2024-04-20T08:00:28.265Z

Spielbericht
Vollen Einsatz zeigte Germania Metternich (rechts: Kian Freisberg) in Wittlich (links: Timo Wollny) und ergatterte am Ende einen Punkt.
Vollen Einsatz zeigte Germania Metternich (rechts: Kian Freisberg) in Wittlich (links: Timo Wollny) und ergatterte am Ende einen Punkt. – Foto: Hans Krämer

Ein Spiel zum Haareraufen ​

Erneut hat Rot-Weiss Wittlich gegen einen Abstiegskandidaten in der Fußball-Rheinlandliga Punkte liegen lassen. Dass es eine Woche nach dem 1:2 gegen Immendorf beim 1:1 gegen Metternich diesmal immerhin zu einem Punkt reichte, war nur ein ganz schwacher Trost für die Mannschaft des neuen Trainers August Schlotter. ​

Es war zum Haareraufen, was die Gastgeber den von Platzkassierer Jörg Schneller gezählten 111 Besuchern am Sonntagnachmittag am Bürgerwehr boten: In der ersten Hälfte fehlte es den am Mittwoch beim 3:1 in Kirchberg noch so überzeugenden Rot-Weißen aus Wittlich zunächst an Tempo und Ideen. Dabei wurde gerade das konsequente Spiel über die Außen vernachlässigt, um die in der Mitte massiv stehende Abwehr der Germania aus Metternich zu knacken. Höhepunkte waren vor dem Seitenwechsel rar gesät.

Wenn, dann wurde es noch vor dem Kasten von Jonas Landen (er vertrat den erkrankten Philipp Berhard) gefährlich: So etwa in der fünften Minute, als Tim Niemczyk für den Tabellenvorletzten aus dem Koblenzer Stadtteil knapp verpasste und in Minute 22. Hier klärte Gjergj Prebreza im letzten Moment gegen Marvin Geissen. „In der ersten Halbzeit waren wir gar nicht auf dem Platz und haben ganz ganz schlecht gespielt“, musste August Schlotter nach seinem dritten Spiel als verantwortlicher Trainer des Rheinlandligaaufsteigers feststellen. Vor knapp 14 Tagen hatten der bisherige Coach Guido Habscheid mitsamt seiner drei Söhne Moritz, Nils und Tim aufgehört (FuPa berichtete). ​

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Was sich im zweiten Durchgang abspielte, war so bizarr wie der Wettermix über Wittlich aus Sonne, Regen und Hagel: Mit deutlich mehr Ideen, Zug zum Tor und Spielfreude kamen die Hausherren aus der Kabine. Der zuletzt so treffsichere Daniel Littau entfachte viel Schwung über links, schoss zunächst zwei Mal knapp vorbei. Doch die Metternicher, denen auswärts bislang erst drei magere Punkte gelungen waren, blieben über Konter gefährlich: Am langen Pfosten lauernd, köpfte Bence Kast knapp drüber (50.).

Der Führungstreffer per Kopf durch den aufgerückten Kapitän und Abwehrchef Max Düpre nach Ecke von Ömer Kahyaoglu (54.) schien für die Rot-Weißen einer Befreiung gleichzukommen. Flüssig liefen nun die Aktionen bis in den Strafraum der zunehmend überforderten Gäste. Bis Mitte des zweiten Durchgangs boten sich Littau, Kahyaoglu und Ralf Rizvani insgesamt fünf glasklare Chancen. Mal ging der Ball knapp vorbei, mal hielt Schlussmann Tim Weiler stark, mal scheiterte Wittlich schlicht am eigenen Unvermögen.

Leonardo da Souza, Trainer des FC Germania Metternich:

Wie ein Hammerschlag musste den Säubrennern da das 1:1 vorkommen. Düpre attackierte den eingewechselten Jannik Seitz zu zögerlich, der flankte nach innen, wo Geissen aus zwei Metern vollendete (67.).

In der Folge ging es hin und her. Beiden Teams half eigentlich nur ein Dreier. Ein „chaotisches Spiel“ bilanzierte Schlotter hinterher sogar. Seine Mannschaft überbot sich weiter im Auslassen klarster Gelegenheiten und konnte dabei auch die ausgeprägte Metternicher Standard-Schwäche nicht ausnutzen. Die Germania hätte aber auch noch fast ein weiteres Mal zugeschlagen. Besonders der frei vor Landen auftauchende Seitz (83., schoss vorbei) und Fabien Fries (Landen tauchte reaktionsschnell ab, 88.) waren ganz nah dran. Kurz nachdem auch Gabriel Harig eine dicke Chance ausgelassen hatte, pfiff der sehr souveräne Schiedsrichter Veron Besiri ab – und die Wittlicher sanken enttäuscht zu Boden.

Als Achtungserfolg wertete Gästetrainer Leonardo de Susa das Remis: „Das Spiel hätte in beide Richtungen laufen können. Zuletzt haben wir uns auswärts einschüchtern lassen. Diesmal sind wir aber nach einem Rückstand sogar noch mal zurückgekommen und haben gezeigt, dass wir uns wehren können.“

August Schlotter, Trainer von Rot-Weiss Wittlich:

Erneut habe man gegen ein Team aus dem Tabellenkeller alt ausgesehen, monierte sein Gegenüber Schlotter. Spielerisch sah er gerade im ersten Durchgang zu viele Mängel, und Metternich habe „gekämpft wie die Berserker“.

Erneut fehlte der erst im Winter verpflichtete Stürmerroutinier Amodiu Abdullei im Kader und werde auch nicht mehr in diesen zurückkehren, wie Schlotter betonte. Weder der 36-jährige, frühere Ober- und Regionalligaspieler noch der Wittlicher Coach wollen sich zum Grund dafür äußern. Fakt ist aber, dass Abdullei aus verschiedenen Gründen zu selten am Mannschaftstraining teilnahm.

Rot-Weiss Wittlich - FC Germania Metternich 1:1 (0:0)

Wittlich: Landen - Harig, Düpre, Rizvani, Littau, Kahyaoglu, Stefan, Lames, Habbouchi, Wollny (85. Aliu), Prebreza (46. Tonner).

Metternich: Weiler - K. Freisberg, Wagner (56. Mahmud, 85. Wans), Kast, Hankammer (66. Fries), Brittner, Öztürk, Niemczyk (56. Seitz), Pies (69. M. Freisberg), Geissen, Simsek.

Schiedsrichter: Veron Besiri (Trier)

Zuschauer: 111

Tore: 1:0 Düpre (54.), 1:1 Geissen (67.)

Aufrufe: 025.3.2024, 12:00 Uhr
Andreas Arens Autor