2025-12-03T05:51:34.672Z

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Schwacher Auftritt von Warbeyen.
Schwacher Auftritt von Warbeyen. – Foto: Pascal Derks

Ein gebrauchter Sonntag für den VfR

Zweitligist VfR Warbeyen setzt seine Pleitenserie auf fremden Plätzen unfreiwillig fort. Das Unheil im Duell mit dem VfL Wolfsburg II startet schon nach wenigen Sekunden. Nach der Pause verletzt sich auch noch Jana Barbara.

Der VfR Warbeyen ist bei seinen Auswärtsspielen in der Zweiten Fußball-Bundesliga der Frauen weiterhin glücklos. Nachdem der Aufsteiger am vergangenen Wochenende vor heimischem Publikum in der Rolle des Herausforderers aufgegangen war und Favorit Borussia Mönchengladbach einen Punkt abgerungen hatte, gab es nun die nächste deutliche Auswärts-Niederlage beim Mitaufsteiger VfL Wolfsburg II. Und diese fiel mit dem 0:6 (0:5) erneut deftig aus. Das Unheil begann schon in der dritten Minute.

Platzverweis in der Anfangsphase

Keine 180 Sekunden waren am Sonntagnachmittag gespielt, da sah VfR-Keeperin Lea Egbers die Rote Karte. Die Warbeyener Torhüterin war beim Versuch, einen zu kurz geratenen Rückpass von Rahel Lang zu erlaufen, zu spät gekommen und in die Wolfsburgerin Anny Kerim-Lindland hereingerauscht.

So wurde Ersatzkeeperin Ilse van Rheenen die undankbare Aufgabe zuteil, die restlichen 87 Minuten regulärer Spielzeit gegen nun erst recht mutig aufspielende Wolfsburgerinnen das Tor zu hüten. Nur zwei Minuten nach dem Platzverweis erzielte Linnea Saelen per Flachschuss den Führungstreffer für die Reserve des Rekordmeisters.

In der 14. Minute war Ilse van Rheenen ebenfalls machtlos, als VfL-Kapitänin Maria Jonietz einen Freistoß aus rund 20 Metern im Winkel versenkte. Der VfR Warbeyen blieb in der Folge zwar bemüht, doch die Wolfsburgerinnen nahmen jede Einladung dankend an. Nach einem Ballverlust vor dem gegnerischen Strafraum ging es in der 22. Minute ganz schnell: Ein langer Ball von Maja Zielinska schickte Anny Kerim-Lindland ins Eins-gegen-eins-Duell mit Ilse van Rheenen. Die VfL-Stürmerin blieb siegreich und erhöhte auf 3:0.

Beim Treffer zum 4:0 (34.) war die Vorlagengeberin selbst erfolgreich. Einen für ein Handspiel von Yaël Mollink verhängten Strafstoß verwandelte die Wolfsburger Spielführerin Jonietz zum 5:0-Halbzeitstand (45.).

Verletzungsausfall kommt dazu

Im zweiten Durchgang hielt sich der VfR Warbeyen über weite Strecken schadlos – mit einer Ausnahme: Einmal mehr kassierte der VfR praktisch vom Anstoß weg einen Gegentreffer. Keine 30 Sekunden nach dem Wiederanpfiff war den Gästen erneut ein zu kurzer Rückpass unterlaufen, den Linnea Saelen dankend aufnahm und aus spitzem Winkel das 6:0 erzielte. Eine ganz bittere Szene ereignete sich in der 67. Minute: Nach einem harten Einsteigen gegen Jana Barbara sah die Wolfsburgerin Lilly Meister die Gelb-Rote Karte. Jana Barbara, die unter der Woche eigentlich zur maltesischen Nationalmannschaft reisen wollte, blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Eine schwere Verletzung stand am Sonntagabend im Raum. „Der Mannschaftsarzt hat sich das angeschaut. Die Bänder sind durch, aber er geht nicht von einer Fraktur aus“, sagte Sandro Scuderi.

Auch sonst war der Trainer des Zweitliga-Schlusslichts nach dem Abpfiff bedient. „Die Rote Karte darf keine Ausrede sein. Die Art und Weise, wie wir die Gegentore kassieren, geht einfach nicht. Das hat nichts mit der Unterzahl zu tun. In der Länderspielpause müssen wir uns jetzt alle hinterfragen, warum das in den Auswärtsspielen immer so aussieht. Da gibt es nichts zu rechtfertigen“, sagte Scuderi.

Aufrufe: 020.10.2025, 10:00 Uhr
RP / Nils HendricksAutor