
Eine wahre Größe des niederbayerischen Fußballs sagt Servus! Mario Enzesberger beendet seine aktive Karriere, die ihn von der U17- und U19-Bundesliga beim 1. FC Nürnberg, über Regionalliga- und Bayernligaspielzeiten beim SV Schalding-Heining und einigen Bezirksliga-Jahren bei "seinem" SV Oberpolling zuletzt an den Donausüdhang zum SV Gottsdorf geführt hat. Nach zwei Jahren als Spielertrainer hört der mittlerweile 32-Jährige zum Saisonende auf - als Spieler und als Trainer. Seine Nachfolger: der bisherige "Co" Philipp Kohlbauer, und Fabian Graf. Beide übernehmen ab der Spielzeit 2025/26 als gleichberechtigtes Trainergespann.
Treffender als Philipp Kohlbauer - langjähriger Freund und Weggefährte - kann man es kaum auf den Punkt bringen: "Mario ist und war nicht nur als Mitspieler ein großartiger Partner und Freund. Ich verliere mit ihm meinen Mentor und der niederbayerische Fußball einen großen Mann!" Kohlbauer verabschiedet den Ex-Junioren-Bundesligaspieler mit einem "sehr weinenden Auge. Ich hätte gerne viele weitere Jahre mit Enze weitergemacht. Aber aus absolut nachvollziehbaren Gründen haut das so nicht mehr hin". Zu große Spuren hinterließen die profi- und semi-professionellen Fußballjahre bei Mario Enzesberger. "Ich bin jetzt an einem Punkt angelangt, wo ich den Druck rausnehmen muss und auf mein lädiertes Sprunggelenk achten. Ich möchte es einfach nicht überreizen und merke, dass ich an einer Grenze angelangt bin. Zudem wird es auch beruflich immer schwieriger, das Traineramt zeitlich zu stemmen."
Und entsprechend endet im Sommer die aktive Laufbahn des 32-Jährigen. So ganz kann und will sich Enzesberger aber noch nicht verabschieden: "Ich habe sämtliche Angebote, die ich erhalten habe, mit dem ersten Satz direkt abgesagt. Für mich ist klar, dass meine aktive Laufbahn jetzt beendet ist. Ich werde meinen Pass in Gottsdorf lassen, auch immer mal wieder im Training vorbeischauen. Mir liegen die Burschen und der Verein am Herzen. Und entsprechend ist für mich selbstverständlich, dass ich auch mal aushelfe, wenn es brennt." Und weil Kohlbauer, sein langjähriger Kompagnon, das weiß, witzelt er, dass er "jeden Montag" nen Anruf tätigen werde, denn klar ist: "Wenn Mario spielen will, spielt er auch."

Und während Philipp Kohlbauer bereits erste Trainererfahrungen als "Co" hinter Mario Enzesberger sammeln konnte und in die neue Rolle "reingewachsen" ist, ergänzt einer das Trainerteam, der in Gottsdorf bestens bekannt ist und sich im Winter bereits zum vierten Mal (!) für den SVG entschieden hat. Der gebürtige Obernzeller Fabian Graf wird als gleich-berechtigter Chefcoach neben Kohlbauer fungieren. "Es schließt sich der Kreis: denn bereits 2009 hab' ich Fabo als damals 18-Jähriger nach Gottsdorf geholt." Und auch für Graf ist die Rückkehr was Besonderes: "Ehrlich gesagt: ich hab' als ich von Bernde (Anm. d. Red.: gemeint ist Martin Stolletz) gefragt wurde, nicht lange überlegen müssen. Aus Liebe zum Verein und weil ich den SV Gottsdorf praktisch als meinen Heimatverein empfinde."
Uns so geht Graf im Sommer - mit einigen teils längeren Unterbrechungen - bereits in seine neunte Saison in Gottsdorf. Zwischendrin stieg er mit dem FC Obernzell-Erlau in die Bezirksliga auf. "Ich wollte in Verantwortung kommen. Für mich war ein Co-Trainer-Posten keine Option. Ich wollte gleichberechtigt verantwortlich sein. Mir und uns ist klar, dass wir in sehr große Fußstapfen treten. Enze hat den Verein dorthin gebracht, wo er jetzt sportlich steht. Es steckt Potenzial in der Mannschaft. Und wir wollen versuchen, das Maximum rauszuholen. Für Platz 8 spiele ich nicht Fußball! Wir wollen uns schon wieder vorne rankämpfen. Mein Ansporn ist es, Spieler zu verbessern, und dafür zu sorgen, dass wir kontinuierlich auftreten. Und wir wissen ja alle: im Fußball ist sehr viel Kopfsache."
