2025-12-03T05:51:34.672Z

Vom Spielfeldrand
– Foto: TuS Haren 1920

Ein Kopfball, drei Punkte - Baccum macht’s auf die einfache Tour

Ein Kopfball, drei Punkte - Baccum macht’s auf die einfache Tour

– Foto: TuS Haren 1920

Ein Standard, ein Tor, ein Sieg - Baccum macht’s mit der Schlichtheit eines Handwerksmeisters

Es war einer dieser Sonntage, an denen man den Geruch von Rasen, Bratwurst und leicht enttäuschter Heimfans in der Luft förmlich greifen konnte. TuS Haren und der SC Baccum schenkten sich über 90 Minuten nichts, außer vielleicht dem einen oder anderen langen Ball. Am Ende entschied das, was man in der Fußballsprache gern „eine Standardsituation“ nennt und was in Haren ab sofort vermutlich als „der Moment des Wemker“ in Erinnerung bleiben wird.

68. Minute, Ecke von Jannik Bloom, Kopfball von Marius Wemker, Tor. Mehr braucht es manchmal nicht, um drei Punkte auf fremdem Platz einzutüten. Es war Wempkers erstes Saisontor und eines dieser Tore, die so schlicht wie schön sind. Kein Zirkus, kein VAR, kein Geniestreich, einfach ein Kopf, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

Haren versuchte danach, noch einmal Tempo aufzunehmen, wechselte fleißig (Hoogenberg, Hopster und Kuhl wurden durch frische Kräfte ersetzt), aber Baccum stand wie eine verschlossene Gartenpforte an einem windigen Tag. Selbst als die Nachspielzeit anbrach, blieb’s bei diesem nüchternen 0:1 - so nüchtern, dass man fast applaudieren möchte.

Am Ende schrieb Liveticker-Mann Dennis Hagen trocken: „Ein Standard reicht Baccum für den Auswärtsdreier.“

Mehr Analyse braucht es vielleicht gar nicht.

Während Haren sich also über vergebene Chancen ärgert, darf Baccum feiern - leise, aber zufrieden. Denn wenn man auswärts gewinnt, ohne viel Federlesen, ist das so etwas wie das „Goldene Kalb“ des Amateurfußballs: selten, schön und am Ende doch unbezahlbar.

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Doppelt geführt, dreifach geärgert - Bawinkel verliert daheim

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SV Bawinkel gegen Rütenbrock, das war so ein Spiel, bei dem man sich als Zuschauer zwischendurch fragte: „Und warum genau führen wir nicht schon 3:0?“ Die Gastgeber starteten furios, hatten früh Chancen, ließen den Ball laufen und belohnten sich in der 21. Minute: Timo Wintels verlängerte per Kopf, Lukas Ahlers nahm dankend an - 1:0.

Doch wie das so ist: Wer vorne was liegen lässt, fängt sich hinten irgendwann was ein. Nach der Pause war’s soweit. Marek Heyne traf direkt nach einer Ecke (57.), ehe Wintels mit dem schnellen Gegenschlag (59.) für die erneute Führung sorgte. Alles sah nach einem typischen „Mund abputzen und drei Punkte mitnehmen“-Spiel aus.

Aber Rütenbrock hatte was dagegen. Erst glich Lucas Jänen aus (74.), dann legte Michael Stevens in der Nachspielzeit noch einen drauf (90.+1). Statt Jubel über den Heimsieg herrschte betretenes Schweigen, außer bei den Gästen, die mit einem Last-Minute-Dreier im Gepäck die Kabine rockten.

Unterm Strich: Bawinkel spielte eine Halbzeit lang reif und zielstrebig, ließ dann aber die Zügel schleifen. Was folgte, war ein wilder Kick, der am Ende unnötig verloren ging.

Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung gibt’s am Sonntag um 18 Uhr gegen Aufsteiger Eltern. Heimspiel, Flutlicht, endlich wieder Punkte - was will man mehr?

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Bokeloh bleibt oben, dank sicherer Hände

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Das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Bokeloh und Verfolger Listrup begann, wie man es sich als neutraler Zuschauer nur wünschen kann: mit einem Elfmeter nach nicht einmal drei Minuten. Listrups Mitch Bünker kam im Strafraum zu Fall, die Pfeife ertönte und Marcel Knoop schnappte sich den Ball. Ein früher Wirkungstreffer? Nicht an diesem Donnerstag. Denn Bokelohs Keeper Lukas Gersema tauchte ab und hielt nicht nur den Strafstoß, sondern auch seine Mannschaft im Spiel.

Der psychologische Effekt: während Listrup noch mit dem vergebenen Geschenk haderte, nutzte Bokeloh den nächsten Elfmeter auf der Gegenseite. Niels Alsmeier verwandelte trocken zum 1:0 (10.). Wer so eiskalt vom Punkt trifft, hat das „Momentum“ meist gleich mitgebucht.

Nur wenig später ließ Robin Bürschen die Heimkurve aus der Distanz jubeln - 2:0 nach nicht einmal einer halben Stunde. Es war der Moment, in dem Listrup den Zugriff verlor und Bokeloh die Zügel übernahm.

Nach der Pause machten die Gastgeber da weiter, wo sie aufgehört hatten. Erst verhinderte die Latte ein Traumtor von Alsmeier, dann nickte Erik Lüssing nach einer Ecke zum 3:0 ein (59.). Den Schlusspunkt setzte derselbe Mann kurz vor Abpfiff - 4:0, Tabellenführung verteidigt, Heimmannschaft glücklich.

Listrup dagegen konnte kurz vor Schluss nur noch den Pfosten treffen. Am Ende blieb das Gefühl, dass alles schon in Minute drei entschieden wurde, als Gersema mit dem gehaltenen Elfmeter die Richtung vorgab.

Manchmal ist Fußball eben simpel. Ein Torwart hält, der Gegner hadert, und plötzlich läuft ein Spiel wie auf Schienen. Bokeloh grinste sich zurück in die Erfolgsspur, Listrup muss erst mal wieder die Handbremse lösen.

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Papenburgs U23 feiert Fußballabend unter Flutlicht

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Flutlicht an, Hauptplatz voll mit immerhin 50 Zuschauern und von der ersten Minute an war klar: Das hier wird kein gemütlicher Herbstkick. Schon nach drei Minuten brachte Vitus Plate die Papenburger Reserve in Führung, nachdem David Schwennen den Ball so passgenau vorgelegt hatte, dass man meinen konnte, er hätte Lineal und Wasserwaage benutzt.

Schwennen hatte sichtbar Gefallen gefunden und legte in der 16. Minute gleich selbst nach. Vorlage Janis Grote, Abschluss trocken, 2:0. Acht Minuten später durfte dann Jerome Hensen ran: Pass von Lennart Albers, Abschluss aus dem Lehrbuch, 3:0 nach nicht einmal einer halben Stunde.

Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause und eigentlich hätte die Partie da schon entschieden sein können. Papenburg stand defensiv stabil, Haren fand kaum Mittel, während die Gastgeber vorne immer wieder gefährlich kombinierten.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Bild. Papenburg kontrollierte, Haren blieb fair, aber ungefährlich. In der 77. Minute belohnte sich Mathis Sürken mit dem 4:0, nach Vorarbeit von Ben Lünsmann. Kurz darauf setzte Plate den Schlusspunkt: Luca Schreier spielte zu, Plate verwandelte zum 5:0-Endstand.

Fünf Tore, kein Gegentor, gute Stimmung auf den Rängen - Papenburg II zeigte sich an diesem Abend in Torlaune. Und wer sein IKEA-Regal schon einmal falsch zusammengeschraubt hat, konnte sehen, wie es richtig geht: hinten fest, vorne spielerisch. Zwei Siege in Folge, die Serie läuft.

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Haselünne spaziert zum 6:2 - Haren reicht ein kurzes Strohfeuer nicht

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Manchmal reicht ein Strohfeuer, um den Gegner ins Schwitzen zu bringen. Doch im Fall von TuS Haren blieb es genau das: kurz, heiß und sofort wieder erloschen. Am Ende jubelte der Haselünner SV verdient über ein sattes 6:2.

Den Liveticker bediente übrigens Dennis Hagen, und allein das war schon Unterhaltung genug.

Bereits in der 7. Minute ließ Benedikt Hölzen den ersten Knall los, begünstigt durch einen Stockfehler im Harener Aufbau. Maurice Gerdelmann legte noch vor der Pause nach (45.+2) - 0:2 und ein Halbzeitfazit, das so trocken war wie der Haselünner Spielstil: „verdient“.

Doch dann, oh Wunder: Haren entdeckte das Toreschießen. Tom Wilmink verwandelte eine Ecke direkt (59.), Mirco Husmann legte zwei Minuten später nach, plötzlich 2:2, plötzlich Lärm am Brookdeich.

Aber eben nur kurz. Haselünne reagierte wie jemand, der sein Bierglas umgestoßen hat: schnell und ohne Diskussion. Zweimal Leo Döbber (69., 78.), noch einmal Hölzen (83.) und in der Nachspielzeit Hendrik Lüllmann (90.+3) stellten die Verhältnisse wieder her. Zwischendurch klopfte Haren zwar immer wieder an, aber Keeper Möhlenkamp hatte mehr Spaß am Fliegen als am Nachsehen.

Am Ende stand ein 6:2, das in den Notizen von Dennis den passenden Kommentar bekam: „Fünf gute Minuten reichen Haren nicht für Punkte.“ Mehr Analyse braucht’s eigentlich nicht.

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Papenburg II - erst Chaos, dann Kino

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Es war mal wieder so ein typischer U23-Nachmittag: Ballbesitz, Chancen, eigentlich alles im Griff und dann lag man nach zwei Minuten des Chaos plötzlich mit 0:2 hinten. Thomas Fehren (36.) und Sascha Rumpke (38.) trafen für Lengerich, als hätte jemand am Controller kurz den Schwierigkeitsgrad hochgestellt.

Doch noch vor der Pause hatte Vitus Plate die richtige Antwort. Nach Vorlage von Malte Fokken nahm er Maß und drosch den Ball aus der Distanz ins Tor (42.). Ein Treffer, der die Köpfe oben und das Spiel offenhielt.

In der Kabine zog das Trainerteam dann den Joker-Doppelpack: Mathis Sürken kam fürs Zentrum, Ben Lünsmann für die Abwehr. Sürken wirbelte gleich los und legte später zwei Tore auf, Lünsmann räumte hinten ab, als hätte er das Spielfeld eigenhändig abgesperrt.

Die Stunde des Ausgleichs schlug nach einer Grote-Ecke. Im Strafraum herrschte Durcheinander, bis Martin Weichers (63.) den Ball artistisch per Skorpion-Kick über die Linie brachte. Kein regulärer Trainingsinhalt, aber effektiv.

Danach war Papenburg nicht mehr zu halten. Erst fand Sürken Vitus Plate, der zum 3:2 einschob (67.). Kurz darauf war Plate wieder da und machte mit seinem dritten Treffer (69.) den Hattrick perfekt, diesmal nach Vorlage von Fokken.

Unterm Strich: ein verdienter Auswärtssieg, der zeigte, dass sich die Wochen harter Arbeit eben doch lohnen. Die Tabelle bleibt eng, die Konkurrenz punktet auch, aber diesmal durfte Papenburg II schmunzelnd vom Platz gehen. Und mit dem guten Gefühl, am Donnerstag gegen TuS Haren gleich nachlegen zu können.

Aufrufe: 06.10.2025, 06:45 Uhr
P. M. Autor