Sieg beim SSV Ulm nicht nur den Relegationsplatz erobert, sondern auch einmal mehr seine Comeback-Qualitäten unter Beweis gestellt. Entsprechend emotional fielen die Stimmen nach Abpfiff aus.
"Wir haben einen ganz tollen Start hingelegt“, erklärte Koschinat auf der Pressekonferenz. Der frühe Führungstreffer durch Torben Müsel habe genau zur Zielsetzung gepasst, "Druck auf andere Stadien zu machen“.
Zwar schien Rot-Weiss in dieser Phase sogar auf das nächste Tor zu drücken, doch individuelle Fehler zerstörten den guten Eindruck der Anfangsphase.
"Die beiden Gegentore sind so ein Stück weit Spiegelbild der Saison. Wir laden den Gegner aus dem Nichts zu Gegentoren ein“, sagte Koschinat. Dennoch zeigte seine Mannschaft erneut Charakter: "Die Mannschaft hat sich immer wieder aufgerappelt, hat eine starke Moral und einen starken inneren Willen."
Dass Essen auch trotz drückender Dominanz in der zweiten Hälfte noch bis in die Nachspielzeit zittern musste, hatte besonders mit Ulms Schlussmann Christian Ortag zu tun. Koschinat würdigte den Sahnetag des Keepers: "Das war phänomenal, wie viele Hände er an Bälle bekommen hat, die wir mehrheitlich noch nicht mal schlecht geschossen haben."
Doppeltorschütze Torben Müsel rang nach Abpfiff um Worte. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", wird er in der WAZ zitiert. Besonders die Schlussphase habe gezeigt, welchen Glauben die Mannschaft entwickelt habe. Trotz zahlreicher vergebener Chancen habe RWE nie aufgegeben.
Auch Siegtorschütze Ben Hüning zeigte sich überwältigt von den Emotionen nach dem Last-Minute-Erfolg. "Ich bin immer noch sprachlos“, sagte der Winter-Zugang. Vor allem der Zusammenhalt innerhalb des Teams imponiert ihm: "Ich bin im Winter hierhergekommen und habe eine Mannschaft kennengelernt, die man nur lieben kann.“
Dass Essen nach Rückschlägen erneut zurückkam, überraschte innerhalb der Mannschaft offenbar niemanden mehr. Müsel betonte, dass "die Hoffnung immer da“ gewesen sei. Hüning ergänzte passend dazu: "Diese Mannschaft ist der Wahnsinn.“
Koschinat wollte die Euphorie trotz des erreichten Relegationsplatzes allerdings noch etwas bremsen. "Es sind erstmal zwei ganz große Spiele als Finale einer tollen Saison“, betonte der Trainer. Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt von seinem Team: "Ich bin in ganz hohem Maße optimistisch für die Relegation."