Jede Woche trifft sich die Montagsgruppe im Viktoria-Stadion.
Jede Woche trifft sich die Montagsgruppe im Viktoria-Stadion. – Foto: Patrick Mohrmann

Ein Fußball-Spielchen gehört immer dazu

Sie machen seit einem halben Jahrhundert einmal in der Woche gemeinsam Sport, um fit zu bleiben. Die Montagsrunde ist bei Viktoria Goch eine Institution. Drei Männer von der Post gaben einst den Anstoß dazu.

Die Geschichte der Montagsrunde von Viktoria Goch nahm vor einem halben Jahrhundert ihren Lauf, als Kollegen des Postamtes gemeinsam Sport trieben. Ungezwungen – und meist wurde nur Fußball gespielt. Walter Schreiber, Reinhard Wesendonk und Hans-Peter Jenneskens waren mit von der Partie.

„Wir waren alle Feuer und Flamme“, erinnert sich Hans-Peter Jenneskens. Walter Schreiber, eine Legende der hiesigen Sportszene, hatte damals die Idee, mit einem Aushang am schwarzen Brett des Gocher Stadions um weitere Sportler zu werben. Und das mit Erfolg: 30 Interessierte meldeten sich an.

„Wir haben uns damals an alle gerichtet, die Lust hatten, abends am Montag in einer geselligen Runde Sport zu treiben. Das war vor 50 Jahren. Seitdem sind viele gekommen und gegangen. Doch die Gruppe existiert bis heute“, sagt Jenneskens. Die Gründerväter sind weiterhin dabei, viele andere bereits seit mehreren Jahrzehnten. Die Aktiven der Montagsrunde sind heute zwischen 50 und 85 Jahre alt, die meisten bereits Rentner.

Das hält die Senioren aber nicht davon ab, weiterhin mit Leidenschaft Sport zu treiben. Im Winter trifft man sich in der Dreifachturnhalle des Städtischen Gymnasiums, im Sommer im Viktoria-Stadion. In der Regel sind knapp 20 Teilnehmer am Start. Um 19.30 Uhr geht es los, knapp zwei Stunden hält man sich dann gemeinsam fit. „Auf dem Sportprogramm stehen bei uns anfangs in der Regel kleinere Auflockerungsübungen, also Dehnen und Stretchen. Danach spielen wir Hallenhockey oder Handball, auch Geschicklichkeitsübungen gehören häufig dazu“, sagt Hans-Peter Jenneskens.

Kein Training ohne Fußball

Zum Abschluss wird zudem Fußball gespielt. „Das ist absolute Tradition: Fußball auf kleine Törchen. Das machen wir draußen und in der Halle. Ohne ein Spielchen können wir kaum wieder nach Hause gehen“, sagt er. In der Vergangenheit organisierte man gar immer wieder kleine Turniere mit befreundeten Vereinen. Ohnehin war man häufig auch auswärts unterwegs, etwa für Tagesausflüge, Bildungsfahrten oder Radtouren.

Doch nicht alle wollen noch gegen den Ball treten. Eine Kleingruppe zieht es vor, montagabends zu einer kleinen Radtour aufzubrechen. Bis zu 20 Kilometer legen die Männer dann zurück, in der Folge trifft man sich mit den Kollegen am Viktoria-Treff. „Dann sitzen wir gemütlich zusammen, klönen ein bisschen und trinken gemeinsam ein Bier. Wir sind eine eingeschworene Truppe“, sagt Jenneskens.

Ehrenamt ist Ehrensache

Für Viktoria Goch aber ist die Sportgruppe weitaus mehr. Nicht nur, dass viele Aktive regelmäßig bei den Heimspielen der ersten Mannschaft zuschauen, die jüngst den Aufstieg in die Fußball-Landesliga als Tabellenzweiter der Bezirksliga knapp verpasst hat. Auch für ehrenamtliche Tätigkeiten sind sich die Senioren nicht zu schade. „Wenn der Verein uns braucht, stehen wir gerne parat. Das ist selbstverständlich“, so Jenneskens. Immerhin ist die Montagsgruppe bereits seit 1972 eine Abteilung der Viktoria.

Auch selbst hatten die Sportler immer wieder Ideen für Projekte im Dienst der guten Sache. So stellten die Sportler etwa eine Spendenaktion für Kinder in Afrika auf die Beine. Hunderte Fußbälle wurden so in Armutsregionen geflogen. „Wenn wir gesellig zusammensitzen, entstehen die besten Ideen“, so Jenneskens. Ein wichtiger Termin ist traditionell auch der Kirmesmontag mit den Frauen. Und ans Aufhören denken die Aktiven noch längst nicht: Immerhin hält der Sport seit 50 Jahren fit.

Aufrufe: 02.8.2022, 09:00 Uhr
Maarten OversteegenAutor