
Es ist erstaunlich, dass in einem Stadtgebiet in Düren, dem Grüngürtel, nur gut 100 Zuschauer an einem temperaturmäßig angenehmen Freitagabend ihrem Club Sportfreunde Düren die Unterstützung liefern, die der Fußball-Mittelrheinligist dringend benötigt.
Der Aufsteiger stand vor dem Spieltag mit neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer auf dem vorletzten Tabellenplatz. Drei Punkte gegen die Sportvereinigung Porz hätten der Motivation für den Rest der Saison sicherlich gutgetan. Doch nach der 0:2-Niederlage gegen Porz könnte die Überlebenschance der Sportfreunde ziemlich geschmälert sein.
„Speziell in der zweiten Halbzeit waren wir nicht auf dem Niveau dieser Liga, da haben wir zu viel Respekt gehabt und die Gier vermissen lassen, nachdem wir in Halbzeit eins einige gute Torgelegenheiten ausgelassen haben“, zog Trainer Ricardo Sorressa, der für den gesperrten Coach Marcel Demircan die Mannschaft betreute, enttäuscht das Fazit.
In den Anfangsminuten der Partie zeigte sich, dass beide Teams vorsichtig agierten, denn auch die Porzer benötigen jeden Punkt, um sich aus der Abstiegszone zu verabschieden. Die erste Torgelegenheit gab es nach einer Viertelstunde zu bestaunen, und die hätte direkt die Führung für die Gastgeber sein können.
Nach einer Ecke von Raiju Obuchi köpfte Hagen Blohm das Leder gegen die Querlatte, die das 1:0 verhinderte. Fünf Minuten später flankte Blohm selbst gefährlich in den Strafraum, wo Tomoya Kitazawa in aussichtsreicher Position das Leder leider nur halbherzig traf, so dass diese Chance ebenfalls verpuffte. Und in der 45. Minute war es ein Knaller von Marcel Reisgies, der den Pfosten touchierte.
Nach dem Pausentee änderte sich das Bild jedoch völlig, denn nun kamen die Gäste immer häufiger zu guten Torchancen, die oft durch leichte Ballverluste begünstigt wurden. Schon nach fünf Minuten hätte Marciano Aziz mit einer Direktabnahme treffen können, doch er verfehlte nur knapp das ansonsten von Philipp Müller gut gehütete Tor.
Eine ähnlich gute Torchance vergab nur fünf Minuten später der Porzer Abderrahman Rabhi, ebenfalls nach einem gut vorgetragenen Konter. In dieser Spielphase unterliefen den Dürenern zu viele leichte Fehlpässe, der Spielaufbau wirkte unruhig und nicht überzeugend.
So kam es fast erwartungsgemäß zum 0:1 durch Daniel Spiegel, der mit einem Flachschuss ins lange Eck aus knapp 14 Metern Torwart Müller überwand (67.). Die große Chance zum Ausgleich vergab dann in der 75. Minute kurz nach seiner Einwechslung Paul Filatov, als er kurz vor der Porzer Torlinie an einer flachen Hereingabe seines wieselflinken Mitspielers Kitazawa vorbeirutschte.
In der 90. Minute besorgte dann Gästespieler Metin Kizil, frei vor Müller, das entscheidende 2:0. „Die Leistungsschwankungen innerhalb des Teams sind einfach zu hoch, und heute haben auch die Einwechslungen nicht den erhofften Umschwung gebracht“, resümierte ein enttäuschter Trainer Marcel Demircan.
Düren: Müller - Blohm, Iven, Reisgies, Yamashita (83.Gashani), Kitazawa, G. Klepgen (68. Mbayabu), Obuchi (73. Düskün), Edun, Sengül (73. Filatov), Mandelartz (63. Wollersheim)
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