
Der 11. Spieltag der Bezirksliga Weser-Ems 3 wird hier Stück für Stück aufgearbeitet, quasi wie eine sportliche Daily Soap, nur mit mehr Grätschen und weniger Drehbuch.
Ein Kopfball, der alles entscheidet

Ein Kopfball, der sitzt und eine Niederlage, die schmerzt: Spelle-Venhaus II gewinnt knapp mit 1:0 gegen die Weiße Elf Nordhorn. Markus Egbers nickt früh ein, danach wird’s ein zähes Stück Fußballarbeit. Nordhorn kämpft, spielt mutig, bleibt aber wieder ohne Lohn. Starke Leistung, null Punkte, Fußball kann grausam sein.
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Borussia Neuenhaus weiter sieglos - SG Freren nutzt Chancen eiskalt

Borussia Neuenhaus wartet weiter auf ein Erfolgserlebnis. Gegen die SG Freren unterlag die Mannschaft von Trainer Steffen Wolf mit 0:2 und blieb damit auch im siebten Spiel in Folge ohne Sieg. Trotz einer engagierten Leistung fehlte erneut die Zielstrebigkeit im Abschluss. Frerens Spielertrainer Florian Hoff und Jan-Hendrik Wecks sorgten früh für die Entscheidung. Mit dem Sieg klettert Freren auf Rang vier, während Neuenhaus weiter auf den ersehnten Befreiungsschlag hofft.
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Neuenhaus nicht zielstrebig genug - SG Freren bleibt oben dran
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ASV Altenlingen mit historischer Lehrstunde in Emslage

Es gibt Tage, da läuft einfach alles rund und dann gibt’s noch die Auswärtspartie des ASV Altenlingen beim VfL Emslage. 7:0 hieß es am Ende, und wer nicht dabei war, darf getrost von einem dieser seltenen Fußballtage sprechen, an denen selbst der Linienrichter irgendwann mitleidig auf die Uhr schaut.
Schon nach 13 Minuten eröffnete Marvin Krämer mit einem Distanzschuss den Torreigen, der erste von sieben Treffern und längst nicht der letzte Beweis, dass Altenlingen an diesem Nachmittag einfach besser war. Max Veer nickte kurz vor der Pause zum 2:0 ein, und spätestens da dürften die Emslager geahnt haben, dass das hier kein normaler Bezirksliga-Sonntag wird.
Nach dem Seitenwechsel ging’s dann Schlag auf Schlag: Kaufhold, Klatt, Krämer nochmal, Schnettberg per Elfmeter und schließlich Lingers, sieben Torschützen, siebenmal Freude pur. Dazwischen noch ein paar Alutreffer, ein halbes Dutzend Wechsel und zwei gelbe Karten, die eher wie kleine Atempausen wirkten.
Als der Schiedsrichter schließlich abpfiff, stand nicht nur der höchste Sieg der ASV-Bezirksligageschichte fest, sondern auch ein Statement: Altenlingen kann nicht nur solide, sondern an einem guten Tag auch spektakulär.
Für Emslage bleibt immerhin die Erkenntnis, dass man gegen so viel Spielfreude schlichtweg keinen Matchplan erfinden kann. Und für den Rest der Liga? Ein leises Raunen: Da oben scheint einer richtig Lust auf Fußball zu haben.
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Emsbüren im Niesel: Ein 1:1, das niemandem weh tat

Es war einer dieser Abende, an denen Flutlicht, Nieselregen und ein schwerer Rasen gemeinsam einen Pakt schließen, gegen Schönspielerei, für ehrliche Bezirksliga-Arbeit. Im Sportpark Emsbüren traf Concordia auf den SV Langen, und schon nach wenigen Minuten war klar: Hier wird niemand mit weißem Trikot nach Hause gehen.
Emsbüren begann mit mehr Ballbesitz, Langen mit mehr Geduld. Beide Mannschaften suchten in der ersten Halbzeit nach Lücken, fanden aber meist nur Gegnerbeine. Concordias Keeper Marco Freund bewies in der 30. Minute, dass Reflexe auch bei nassem Rasen funktionieren, eine Großchance der Gäste parierte er glänzend. Auf der Gegenseite fehlte den Hausherren die berühmte Fußspitze oder, je nach Perspektive, das Glück des Tüchtigen.
Nach der Pause änderte sich zunächst wenig, bis Minute 65. Luis Sterthaus tanzte durch die Mitte, Nico Timmer leitete weiter, und Bennet Frericks tat, was ein Stürmer in dieser Lage tun muss: den Ball kompromisslos in die Maschen prügeln. 1:0 für Emsbüren, 7. Saisontor für Frericks, und Jubel im Niesel.
Doch Langen zeigte, warum sie in dieser Liga niemand gern empfängt. Zehn Minuten später kombinierten sie schnörkellos nach vorn, Markus Raming-Freesen bediente Jan-Luca Bruns und der netzte eiskalt zum 1:1 ein (75.). Es war sein ebenfalls siebtes Saisontor, und das passte irgendwie zum Abend: ausgeglichen, zäh, aber mit Niveau.
Danach wogte die Partie hin und her. Emsbüren hatte kurz vor Schluss die Riesenchance zum Sieg, doch der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie. Nach 96 kampfbetonten Minuten pfiff der Schiedsrichter ab, beide Teams wirkten erschöpft, aber nicht unzufrieden.
So blieb am Ende ein Punkt pro Mannschaft, nasse Trikots und das stille Wissen, dass man in Emsbüren auch mit einem 1:1 zufrieden nach Hause gehen darf. Concordia bleibt ungeschlagen und nimmt das gute Gefühl mit ins nächste Spiel beim SV Bad Bentheim.
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Konstantin, der Kaltschnäuzige - Schwefingen siegt in Nordhorn

Es war ein Sonntag wie gemacht für Kaffee, Kuchen und drei Auswärtstore. Die Sportfreunde Schwefingen haben in Nordhorn gezeigt, dass sie nicht nur laufen, sondern auch lachen können, wenn’s drauf ankommt. Beim 3:1-Sieg gegen die Landesliga-Reserve von Vorwärts Nordhorn sah zunächst allerdings wenig nach einem entspannten Nachmittag aus.
Gerade fünf Minuten waren gespielt, da lag Schwefingen schon hinten. Luca Rakers traf für die Gastgeber, ein Wachmacher, den die Sportfreunde wohl mit doppeltem Espresso beantworteten. Danach übernahmen sie zunehmend das Kommando, fanden aber bis zur Pause noch nicht die Lücke. Vielleicht war’s der Rasen, vielleicht die Latte, vielleicht einfach Pech, vermutlich alles zusammen.
Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel dann so einseitig wie ein Familienmonopoly: Schwefingen drückte, Nordhorn verteidigte, und irgendwann war klar, hier fällt bald was. In der 58. Minute war es so weit: Ein Freistoß von Justin Uso segelte in den Strafraum, Alexander Kuhl stand goldrichtig und stocherte das Ding zum 1:1 über die Linie. Keine Schönheit, aber Tore müssen nicht schön sein, sie müssen zählen.
Trainer Daniel Vehring hatte danach ein glückliches Händchen. In der 70. Minute brachte er Konstantin Burs, und der Joker ließ sich nicht lange bitten. Erst lupfte er den Ball in der 86. Minute lässig über den Nordhorner Keeper, als hätte er das auf dem Bolzplatz schon hundertmal geübt. Und weil’s so schön war, legte er in der Nachspielzeit noch einen drauf: Annahme, Schlenzer, 3:1. Zwei Treffer in sieben Minuten, manch anderer braucht dafür eine ganze Saison.
Während Nordhorn nach dem Spiel wohl leise in den Oktobersonntag seufzte, feierten die Schwefinger den verdienten Sieg und den Sprung auf Tabellenplatz drei. Trainer Vehring war zufrieden: „Die Jungs haben heute als Team gefightet.“ Übersetzt heißt das: Keiner hat gemault, alle haben gerannt, und am Ende hat’s Spaß gemacht.
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Werlte spielt gut und ärgert sich trotzdem

Wenn man nach 45 Minuten in Werlte auf die Anzeigetafel blickte, schien die Fußballwelt in Ordnung: 1:0, Spiel im Griff, Zuschauer zufrieden. Axel Steenken hatte nach 27 Minuten getroffen, mit seinem zweiten Saisontor, vorbereitet von Dauerläufer David Kamlage, der sich mit seiner dritten Vorlage endgültig in die Herzen der Statistikfreunde spielte.
Werlte kontrollierte die Partie, Salzbergen schaute erst mal zu. Doch was im ersten Durchgang noch nach einem Pflichtsieg aussah, bekam in Halbzeit zwei einen anderen Anstrich. Nach dem Seitenwechsel legte Alemannia einen Gang zu und Jonas Grund nutzte in der 50. Minute eine der wenigen klaren Chancen zum 1:1. Zweites Saisontor, eiskalt abgeschlossen.
Danach wurde es zäh. Werlte hatte Chancen, viele sogar, aber das Netz blieb unberührt. Stattdessen sammelte man Karten (Kamlage sah in der 90. noch Gelb, zum zweiten Mal in dieser Saison) und Wechselminuten. Die Bank wurde ordentlich durchgemischt, frische Beine kamen, aber der Sieg wollte einfach nicht mehr fallen.
Nach Abpfiff war die Stimmung gemischt: Einerseits ein Punkt, andererseits wieder das Gefühl, mehr verdient zu haben. Startelf-Debütant Jonas Stukert brachte es im Interview auf den Punkt: „War schon geil. Hat Spaß gemacht. Nur die 100-Prozent-Dinger müssen halt rein.“
Klingt einfach, ist es aber nicht, wie der Fußball selbst.
Am kommenden Sonntag geht’s weiter: Auswärts beim Mitaufsteiger SV Veldhausen (Anstoß 14 Uhr). Vielleicht klappt’s ja dort mit dem Dreier.
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Lohne stolpert, Veldhausen nutzt den Moment

Freitagabend, Flutlicht, Bratwurstduft - eigentlich perfekte Bedingungen für einen gepflegten Heimsieg. Doch am Ende stand Union Lohne nach 90 Minuten gegen den SV Veldhausen mit leeren Händen da. 0:1 hieß es und irgendwie passte das zum Abend: engagiert, aber glücklos.
Veldhausen, bislang nicht gerade als Auswärtsschreck bekannt, legte los wie eine Mannschaft, die plötzlich gemerkt hat, dass man Punkte auch jenseits des eigenen Dorfplatzes holen kann. Nach 22 Minuten segelte der erste Warnschuss knapp über das Lohner Tor, eine Szene, die man im Rückblick fast schon als höfliche Ankündigung lesen konnte. Nur eine Minute später nutzte Hendrik Egbers einen Ballverlust im Mittelfeld, spazierte frei auf Keeper Hermsen zu und vollendete eiskalt zum 0:1.
Lohne wirkte überrascht, fast so, als habe niemand damit gerechnet, dass Veldhausen überhaupt ein Tor schießen will. Ideen waren Mangelware, Tempo auch, und der Ball schien den Strafraum der Gäste zu meiden wie ein scheues Reh. Ein harmloser Distanzschuss von Kopps (34.) blieb das Gefährlichste, was man im ersten Durchgang vermerken konnte.
Nach der Pause dann ein anderes Bild, zumindest ein bisschen. Lohne kam wacher aus der Kabine, forderte früh einen Elfmeter (den nur der Schiedsrichter nicht gesehen haben will) und hatte mit Dennis Tengen gleich zweimal den Ausgleich auf dem Fuß. Doch der Ball wollte nicht, wie Lohne wollte: einmal drüber (50.), einmal vorbei (55.).
Auch in der Schlussphase war der Fußballgott eher Gast auf der Veldhauser Bank. Elias Speer zielte in der 75. Minute zu genau neben das Tor, und in der Nachspielzeit vergab Marcel Strohecker die letzte große Gelegenheit, allein vor dem Keeper, aber eben auch allein mit dem Pech.
So blieb es beim knappen, doch verdienten 0:1. Veldhausen kompakt, bissig, mit Sinn fürs Wesentliche. Lohne dagegen mit viel Ball, aber wenig Wirkung.
Der Aufsteiger freut sich über seinen zweiten Saisonsieg und darf als Tabellenletzter wieder ein bisschen hoffen. Lohne hingegen hat nach 9 Spielen und 18 Punkten zwar weiter gute Karten, aber diesmal eben die falschen auf der Hand.