
Die Landesliga Südost ist gerade einmal zwei Spieltage alt, und schon ist klar, dass heuer jeder jeden schlagen kann. Am Dienstagabend verloren so einige vermeintliche Favoriten ihr Spiel, unter anderem auch der VfB Hallbergmoos mit 1:3 (1:2) beim FC Wacker München.
Hallbergmoos – Die Hallbergmooser Leistung war im Vergleich zum starken Auftaktsieg gegen Wasserburg (1:0) ein Unterschied wie Tag und Nacht. Der Hallbergmooser Trainer Andreas Giglberger kann mit Niederlagen leben, wenn der Gegner besser war oder der eigene Aufwand – aus welchen Gründen auch immer – nicht belohnt wurde. Vor den knapp 300 Zuschauern beim Münchner Traditionsclub stimmten bei Hallbergmoos aber vor allem die Basics nicht. Die gnadenlose Entschlossenheit, mit der man sich gegen Wasserburg mit Hurra in jeden Zweikampf warf, war wie weggeblasen. Wacker gewann die Zweikämpfe und deshalb ganz logisch auch das Spiel. Dazu kamen böse individuelle Fehler wie beim ersten Gegentor von Severin Buchta (34.).
Der Ausgleich war dann eine Mischung aus guter Idee und kurioser Umsetzung. Chris Wimmer spielte einen Diagonalball, den Duje Vukman mit dem Oberschenkel über die Linie drückte. Plötzlich stand es 1:1 (36.). Ein Unentschieden zur Pause wäre schmeichelhaft gewesen, aber das erledigte sich mit dem 2:1 von Nam Nguyen (45.), der vor dem Einschuss drei Mann ausspielte. Beim Sieg gegen Wasserburg hatte die VfB-Defensive noch deutlich entschlossener agiert.
Zur Halbzeit wechselte Trainer Andreas Giglberger und brachte damit seine angefressene Stimmungslage deutlich zum Ausdruck. Zu der schlechten Mannschaftsleistung kam dann auch noch Pech dazu: Valentin Thalmeier war einer der eingewechselten Spieler, aber er musste nach 16 Minuten verletzt wieder raus. Kein Pech war unterdessen, dass man den Ausgleich nicht schaffte. Die Hallbergmooser hatten zwar im Ansatz gefährliche Offensivaktionen, diese wurden dann aber nicht genau genug ausgespielt. Auch gefährliche Standards von Andreas Kostorz verpufften ohne nennenswerte Torschüsse.
Hallbergmoos war am Dienstagabend weit weg von den 100 Prozent. Deshalb bestand trotz des knappen Rückstands bis zehn Minuten vor Schluss eigentlich keine wirkliche Hoffnung auf den Ausgleich. Anes Ziljkic machte mit dem 3:1 (80.) dann alles klar.
In der Gästekabine gab es nach dem Spiel intensiven Gesprächsbedarf. Die Tatsache, dass die Basics nicht stimmten, war noch schmerzhafter als das Ergebnis. Da war es auch nur ein geringer Trost, dass mit Wasserburg, Grünwald und Unterföhring parallel weitere Top-Teams ihre Spiele verloren. Die Landesliga hat nach 180 Minuten gezeigt, dass hier jeder jeden schlagen kann. Und der VfB Hallbergmoos muss am Freitag (19 Uhr) gegen Chiemgau Traunstein wieder aggressiven und intensiven Fußball voller Leidenschaft spielen, will man diesen Kick von Wacker vergessen machen.