
Mitten im Kampf um den Klassenerhalt in der Landesliga Mittelrhein Staffel 2 tritt Marc Diamante als Trainer von Viktoria Glesch-Paffendorf zurück. Seine Entscheidung ist das Ergebnis langer Gespräche – und fehlender Überzeugung, dass notwendige Veränderungen zeitnah umgesetzt werden können.
Der Abstiegskampf hat bei BC Viktoria Glesch-Paffendorf eine neue Dimension erreicht. Nach der jüngsten sportlichen Talfahrt und dem Abrutschen auf den letzten regulären Tabellenplatz der Landesliga Staffel 2 hat Trainer Marc Diamante sein Amt endgültig niedergelegt. Zuvor hatte er dem Vorstand bereits seinen Rücktritt angeboten, dieser war jedoch zunächst nicht angenommen worden.
Diamante schildert, dass die Vereinsführung bis zuletzt versucht habe, ihn zu halten. „Der Vorstand wollte mich mit allen Mitteln überzeugen und war bereit, mir jeden Wunsch zu erfüllen“, sagt der 32-Jährige. Am Ende habe ihm jedoch die innere Überzeugung gefehlt, dass zentrale Themen, die aus seiner Sicht notwendig seien, kurzfristig und konsequent angegangen werden können. „Wenn diese Überzeugung fehlt, wäre es unfair, dem Verein gegenüber mit halbem Herzen weiterzumachen.“
Die Entscheidung fiel nicht über Nacht. Nach eigenen Angaben suchte Diamante das Gespräch mit Weggefährten, einem Trainerkollegen aus der Liga sowie seinem Co-Trainer Oguz Esser, der nun ebenfalls sein Amt niedergelegt hat. Bereits am Sonntag habe er für sich einen inneren Schlussstrich gezogen, die darauffolgenden Gespräche hätten ihn in dieser Haltung nur bestärkt. „Ich kann gewisse Dinge nicht mehr hinnehmen und akzeptieren“, erklärt er mit Blick auf teaminterne wie auch vereinsstrukturelle Aspekte, ohne diese weiter auszuführen.
Dabei endet die Zusammenarbeit nicht ohne sportliche Verdienste. In knapp drei Jahren habe er sich, so Diamante, „24/7 in den Dienst des Vereins gestellt“ und trotz schwieriger Rahmenbedingungen zentrale Ziele erreicht. Besonders der Klassenerhalt in der Vorsaison, erzielt mit einer kurzfristig zusammengestellten Mannschaft nach dem Zwangsabstieg aus der Mittelrheinliga, gilt vereinsintern als großer Erfolg und als Fundament für die weitere Entwicklung.
Aktuell jedoch steht Glesch-Paffendorf mit zehn Punkten aus 16 Spielen auf Rang 15 der Tabelle, die Abstiegszone ist akute Realität. Diamante verbindet seinen Rücktritt ausdrücklich mit der Hoffnung, einen Impuls auszulösen. Der Verein müsse die Situation nun nutzen, „um die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen“. Wer die Mannschaft in den kommenden Wochen übernehmen wird, ist offen.
Für Diamante selbst beginnt vorerst eine Phase der Ungewissheit. Eine Pause schließt er nicht aus, macht aber zugleich deutlich, dass ein mögliches neues Engagement nur unter klaren Voraussetzungen infrage kommt. „Ich müsste mich zu eintausend Prozent identifizieren können – ansonsten werde ich nichts machen.“
In Glesch-Paffendorf bleibt vorerst vor allem eines: die Erkenntnis, dass der sportliche Kampf um den Klassenerhalt nun auch zu einer strukturellen Bewährungsprobe geworden ist.