2026-06-12T06:52:44.557Z

Ligabericht

Ein klein wenig hat gefehlt

Verbandsliga +++ Aufstiegschancen waren da, der VfB Eppingen hat sie jedoch mehrmals liegenlassen

von red. · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Die Eppinger waren gut dabei, für den großen Coup fehlte jedoch etwas.
Die Eppinger waren gut dabei, für den großen Coup fehlte jedoch etwas. – Foto: Siegfried Lörz

Man kann die Verbandsliga-Saison des VfB Eppingen vielschichtig bewerten. Platz vier in Badens höchster Spielklasse ist auf den ersten Blick ein sehr gutes Ergebnis, genau genommen sogar die Einstellung der besten Platzierung der vergangenen 35 Jahre. Andererseits wäre mehr drin gewesen und dessen sind sich Mannschaft und Verantwortliche fraglos bewusst. Diese Runde war es jedenfalls vergleichsweise einfach weit oben zu landen, wenn man bedenkt, dass dafür 49 Punkte und somit 1,63 Zähler im Schnitt genügten.

Ganz starker Auftakt

Im Nachgang ist der Saisonauftakt des VfB noch besser zu bewerten. Zehn Punkte aus den ersten vier Spielen, davon drei Siege beim späteren Meister 1.FC Mühlhausen, beim späteren Drittplatzierten FV Fortuna Heddesheim sowie gegen den späteren Tabellenfünften SV Spielberg.

Auch danach punktete die Elf von Chefcoach David Pfeiffer fleißig. Kurz vor der Winterpause bestand sogar die realistische Chance auf die Herbstmeisterschaft. Zwei Remis in Zuzenhausen (0:0) und in Spielberg (1:1) kosteten jedoch die optimale Ausgangslage für die zweite Saisonhälfte. Stattdessen überwinterte der VfB auf Rang vier und musste Anfang 2026 schnell abreißen lassen.

Das Momentum ist verflogen

Gingen die engen Partien in der ersten Saisonhälfte häufig an Eppingen, drehte sich dies 2026 fast komplett. "Wir haben es ordentlich gemacht und hätten definitiv einige Punkte verdient gehabt", sagten Pfeiffer und der Sportliche Leiter Oliver Späth nach den drei Niederlagen zum Jahresauftakt gegen Mühlhausen (1:2) in Kirchheim (0:2) und gegen Heddesheim (1:3) unisono.

In der Folge wechselten sich Siege und Niederlagen ab. Da bis auf Mühlhausen die Spitzenteams regelmäßig strauchelten, blieben Kapitän Marc Zengerle aber lange Zeit zumindest in Reichweite zu Platz zwei. Sämtliche Hoffnungen auf mehr waren Mitte April nach der Nullnummer beim späteren Absteiger TSV Reichenbach verflogen. "Spätestens jetzt ist die Luft raus", sagte Pfeiffer damals.

Nicht täuschen lassen

Es steht zwar Rang vier zu Buche, allerdings ist der Rückstand zum drittplatzierten FV Heddesheim mit neun Punkten größer als der Vorsprung auf den zehntplatzierten SV Waldhof Mannheim II, der acht Zähler beträgt.

Der Torjäger

Dejan Tomic´ Entwicklung gehört zu den erfreulichen Nachrichten. Mit zehn Treffern in 22 Spielen schwang sich der 22-Jährige zum erfolgreichsten Torschützen auf. Dahinter rangiert mit "Mister Standard" der Kapitän, der sechs Tore erzielte. Zengerle verwandelte vier Strafstöße und zeigte darüber hinaus seine Freistoßqualitäten.

Diese Zahlen sind ordentlich, aber für eine Spitzenposition in der Tabelle eben nicht ausreichend. In Summe markierte Eppingen 47 Tore in 30 Saisonspielen. Das ist deutlich weniger als die Teams aus der gleichen Tabellenregion nachweisen. Es liegt auf der Hand, wo das größte Verbesserungspotenzial steckt.

Kompakt

Andererseits ist die Mannschaft mit einem Wort passend zu beschreiben – kompakt. Bis auf den 2:7-Ausrutscher im Spätjahr beim FC-Astoria Walldorf II fielen in Begegnungen mit VfB-Beteiligung mit die wenigsten Treffer in der gesamten Liga. Die Mannschaft weiß, was sie kann und ebenso, was sie nicht kann. Wenn die vielversprechend anmutenden Neuzugänge wie erhofft einschlagen, ist für 2026/27 mehr zu erwarten.

Ein milde gestimmter Sportlicher Leiter

Oliver Späth war fraglos schon kritischer im Umgang mit den Spielern. "Ich kann der Mannschaft keinen großen Vorwurf machen, sie haben ihre Sache ordentlich gemacht und es ist eine spielerische Weiterentwicklung sichtbar", sagte er nach der 1:2-Niederlage gegen Gommersdorf Mitte der Rückrunde.

Diese Aussage des Sportlichen Leiter gilt beispielhaft für viele Auftritte der Mannschaft, wie er unter anderem im April erwähnte: "Wir erspielen uns immer wieder gute Möglichkeiten, sind allerdings im Abschluss nicht zielstrebig genug." Beim Blick zurück kommt also immer wieder das Thema der Chancenverwertung, beziehungsweise der vergleichsweise wenig geschossenen Tore, auf.

Vielversprechende Transfers

Daher überraschen die Transfers nicht. Allen voran die Verpflichtung von Mattia Trianni verspricht offensive Besserung. Der 33-jährige Stürmer kommt einer ganzen Menge Erfahrung. Rund 150 Regionalliga-Spiele stehen in seiner Vita, von 2017 bis ´19 lief er für den VfR Aalen sogar in 33 Drittliga-Partien auf. "Das kann sich sehen lassen und wir erhoffen uns von Mattia, dass er mit seinen Qualitäten in der Offensive unseren jungen Spieler viel mitgeben kann", sagt Späth über den neuen Mann.

Weitere Neue sind Rückkehrer Alessandro Sautter, Yannik Merkle, Robin Mannhardt und Alperen Yilmaz, der in den vergangenen Jahren für Türkspor Eppingen Tore wie am Fließband schoss.